Qualifiziert ins Arbeitsleben – für den Klimaschutz

Menschen in Arbeit bringen, etwas für das Klima tun: Dem hat sich das Projekt „Praxisnahe Weiterbildung im Umwelt-, Natur- und Klimaschutz“ des Umweltbüros für Berlin-Brandenburg e.V. (Ubb e.V.) verschrieben. Damit reagiert das Projekt auf den Klimawandel und die zunehmende Ressourcenknappheit. Gleichzeitig wird es dem wachsenden Bedarf an Fachkräften mit Zusatzqualifikationen in komplexen und vielseitigen Anwendungsfeldern gerecht.

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Bild: Umweltbüro für Berlin-Brandenburg e.V.

VOM UMWELTRECHT BIS HIN ZUM PROJEKTMANAGEMENT

Zielgruppe sind Arbeitslose, in erster Linie Langzeitarbeitslose, aus Berlin – mit oder ohne Migrationshintergrund. „Ein Interesse an Umwelt-, Natur- und Klimaschutz sollte mitgebracht werden. Das Spektrum, aus dem die Menschen kommen, ist aber weniger relevant. Wir freuen uns über Studienabbrecher, Facharbeiter oder Akademiker unterschiedlicher Berufsgruppen aus Büro, Bau, Elektrotechnik, Handwerk, Labor, Gartenbau, Landschaftsarchitektur, Biologie, Geografie, Geologie, Landschaftsplanung oder Geisteswissenschaften. Auch das Alter spielt keine Rolle“, so Ilona Winter vom Umweltbüro für Berlin-Brandenburg e.V.

Die Weiterbildung dauert ca. sechs Monate (inkl. Praktikum), 30 Stunden die Woche. In der Zeit werden Grundlagen des Umweltrechtes, des Naturschutzes sowie der Abfall- und Wasserwirtschaft vermittelt. Themen wie nachhaltige Energiewirtschaft, Ressourceneffizienz und Klimaschutz spielen eine große Rolle. Aber auch Kenntnisse im Projektmanagement, Office-Anwendungen und die Anwendung geografischer Informationssysteme sind wesentliche Inhalte der Ausbildung.

Bildvergrößerung: Gruppenfoto
Bild: Umweltbüro für Berlin-Brandenburg e.V.

KREATIVITÄT UND SOZIALES ENGAGEMENT WERDEN GEFÖRDERT

„Eine besondere Herausforderung im Projekt ist die Teamarbeit im Modul ‚Angewandtes Projektmanagement‘. In diesem Modul wird das erarbeitete Wissen aus der Weiterbildung in einer Teamarbeit als konkretes Umweltprojekt umgesetzt. Überraschend dabei ist die Kreativität und Disziplin in den Gruppen sowie die tollen Ergebnisse“, erzählt Winter. So seien in dieser Arbeit zum Beispiel ein Kartenspiel zum Thema ökologische Verpackungen für Kinder, ein Konzept zum „Nachhaltigen Grillen“ und zu „Energieautarken Regionen“ entstanden. Zudem initiierten die Teilnehmenden die Gestaltung von ökologischen Gärten als Begegnungsräume in Flüchtlingsunterkünften. „Besonders am Herzen lag uns die Motivation eines Teilnehmers aus Nigeria, der an unserem Kurs teilnehmen wollte, um ‚Licht aus solarem Strom in seinen Heimatort Oheze Naka bringen zu können‘. Die ganze Kursgruppe unterstützte ihn bei der Projektarbeit mit einem Konzept für die Umsetzung dieser Idee. Die Anlage läuft zuverlässig und erzeugt Licht für die Schule in diesem Dorf.“, freut sich Winter.

Bildvergrößerung: Touristen auf dem Weg
Bild: Bildrecht: Umweltbüro für Berlin-Brandenburg e.V.

DIE REALISIERUNG DES PROJEKTS

Das Projekt entstand auf der Basis der vorangegangenen zehnjährigen Projektarbeit des Ubb e.V. im Bereich des Umweltschutzes. Winter: „Die zwischengeschaltete Stelle des Senats zgs consult GmbH unterstützte unsere Idee, nun auch Weiterbildungen im Umweltschutz anzubieten, da es nur wenige Angebote in diesem Themensegment gab. In den letzten elf Jahren hat sich der Kurs immer weiter entwickelt. Der Bereich Regenerative Energien/Energieeffizienz/ Klimaschutz gewinnt zunehmend in der Gesellschaft sowie folgerichtig in unserem Weiterbildungsangebot an Bedeutung.“

Ermöglicht wird das Projekt durch die Förderung der EU. Vom Europäischen Sozialfonds (ESF) wurden unter anderem Personalkosten für die Projektleitung, Betreuung und externe Honorare für das Unterrichtspersonal sowie notwendige Sachkosten (z.B. Miete für die Computerräume) für die Umsetzung des Projektes gefördert.

In den letzten zwei Jahren (2013-2015) konnten durchschnittlich 35 % der Teilnehmenden im Anschluss an den Kurs eine Arbeitsstelle auf dem 1. Arbeitsmarkt finden. Weitere 31 % nahmen an einer weiteren beruflichen Bildung/ Weiterbildung teil, arbeiteten im Bundesfreiwilligendienst oder auch im 2. Arbeitsmarkt (geförderte Arbeitsgelegenheiten) weiter, so dass ca. 66 % der Teilnehmenden aktiviert werden konnten. Winter: „Diese Tendenz verbessert sich im Moment vor dem Hintergrund der aktuellen Klimapolitik und der Nachhaltigkeitsstrategien, sodass wir im letzten abgeschlossenen Kurs einen Einstieg von 50 % der Teilnehmenden in den ersten Arbeitsmarkt direkt im Anschluss an die Weiterbildung verzeichnen konnten.“

Infokasten
Bild: ariadne-an-der-spree.de

Internetauftritt
www.ubb.de

ESF Reportage Umweltbüro

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