Forschung an Hochschulen

Forscherin mit Tropfenzähler im Labor
Bild: Alexander Raths – Fotolia.com

An den Berliner Hochschulen gehen Lehre und Forschung Hand in Hand. Ob an Universitäten, Kunsthochschulen oder Fachhochschulen, Studierende werden von Anfang an auch an Forschungsprojekten beteiligt und erleben den Prozess von der Idee bis zum Ergebnis mit.

Berliner Hochschulen forschen zu allen Fachgebieten, von den Afrikawissenschaften bis zur Zytologie – besondere Schwerpunkte in der Hauptstadt sind Medizin und Lebenswissenschaften, Geisteswissenschaften, die Themen Verkehr, Energie und Umwelt und die moderne Kommunikationstechnologie. Die Bandbreite der Berliner Hochschulforschung reicht von der Theorie bis zur Praxis, von der Weiterentwicklung von Grundlagen eines Faches bis zur anwendungsorientierten Umsetzung.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der einzelnen Fachgebiete arbeiten dabei in fächerübergreifenden Netzwerken. Diese bündeln die fachliche Expertise über die Fakultäten, Hochschulen oder Ländergrenzen hinweg bis zur internationalen Zusammenarbeit. Dabei werden die Forscherinnen und Forscher auf vielfache Weise zusätzlich zur allgemeinen Hochschulfinanzierung des Landes Berlin unterstützt.

Die Einstein Stiftung

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Bild: Einstein Stiftung Berlin

Das Land Berlin fördert besondere Forschungsvorhaben, Professuren und Netzwerke über die Einstein Stiftung Berlin. Sie wurde im Jahr 2009 vom Land Berlin initiiert, um exzellente Wissenschaft in Berlin zu fördern. Das vom Land Berlin eingebrachte Stiftungskapital beträgt 5 Millionen Euro. In einem gutachterlichen Verfahren vergibt sie Mittel an die vier Berliner Universitäten oder die Charité. Weitere Forschungseinrichtungen aus Berlin können als Kooperationspartner mit einbezogen werden.

Es werden mit den EinsteinProfessuren herausgehobene Berufungen ermöglicht, internationale Gastforscherinnen und -forscher als Visiting Fellows eingeladen und übergreifende, besonders zukunftsträchtige Projekte als Einstein-Forschungsvorhaben unterstützt. Mit der Förderung des EinsteinZentrums EC Math wird die erfolgreiche Arbeit des Forschungszentrums Matheon fortgesetzt. Ab 2015 wird das EinsteinZentrum Berliner Antike-Kolleg von der Stiftung gefördert.

Im geringeren Umfang führt die Einstein Stiftung auch eigene Projekte durch. Dauz zählt beispielsweise die Vortragsreihe “Meeting Einstein”, bei der geförderte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der interessierten Öffentlichkeit Ergebnisse ihrer Forschung vorstellen. Die Finanzierung dieser Aktivitäten erfolgt durch jährliche Zuwendungen aus dem Haushalt des Landes Berlin sowie durch Spenden Dritter.

Das Institut für angewandte Forschung (IFAF)

Mit dem Institut für angewandte Forschung (IFAF) fördert Berlin Kooperationsprojekte der Berliner Fachhochschulen mit der Wirtschaft. Das Institut ist ein Verbund der vier staatlichen Berliner Fachhochschulen.

Förderung der Berliner Hochschulen und Forschungseinrichtungen

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), finanziert von Bund und Ländern, fördert bundesweit jährlich mit einem Etat von rund 2,7 Milliarden Euro Forschungsvorhaben von einzelnen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Sonderforschungsbereiche und Graduiertenkollegs sowie verschiedene Schwerpunktprogramme und Forschergruppen. Die Mittel werden auf Antrag im bundesweiten Wettbewerb, von Fachkollegien geprüft und bewertet, vergeben.

Berliner Hochschulen und Forschungseinrichtungen haben mit ihren produktiven Ideen und ihrer wissenschaftlichen Neugier in den letzten Jahren dabei die bundesweit höchste Gesamtsumme an bewilligten Fördergeldern eingeworben. Auch in der Forschungs- und Entwicklungsförderung liegt die Hauptstadt laut DFG-Förderatlas 2012 hinter der Region München bereits auf dem zweiten Platz. In Berlin bestehen um die 30 Sonderforschungsbereiche, verteilt über alle Fachgebiete. In etwa 30, zum Teil internationalen, Graduiertenkollegs werden angehende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler promoviert.

Neben diesen allgemeinen Programmen der DFG waren Berliner Einrichtungen auch in der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder, sowohl in der ersten Phase ab 2007 als auch in der zweiten Phase, die seit 2013 läuft, besonders erfolgreich.

Auch der Bund unterstützt die Forschungs- und Entwicklungsvorhaben der Berliner Hochschulwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler durch die gezielte Förderung wegweisender Projekte. So ist Berlin zum Beispiel eine von vier deutschen Regionen, in welcher die Elektromobilität weiterentwickelt und gebrauchstauglich gemacht wird. Besonders viele Berliner Projekte fördert der Bund in der Informations- und Kommunikationstechnologie, in der Biotechnologie, Medizin und Gesundheitsforschung, aber auch in den Geisteswissenschaften.

Die Europäische Union fördert in Berlin ebenso verschiedene Vorhaben und internationale Netzwerke, die zu übergeordneten Fragen forschen und Ziele der europäischen Forschungsstrategie umsetzen.

Internationale Forscherinnen und Forscher zu Gast

Der Wissenschaftsstandort Berlin ist ein bevorzugtes Ziel internationaler Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftler oder Stipendiatinnen und Stipendiaten und konnte 2013 seine bundesweite Spitzenposition in der aktuellen, fächerübergreifenden Gesamtwertung der Alexander-von-Humboldt-Stiftung festigen. Die Freie Universität Berlin (Platz 1) und die Humboldt-Universität zu Berlin (Platz 2) führen die Liste an, die Technische Universität Berlin folgt auf Platz 8 von 79 gelisteten Hochschulen. Die Rangliste zeigt, wie viele Wissenschaftler in den vergangenen fünf Jahren mit einem Stipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung nach Deutschland gekommen sind – und wo sie ihren Forschungsaufenthalt besonders häufig verbracht haben.