Coronavirus Covid-19

Aktuelle Informationen finden Sie auf der Seite des Landes Berlin.

Inhaltsspalte

Mietpreise

Geld
Bild: gena96 / Fotolia.com

In welchem Umfang und Zeitraum Mieterhöhungen zulässig sind, ist in Deutschland gesetzlich geregelt. Damit Mieten nicht ins Unermessliche steigen, gibt es den sogenannten Mietspiegel, an dem sich Vermieterinnen und Vermieter orientieren müssen. Per Mietvertrag können künftige Mieterhöhungen bei Unterzeichnung mit vereinbart werden, als sogenannte Staffelmieten oder indexmieten. Rasante Mietpreissteigerungen sollen durch die Mietpreisbremse verhindert werden.

Gesetzliche Grundlage für Mieterhöhungen

Die zulässige Mieterhöhung ist im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) in § 558 BGB geregelt. Darin ist festgelegt, dass eine Mieterhöhung frühestens ein Jahr nach der letzten Mieterhöhung vorgenommen werden darf. Außerdem gilt, dass die Miete bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete (Mietspiegel) angehoben werden darf, wenn die Miete zum Zeitpunkt der Erhöhung länger als 15 Monate unverändert war.

Mietspiegel gibt Auskunft über ortsübliche Vergleichsmiete

Der Mietspiegel einer Stadt gibt die durchschnittliche Miete von Wohnraum pro Quadratmeter an. Er enthält einen unteren sowie einen oberen Grenzwert und wird für jedes Jahr neu berechnet. In Berlin stellt die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt den aktuellen Mietspiegel zur Verfügung.

Mieterhöhung durch Staffelmiete

Eine Frau liest einen Brief
Bild: photo 5000 - Fotolia.com
Nach § 557 a des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) kann bei Anmietung von Wohnraum eine Staffelmiete vereinbart werden. Hierbei steht schon vorher fest, um wie viel die Miete zu bestimmten Zeitpunkten erhöht wird. Zwischen den Mieterhöhungen muss mindestens ein Jahr liegen. Eine Mieterhöhung zur Anpassung an den ortsüblichen Mietspiegel während der vereinbarten Zeit für die Staffelmiete ist unzulässig.

Indexmiete koppelt Miethöhe an Preisentwicklung

Bei Indexmieten wird die Miethöhe an die allgemeine Preisentwicklung gekoppelt. Sie werden nach dem vom Statistischen Bundesamt erhobenen Preisindex für Lebenshaltungskosten bestimmt. Erhöht sich der Preisindex für Lebenshaltungskosten, kann also auch die Miete erhöht werden. Bei Indexmieten muss die Miete für ein Jahr bestehen bleiben. Nur bei einer Modernisierung der Wohnung oder Veränderung der Betriebskosten darf die Miete innerhalb eines Jahres erhöht werden. Gesetzliche Regelungen zur Indexmiete sind in § 557 b BGB festgeschrieben.

Mietpreisbremse zum Schutz vor steigenden Mieten

Die sogenannte Mietpreisbremse (Mietrechtsnovellierungsgesetz) soll Verbraucherinnen und Verbraucher in Gebieten mit einem angespannten Wohnungsmarkt vor zu hohen Mieten schützen. Die Entscheidung, welche Gebiete einer Stadt einen angespannten Wohnungsmarkt aufweisen, obliegt den Bundesländern.

Beratung und Beschwerden

Illustration Sprechblasen mit Fragezeichen und Info
Bild: Jan Engel - Fotolia.com
Erste Anlaufstelle bei Fragen zur Miete ist die eigene Vermieterin bzw. der eigene Vermieter. Lassen sich die Differenzen nicht beilegen, stehen der Mieterschutzbund Berlin, der Berliner Mieterverein sowie die Verbraucherzentrale Berlin bei Fragen rund um das Thema Miete als Ansprechpartner zur Verfügung. Der Mieterschutzbund Berlin und der Berliner Mieterverein bieten Beratungen an, allerdings nur für Mitglieder an.