Starke Portfolioentwicklung nach Rekordinvestitionen

Pressemitteilung vom 09.04.2018
  • 36 Finanzierungsrunden mit einem Volumen von 10,9 Mio. Euro
  • davon 6,2 Mio. Euro Technologie und 4,7 Mio. Euro Kreativwirtschaft
  • Portfoliounternehmen steigern Umsätze und schaffen Arbeitsplätze

Nachdem in den Jahren 2015 und 2016 die höchsten Finanzierungsergebnisse in der Geschichte der IBB Beteiligungsgesellschaft (IBB Bet) vermeldet werden konnten, ist man im Jahr 2017 zur Normalität zurückgekehrt. Mit 36 (Vj.43)Transaktionen mit einem Investitionsvolumen von 10,9 Mio. Euro (Vj.15,2 Mio.) lagen sowohl die Anzahl als auch das Volumen der Kapitalbeteiligungen unter dem Vorjahreswert. „Es ist dies die Rückkehr auf Normalniveau“, kommentierte der IBB-Vorstandsvorsitzende Dr. Jürgen Allerkamp das Ergebnis. Mit diesen Zahlen bewege man sich aber immer noch deutlich über den langjährigen Durchschnittswerten von 29 Beteiligungen über 8,8 Mio. Euro. Hervorzuheben sei in 2017 die hervorragende Entwicklung bei den Portfoliounternehmen. Hier haben die hohen Investitionen der vergangenen Jahre zu einer positiven Entwicklung und zur Entstehung von Arbeitsplätzen beigetragen.

Ramona Pop, Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe, betonte die Bedeutung, die die IBB Beteiligungsgesellschaft für den Berliner Beteiligungsmarkt in den letzten 20 Jahren gehabt habe. Bis weit in das neue Jahrtausend habe der Berliner und ostdeutsche Beteiligungsmarkt unter der Zurückhaltung privater Investoren gelitten und sei es die Rolle öffentlicher Beteiligungsgesellschaften wie der „IBB Bet“ gewesen, hier etwas aufzubauen. Jetzt, wo Berlin in den letzten 10 Jahren zunehmend in den Fokus internationaler Investoren gerückt sei, sei es nicht die Aufgabe der IBB Beteiligungsgesellschaft hier „mitzubieten“. Es gelte die Subsidiarität öffentlicher Mittel, die vornehmlich dort eingesetzt würden, wo es Anstöße zu liefern und Lücken zu schließen gelte. Und derzeit regele sich am Berliner Markt erfreulicherweise Vieles ohne diese Impulse. So sei es außerordentlich erfreulich, dass Berlin, dem auf dem deutschen Venture Capital Markt seit Jahren mit Abstand die Führungsrolle zufalle, sich auch international sehr gut behaupte. Das aktuelle Venture-Capital-Barometer von Ernst & Young zeige Berlin 2017 mit VC-Investitionen in Höhe von 3,0 Mrd. Euro in Europa klar auf dem zweiten Platz, hinter London (4,9 Mrd. Euro) und vor Paris (2,0 Mrd. Euro). Die fünf größten nationalen VC-Investitionen des Jahres 2017 mit Investitionen zwischen 423 und 143 Mio. Euro entfielen allesamt auf Berlin.

Marco Zeller, einer der beiden Geschäftsführer der IBB Beteiligungsgesellschaft, hob hervor, dass der Rückgang, den man 2017 zu verzeichnen habe, in erster Linie auf die Folgeinvestments zurückzuführen sei. Hier habe man in den letzten Jahren erfolgreich viel investiert, um den Ausbau der Portfoliounternehmen zu unterstützen und deren Marktposition zu festigen. Und das sei gelungen. Marco Zeller: „Seit 2014 sind die Arbeitsplätze in unseren Beteiligungsunternehmen um mehr als ein Drittel von 2.196 auf 2.958 gestiegen und die Umsätze der Unternehmen haben sich von 240 Mio. Euro auf 554 Mio. Euro sogar mehr als verdoppelt. Und das, obwohl die Anzahl der Beteiligungsunternehmen durch einige Exits in diesem Zeitraum sogar von 76 auf 65 Unternehmen gesunken ist.“ Von den Portfoliounternehmen entfallen 26 (40 %) auf die Kreativwirtschaft, 18 (28 %) auf den Bereich Informations- und Kommunikationstechnik, 13 (20 %) auf die Life Sciences und 8 (12 %) auf den Bereich Industrietechnik.

Nach wie vor ist die IBB Beteiligungsgesellschaft mit 2 Fonds, dem VC Fonds Technologie und dem VC Fonds Kreativwirtschaft aktiv am Markt. Von den 36 Beteiligungen mit einem Volumen von 10,9 Mio. Euro des Jahres 2017 entfielen 20 Beteiligungen über 6,2 Mio. Euro auf den Technologie-Fonds und 16 Beteiligungen über 4,7 Mio. Euro auf die Kreativwirtschaft, die allerdings beim Neugeschäft vorne lag: Von den neun Erstinvestments über 4,8 Mio. Euro entfielen sechs über 2,8 Mio. auf die Kreativwirtschaft und drei über 2,0 Mio. Euro auf den Technologiebereich. Zu den Investitionen der „IBB Bet“ in Höhe von 10,9 Mio. Euro kamen noch Finanzierungsbeiträge der Finanzierungspartner in Höhe von 63,4 Mio. Euro, so dass den Berliner Start-ups insgesamt Finanzierungsmittel in Höhe von 74,4 Mio. Euro zuflossen.

„Beteiligungen werden weiterhin ihren festen Platz im Angebotsspektrum der Investitionsbank Berlin haben“, hob Dr. Jürgen Allerkamp hervor. „Auch wenn sie betragsmäßig nicht die größte Rolle spielen – von den Finanzierungszusagen der IBB entfielen 2017 nur knapp 4 % auf Beteiligungen – sind sie für junge Start-ups im Technologie- und Kreativbereich doch eine essentielle Finanzierungsgrundlage und damit eine wichtige Voraussetzung für das Unternehmenswachstum. Zu berücksichtigen ist hier auch die große Hebelwirkung der Investments, da mit jedem Euro von der IBB investierten Kapitals rund sechs Euro überwiegend privates Kapital, das die Beteiligungspartner aufbringen, verbunden ist. Auch der Image- und Vertrauensgewinn für das Unternehmen, der durch eine Eigenkapitalbeteiligung entstehen kann, darf in seiner Wirkung nicht unterschätzt werden.“

Ihre Erfahrungen mit Beteiligungsfinanzierungen schilderten im Anschluss zwei Portfoliounternehmen: Die Selfapy GmbH ist ein online-Beratungsunternehmen für psychologische Hilfe. Ein Ziel des Unternehmens ist es, Psychotherapie zu digitalisieren und so die langen Wartezeiten für Therapieplätze sinnvoll zu überbrücken. Über ein Tablet mit einer speziell entwickelten Software will die Media4care GmbH die Lebensfreude von Menschen mit Demenz erhöhen und Angehörigen und Pflegekräften das Leben erleichtern.