Zahl des Monats April: 4 Minuten

29.04.2020 15:00

Schutzschirm-Produktion an der Beuth Hochschule für Technik Berlin
Bild: Karsten Flögel

4 Minuten – So schnell geht die Herstellung eines Schutzschirms an der Beuth Hochschule

Ein Team von Studierenden, Mitarbeitenden und Lehrenden aus verschiedenen Fachbereichen der Beuth Hochschule für Technik Berlin produziert seit Ende März sogenannte „Face Shields“. Diese Schutzschirme fürs Gesicht können helfen, Infektionsrisiken zu mindern und sind insbesondere für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Arztpraxen, Pflegediensten oder -heimen vorgesehen. Die Produktion eines Schutzschirms mit dem Lasercutter dauert nur circa 4 Minuten – je nach Material –, das dazugehörige Silikonband zur Befestigung braucht ungefähr 11 Minuten in der Herstellung. Mit mehreren Laserschneidegeräten, Stanzscheren, 3D-Druckern sowie einer CNC-Fräse kommt hier High-Tech zum Einsatz. Pro Tag können so etwa 550 Schirme und 260 Bänder entstehen, die dann an der Hochschule zusammengebaut und über eine Hilfsorganisation verteilt werden. 32.000 Schirme will die Beuth Hochschule insgesamt produzieren.

Berliner Wissenschaft & Forschung engagiert gegen Corona

Das ist nur eines von vielen Beispielen, die zeigen, wie engagiert und kreativ die Berliner Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen bei der Krisenbewältigung in der Corona-Pandemie helfen. So wird vielerorts medizinische Ausrüstung und Desinfektionsmittel gespendet oder selbst hergestellt, es werden Beratungsdienstleistungen rund um die Auswirkungen der Pandemie angeboten, zu Bewegung und Familienalltag informiert oder Kunst- und Kulturangebote bereitgestellt, um durch die schwierige Zeit zu kommen. Eine kleine Auswahl solcher Initiativen soll hier vorgestellt werden. Weitere interessante Projekte, auch aus der Forschung zu Corona, finden Sie auf den Webseiten vieler Berliner Hochschulen und Forschungseinrichtungen.

Anleitungen für Schutzmasken von der Kunsthochschule Berlin (Weißensee)

Design-Studierende, -Absolventinnen und -Absolventen der Kunsthochschule Berlin (Weißensee) haben die Initiative „Mask on Collective“ ins Leben gerufen. Die Designerinnen und Designer stellen auf ihrer Webseite Anleitungen zur Verfügung, wie individueller Mundschutz hergestellt werden kann – auch aus gewöhnlichen Haushaltsmaterialien wie Staubsaugerbeuteln oder Taschentüchern.

Medizinische Ersatzteile aus dem 3D-Labor an der Technischen Universität Berlin

Das 3D-Labor am Institut für Mathematik der TU Berlin hat sich mit verschiedenen Partner-Institutionen und Firmen zu einer Initiative zusammengeschlossen, um Ersatzteile für medizinische Geräte schnell und direkt herzustellen, z.B. für Beatmungsgeräte. Mit sogenannten additiven Fertigungsverfahren (3D-Druck) ist es möglich, entsprechende Ersatzteile herzustellen und Engpässe zu überbrücken. Derzeit werden bereits Prototypen für Verschlusskappen entwickelt. Bedarfe für Ersatzteile können über eine neue Datenbank angemeldet werden.

Psychologinnen und Psychologen der Freien Universität Berlin bieten Hilfe für den Familienalltag

Vom Fachbereich Erziehungswissenschaft und Psychologie der Freien Universität Berlin gibt es Tipps, hilfreiche Strategien und Anlaufstellen für schwierige Situationen im Familienalltag in der Corona-Zeit. So wird zum Beispiel erklärt, wie mit guter Planung und der richtigen Kommunikation Streit und Stress vermieden werden können.

Desinfektionsmittel für die Charité aus dem Chemielabor der Humboldt-Universität in Adlershof

Mitarbeitende am Institut für Chemie der Humboldt-Universität zu Berlin in Adlershof stellen Desinfektionsmittel für die Charité her nach dem Rezept der Weltgesundheitsorganisation WHO. Dazu werden Ethylalkohol, Wasserstoffperoxid, Glycerol und Wasser in einem bestimmten Verhältnis gemischt. Seit Ende März werden so täglich etliche Liter Desinfektionsmittel nach Mitte geliefert.

Rechtsberatung zu Corona-Fragen bei der „Humboldt Consumer Law Clinic“ der Humboldt-Universität

Wer in der Corona-Krise Rechtsfragen zu Verbraucherthemen wie ausgefallenen Flügen, Erstattung von Veranstaltungstickets oder geschlossenen Fitnessstudios hat, kann sich an die „Humboldt Consumer Law Clinic“ (HCLC) wenden. Im Rahmen des Projektes der HU Berlin bieten Studierende unter Aufsicht von Juristinnen und Juristen kostenlose Rechtsberatung für Verbraucherinnen und Verbraucher – auch für Fälle mit Bezug zu Corona-Fragen an.

Universität der Künste Berlin bringt Kunst und Kultur nach Hause

Mit dem Projekt #UdKvonZuhause bringen Studierende und Lehrende der Universität der Künste Berlin seit Ende März täglich Konzerte, Theater, Lesungen, Kurzfilme, Musikvideos und Kunstprojekte über digitale Formate zu den Menschen nach Hause. Für noch mehr digitale Kunst- und Kulturangebote hat die UdK Berlin-Bibliothek eine umfangreiche Linkliste zusammengestellt. Zu finden sind dort Tipps für virtuelle Museumsbesuche, zum Beispiel im MoMA in New York, oder musikalische Aufführungen, die im Livestream übertragen werden, wie an der schwedischen Staatsoper.

Studierende von Charité und Alice Salomon Hochschule unterstützen Administration und klinische Bereiche der Uniklinik

Über 800 Studierende haben ihre Hilfe in der Covid-19-Pandemie angeboten und wurden an administrative und klinische Bereiche der Universitätsklinik vermittelt. Die Einstein Stiftung Berlin fördert über ein Soforthilfeprogramm Studierende, die vorübergehend in der medizinischen Grundversorgung an der Charité im Einsatz sind. 100 Studierende der Medizin oder Pflege von der Charité oder der Alice Salomon Hochschule Berlin können über 3 Monate je 1.000 Euro pro Monat erhalten.

Mit sportwissenschaftlicher Expertise der Humboldt-Universität gegen den Bewegungsmangel

Wissenschaftlich fundierte Tipps und Strategien gegen den Bewegungsmangel in Zeiten von Homeoffice und Studium von zuhause gibt es vom Institut für Sportwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin, zum Beispiel dazu, wie viel Minuten Bewegung wir pro Woche mindestens brauchen, um fit zu bleiben.

Neue App für Erntehelferinnen und -helfer von Student der Technischen Universität Berlin

Ein Informatik-Student der TU Berlin hat gemeinsam mit einem Team die Plattform „ErnteErfolg“ konzipiert, die potenzielle Helferinnen und Helfer für die Erntesaison mit Landwirtschaftsbetrieben zusammenbringen. Die Vermittlungsplattform soll in Kürze an den Start gehen.

Testmöglichkeiten für Hunde und Katzen an der Freien Universität Berlin

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Institut für Virologie der Freien Universität Berlin untersuchen Haustiere wie Hunde und Katzen auf das Corona-Virus. Bei vorheriger telefonischer Anmeldung am Institut können Haustierbesitzerinnen und -besitzer einen Termin zur Untersuchung erhalten.

Viele Labore spenden Schutzmasken, Handschuhe und Co.

Auch die Spendenbereitschaft vieler Berliner Wissenschaftseinrichtungen ist riesig. So wird vielfach Schutzkleidung wie OP- und Atemschutzmasken, Einweghandschuhe, Overalls oder Desinfektionsmittel an medizinische und soziale Einrichtungen wie die Charité – Universitätsmedizin Berlin, andere Kliniken und Arztpraxen oder Einrichtungen der Pflege und die Obdachlosenhilfe übergeben. Beteiligt haben sich bisher u.a. die beiden Standorte des Helmholtz-Zentrums Berlin (HZB) in Adlershof und Wannsee, der Studiengang Konservierung/Restaurierung/Grabungstechnik an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW), die Forschungslabore der Beuth-Hochschule für Technik Berlin oder Technischen Universität Berlin.

Danke an alle Mitwirkenden an diesen und den vielen weiteren tollen Initiativen der Berliner Wissenschaft und Forschung in der Corona-Krise sowie allen Spenderinnen und Spendern! Kennen Sie weitere spannende Projekte, dann freuen wir uns über Hinweise, die Sie an folgende Mail-Adresse schicken können: pressestelle@wissenschaft.berlin.de.