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Postkolonialismus

Pinnwand
Bild: Koordinierungsstelle Decolonize Berlin

Die Folgen der deutschen Kolonialzeit mit all ihren Schrecken und Verbrechen sind bis heute in allen gesellschaftlichen Bereichen sicht- und spürbar. In Berlin sind sie u.a. sichtbar in Schulbüchern, die kaum über die Kolonialzeit berichten und rassistische Stereotype von afrikanischen Menschen reproduzieren, in Straßennamen, die Kolonialverbrecher ehren und in Berliner Museen, die geraubte Kunst- und Kulturgüter ausstellen.

Kolonialismus hat aber auch zu globaler Ungerechtigkeit beigetragen, indem Kolonialstaaten Menschen, Ressourcen und Waren aus Kolonien verschleppten. Bis heute wirkt dies in Menschenrechtsverletzungen in Lieferketten von Produkten fort. Seit Jahrzehnten wird daher von Wissenschaftler*innen und zivilgesellschaftlichen Akteuren auf der ganzen Welt, aber auch in Berlin, ein postkolonialer Diskurs geführt und konkrete Maßnahmen eingefordert, um Dekolonisierungsprozesse anzustoßen und Eurozentrismus sowie Rassismus zu überwinden.

Besonders Schwarze, afrodiasporische und migrantische Aktivist*innen, Vereine und Initiativen haben sich für eine kritische Auseinandersetzung mit Kolonialismus eingesetzt.

Die Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit unterstützt das Bemühen um eine Dekolonisierung Berlins durch unterschiedliche Aktivitäten. Im Rahmen der Projektförderung finanziert sie postkoloniale und antirassistische Projekte von Berliner Vereinen.

Die Einrichtung der Koordinierungsstelle Decolonize im Jahr 2020 war ein wichtiger Meilenstein, um den Beschluss des Abgeordnetenhauses zur Erarbeitung eines Erinnerungs- und Aufarbeitungskonzepts umzusetzen. 2021 wird die Koordinierungsstelle ihren ersten Abschlussbericht vorstellen, welcher Empfehlungen und Forderungen in allen gesellschaftlichen Themenbereichen und insbesondere in den Bereichen:
  • Bildung und Wissenschaft
  • Kunst und Kultur
  • Erinnerung und Erzählung
  • Internationale Zusammenarbeit
  • Stadtgesellschaft
    enthalten werden.

Die Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit nimmt an verschiedenen Veranstaltungsformaten der Koordinierungsstelle teil und bringt ihre Perspektive in den Diskurs ein.

Im Rahmen der UN-Dekade für Menschen afrikanischer Herkunft nimmt die LEZ regelmäßig an Austauschrunden der Berliner Verwaltung teil.