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Zahl des Monats Mai: 10

28.05.2021 10:00

3D-Scan eines antiken Architekturfragments aus Magnesia (Türkei)
3D-Scan eines antiken Architekturfragments aus Magnesia (Türkei)
Bild: Stephan Zink

10 Jahre: Das Antike-Kolleg Berlin feiert in diesem Jahr sein zehnjähriges Jubiläum – die Berliner Forschung zur Alten Welt ist einzigartig in ihrer Vielfalt und steht beispielhaft für die Kultur der Kooperation.

Die antike Stadt Palmyra über 3D-Rekonstruktion wieder auferstehen lassen oder die Bauphasen des Forum Romanum virtuell darstellen, altägyptische Hieroglyphen oder Keilschrifttafeln aus dem alten Mesopotamien beleuchten – die Berliner Altertumswissenschaften erforschen die Kulturen in Mittel- und Südamerika bis zum Mittelmeerraum oder bis nach Russland und China. Die Berliner Forschung zur Alten Welt zeichnet sich durch eine große Vielfalt und Breite aus.

Dabei spielt das Berliner Antike-Kolleg eine bedeutende Rolle. Es wurde am 10. Mai 2011 als permanente Kooperation von sechs Berliner Wissenschafts- und Kulturinstitutionen gegründet: Die Freie Universität Berlin, die Humboldt-Universität zu Berlin, die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW), das Deutsche Archäologische Institut (DAI), das Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte (MPIWG) und die Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) haben mit dem weltweit einzigartigen Zusammenschluss neue Strukturen für die interdisziplinäre altertumswissenschaftliche Forschung etabliert. Das Antike-Kolleg deckt das gesamte Spektrum der Forschung und Lehre zur Alten Welt ab. Der Regierende Bürgermeister von Berlin und Senator für Wissenschaft und Forschung, Michael Müller, gratulierte zum zehnjährigen Jubiläum und betonte: „Das Antike-Kolleg steht für exzellente Forschung, internationale Vernetzung und die für Berlin typische Kultur der Kooperation. Mit seinem Programm für Promovierende ist es hochattraktiv für den wissenschaftlichen Nachwuchs aus der ganzen Welt.“

Die Arbeitsbereiche des Berliner Antike-Kollegs
Das Berliner Antike-Kolleg und die Berliner Altertumswissenschaften haben international einen exzellenten Ruf. Das BAK ist Forschungszentrum, Graduiertenschule für exzellenten internationalen wissenschaftlichen Nachwuchs, digitales Forum, ermöglicht Wissenstransfer und bündelt als Plattform die Expertise der Partner. Angeboten werden Infrastruktur, Netzwerke und Beratung. Im Research Center of Ancient Studies (RCAS) stehen zum Beispiel die internationalen Forschungstätigkeiten des Berliner Antike-Kollegs im Mittelpunkt, Berliner Forschende arbeiten an neuen Forschungsansätzen mit Fellows aus dem In- und Ausland. Im Forum Digital Antiquities (FDA) wird der Austausch über digitale Strategien, Methoden und Technologien gefördert, es versteht sich als Plattform für konzeptionelle Entwicklungen von Data Science in den Altertumswissenschaften.

Wissenstransfer in die Öffentlichkeit
Was ist Kulturschutz überhaupt und wer kümmert sich darum? Was machen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die mit antiken Objekten arbeiten? Auch für den Wissenstransfer in die Öffentlichkeit steht das Kolleg. Das Projekt „Saving Antiquities macht Altertumswissenschaft beispielsweise über neue Formate zugänglich. Im Zentrum steht dabei ein Planspiel, in dem Handlungsspielräume und Entscheidungsstrukturen simuliert werden sollen, die für die Arbeit mit Kulturgut grundlegend sind. So werden komplexe Prozesse von Bewahrung bis Restitution von Kulturgütern vermittelt.

Einstein-Zentrum Chronoi
Die sechs Partner arbeiteten auch im Exzellenzcluster Topoi erfolgreich zusammen, das von 2007 bis 2019 im Rahmen der Exzellenzstrategie gefördert wurde, und in dem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu Raum und Wissen in den Kulturen und Gesellschaften der Alten Welt forschten. Die gemeinsame Arbeit setzen die Partner aktuell im Rahmen des Einstein-Zentrums Chronoi fort, das von der Einstein Stiftung Berlin bis 2025 gefördert wird. Das Center untersucht Aspekte rund um das Thema „Zeit“ in verschiedenen Kulturen.