Zahl des Monats März: 310

31.03.2020 15:00

Zahl des Monats: 310 Jahre Charité
Bild: Matthäus Seutter / Public domain

Entstehungsgeschichte

Die Geschichte der Charité reicht genau 310 Jahre zurück! Im Jahr 1710 wurde die heutige Universitätsklinik gegründet, damals als „Pesthaus“ und Quarantänestation. Ihr erstes Gebäude entstand am Berliner Stadtrand – den Ort kennen wir heute als Campus Mitte. Zu dieser Zeit breitete sich die Pest über Europa aus und um die Ansteckung einzudämmen, sollten nach Weisung des preußischen Königs Friedrich I. erkrankte Menschen isoliert werden. Doch Berlin blieb von der Epidemie Anfang des 18. Jahrhunderts verschont.

In den Folgejahren wurde die Charité erweitert und als Lazarett, Hospiz, Arbeitshaus und Entbindungseinrichtung genutzt. Schon bald wurden Lehrveranstaltungen für angehende Ärzte und Chirurgen abgehalten und die Kapazität auf 400 Betten erweitert. Seit 1727 trägt die Einrichtung den französischen Namen „Charité“, was „Nächstenliebe“ oder „Barmherzigkeit“ bedeutet. Viele bekannte Forscherpersönlichkeiten wirkten im Laufe der Zeit an der Charité und veränderten die Medizin weltweit. Namen wie Rudolf Virchow, Robert Koch, Hermann von Helmholtz, Paul Langerhans, Paul Ehrlich und Emil Adolf von Behring legten die Grundsteine für den internationalen Ruf der Charité.

Die Charité heute

Heute ist die Charité eine der größten Universitätskliniken Europas und die Nummer 5 der besten Krankenhäuser der Welt, wie das Magazin Newsweek kürzlich vermeldete. Zum achten Mal hat auch das deutsche Focus Magazin die Charité als beste Klinik in Deutschland gekürt. Die Charité umfasst rund 100 Spezialkliniken und Institute auf vier Campi in der Stadt, verfügt über 3.000 Betten und behandelt mit konzernweit über 18.000 Beschäftigten fast 850.000 medizinische Fälle pro Jahr. 2018 sind über 5.600 Kinder dort geboren. Rund 7.500 Studierende gehören der Charité an, mehr als 700 Studierende machen an der Charité jedes Jahr erfolgreich ihren Abschluss. Und die Charité bleibt auch in Zukunft eine Impulsgeberin für modernste Medizin: mit dem Berlin Institute of Health (BIH), das neue Forschungserkenntnisse noch schneller und gezielter für Therapien, Diagnostik und Prävention verfügbar macht, mit dem geplanten Universitären Herzzentrum (UHBZ), dem modernsten Herzzentrum Europas, oder mit innovativen Forschungs- und Exzellenzclustern.

Im Kampf gegen Corona

Heute spielt die Charité am Gesundheits- und Wissenschaftsstandort Berlin mehr denn je eine herausragende Rolle für die Stadt sowie für ganz Deutschland und Europa – dies zeigt sich insbesondere in der aktuellen Corona-Krise. Die Universitätsklinik trägt aktuell maßgeblich zur intensivmedizinischen Versorgung von Patientinnen und Patienten bei, die besonders akut an der Lungenkrankheit COVID-19 leiden. Als Akt der europäischen Solidarität wurden vor wenigen Tagen Corona-Patientinnen und Patienten aus Frankreich von der Charité aufgenommen, weitere sollen folgen. Am 26. März 2020 hat die Bundesregierung die Charité außerdem damit betraut, das neue Nationale Forschungsbündnis zur Bekämpfung von COVID-19 bundesweit zu koordinieren. Dafür stellt der Bund 150 Mio. Euro zur Verfügung.

Auch die Forschung läuft auf Hochtouren: An der Charité wurde das Nachweisverfahren für das neue Coronavirus entwickelt. Das Team um Prof. Dr. Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie am Campus Charité Mitte, entwickelte den Test, mit dem das Virus im Verdachtsfall schnell nachgewiesen werden kann. Zu COVID-19 arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Charité mit vielen anderen Berliner Wissenschaftseinrichtungen, wie dem Max-Delbrück-Centrum für molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC), und internationalen Partnern zusammen, um schließlich wirksame Therapien und einen Impfstoff zu entwickeln.

In 310 Jahren hat sich die Charité vom kleinen Pesthaus am Stadtrand zur führenden Universitätsklinik Europas in der Metropole Berlin entwickelt und ist ein wichtiger Partner für unsere Stadt und seine Bürgerinnen und Bürger.

Mehr zur Geschichte der Charité:
Anschaulich aufgearbeitet wurden die ersten Jahre der späteren Universitätsklinik Charité und ihre Entwicklung über die Jahrhunderte auch als Fernsehserie. Infos rund um die ersten beiden Staffeln der gleichnamigen Serie „Charité“ sind in der ARD-Mediathek verfügbar. Ganze Folgen werden auf verschiedenen kostenpflichtigen Streaming-Plattformen angeboten. Eine dritte Staffel wird bereits gedreht.