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Zahl des Monats Februar: 48 Kilometer

26.02.2021 10:00

Größenvergleich: Jezero-Krater auf dem Mars und Umriss von Berlin
Bild: HRSC: ESA/DLR/FU-BERLIN, CC BY-SA 3.0 IGO, CTX: NASA/JPL-Caltech/MSSS, HiRISE: NASA/JPL/University of Arizona, HiRISE dataset: Fergason et al., 2020

48 Kilometer: So breit ist der Mars-Krater „Jezero“, in dem der NASA-Rover im Februar mit Unterstützung von Berliner Forscherinnen und Forschern gelandet ist. Der Krater ist damit in etwa so groß wie Berlin selbst.

Am 18. Februar 2021 um 21:55 (MEZ) war es so weit: Nach 202 Tagen im All landete der NASA-Rover „Perseverance“ auf dem Mars. Möglich machte die spektakuläre Landung, die Menschen auf der ganzen Welt gespannt verfolgten, auch Expertise aus Berlin. Geolog*innen und Planetenforscher*innen der Freien Universität Berlin in Lankwitz und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Adlershof hatten mit ihren Bild- und Geländedaten vom roten Planeten das hochpräzise Landemanöver der NASA im Jezero-Krater mit vorbereitet. Und die Berliner Forscherinnen und Forscher sind auch weiterhin an der Mars-Mission beteiligt. In den kommenden Jahren werten sie die Aufnahmen von zwei Rover-Kamerasystemen aus, die neue Erkenntnisse über unseren Nachbarplaneten liefern sollen. Berlins Wissenschaft ist wirklich über-All – und ermöglicht uns allen einen virtuellen Spaziergang auf dem Mars!

Ziele der Mars-Mission

Gab es vor langer Zeit Leben auf dem Mars? Wie war das Klima? Und wie ist die Geologie auf dem Mars beschaffen? Mithilfe von hochauflösenden Bildern, Tonaufnahmen und Gesteinsproben hoffen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Antworten auf diese Fragen zu finden. Die US-amerikanische Raumfahrtbehörde NASA hat dafür den neuen Rover mit dem Namen „Perseverance“ (Beharrlichkeit) zum Mars geschickt.

Erfolgreiches Landemanöver auf dem Mars dank des Kartenmaterials aus der Berliner Forschung

Präzise gelandet ist der Rover im über 3,5 Milliarden Jahre alten Jezero-Krater, der ein gut erhaltenes Flussdelta enthält, was darauf hindeutet, dass es hier einmal stehendes Wasser gegeben haben muss. Der Krater hat mit ca. 48 km Durchmesser etwa die Größe von Berlin. An der exakt berechneten Rover-Landung waren auch Berliner Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beteiligt, indem sie der NASA Bild- und Geländedaten bereitstellten.

Der Abgleich dieser Kameradaten, aufgenommen von der Sonde Mars-Express, mit Aufnahmen anderer Mars-Kameras ermöglichte während der Landung die genauere Einschätzung der Landestelle. Bereits seit Dezember 2003 umkreist die Raumsonde Mars-Express der Europäischen Weltraumagentur ESA den Mars und liefert mithilfe von Aufnahmen der „High Resolution Stereo Camera (HRSC)“ dabei noch immer wichtige Bilddaten, pixelgenau und sogar in Farbe. Diese Bilddaten fügen die Forscherinnen und -Forscher der FU Berlin zu einer globalen Karte des Mars zusammen. Und diese Karten aus Berlin nutzt auch die NASA.

Außerdem wurde speziell für die Veranschaulichung der Landestelle und der Rover-Aufnahmen aus Orbitbildern, Geländedaten und Panoramabildern eine interaktive Karte des Jezero-Kraters und seiner Umgebung erstellt, die hier abgerufen werden kann. Es ist geplant, die Karte mit neuen Aufnahmen des Rovers zu aktualisieren.

Mars Rover Perseverance
Eine der ersten Aufnahmen des Rovers Perseverance auf dem Mars.
Bild: Mars 2020/Mastcam-Z/PIA24264, NASA/JPL/ASU/MSSS

Forscherinnen und Forscher aus Lankwitz und Adlershof werten die Daten der Rover-Kameras aus

Der Rover Perseverance ist mit seinen 1.000 Kilogramm etwa so groß und so schwer wie ein kleines Auto und mit einer Vielzahl von technischen Geräten, wie Kameras, Mikrofonen und sogar einem Mini-Hubschrauber, ausgestattet – insgesamt 19 Aufnahmesysteme. Eine Arbeitsgruppe der Freien Universität Berlin und am DLR ist in den kommenden Jahren an der Auswertung der Daten der Stereokamera „Mastcam-Z“ auf Perseverance sowie des Spektrometers SuperCam beteiligt.

Das Kamerasystem Mastcam-Z ist am Rover an einem etwa 2 Meter hohen Mast montiert und kann mit hoher Geschwindigkeit zoomen, fokussieren und 3D-Bilder und -Videos aufnehmen, um entfernte Objekte im Detail zu erfassen. Die SuperCam auf dem Perseverance-Rover untersucht Felsen und Böden mit einer Kamera, einem Laser und Spektrometern, um organische Verbindungen zu erkennen, die mit dem früheren Leben auf dem Mars zusammenhängen könnten.

Ob sich im Jezero-Krater tatsächlich Hinweise auf frühere einfache Lebensformen finden lassen, können Forscherinnen und Forscher mit etwas Glück in einigen Jahren genauer bestimmen, wenn eingesammelte Proben die Erde in einer der Folge-Missionen wieder erreichen und untersucht werden können. Es bleibt viel zu entdecken bei dieser außergewöhnlichen Mars-Mission.