Fahrgastrechte und Schlichtung

Mann zeigt mit einem Stift auf ein Dokument, im Hintergrund steht ein Buch mit Paragrafensymbol
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Fahrgastrechte oder Passagierrechte sind die Rechte von Fahrgästen in Verkehrsmitteln wie Bahn oder Bus, im Flugzeug und anderen Verkehrsmitteln. Einige Fahrgastrechte sind auf EU-Ebene gesetzlich festgeschrieben und greifen z. B. bei Verspätungen, Ausfällen, Verlust von Gepäck oder Personenschäden. Erster Ansprechpartner für Beschwerden ist immer das jeweilige Verkehrsunternehmen. Wird keine Einigung mit dem Verkehrsunternehmen erzielt, können sich Fahrgäste an die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (söp) wenden.

Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr

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Bild: Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr

Die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (söp) vermittelt zwischen Fahrgästen und Verkehrsunternehmen, wenn beide Seiten bei Streitigkeiten keine gemeinsame Lösung finden und ein oft langwieriges und teures Gerichtsverfahren vermeiden wollen. Die Schlichtungsstelle prüft die Beschwerden der Reisenden und erarbeitet einen unabhängigen Schlichtungsvorschlag.

Schlichtungsverfahren können nur mit den im Trägerverein der söp zusammengeschlossenen Verkehrsunternehmen durchgeführt werden. Dazu gehören neben vielen Eisenbahnunternehmen auch einige Fluggesellschaften, Fernbusunternehmen und Anbieter von Schiffsreisen. In Berlin, Brandenburg und einigen anderen Bundesländern schlichtet die söp auch im öffentlichen Personennahverkehr (U-Bahn, Bus, Tram). Die Kosten für das Schlichtungsverfahren tragen die Verkehrsunternehmen.

Fahrgastrechte bei Bahnreisen

Erwachsene mit Koffern und Kind laufen neben einem haltenden Zug einen Bahnsteig entlang
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Die in der EU-Verordnung Nr. 1371/2007 festgelegten gesetzlichen Fahrgastrechte im Eisenbahnverkehr gelten für Zugreisende in S-Bahnen sowie im Regional- und Fernbahnverkehr. Entschädigungsansprüche bestehen z. B. bei Zugverspätungen, Zugausfällen und dem Verpassen von Anschlusszügen. Für U-Bahnen, Straßenbahnen, Busse oder Oberleitungsbusse gelten die Bestimmungen der jeweiligen Verkehrsunternehmen.

Fahrgastrechte bei Busreisen

Reisebus auf der Autobahn
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Für die Durchsetzung der Fahrgastrechte im Busverkehr ist das Eisenbahn-Bundesamt zuständig. Welche Rechte Busreisende haben, ist in der EU-Verordnung Nr. 181/2011 geregelt. Sie legt u. a. fest, welche Rechte Fahrgäste bei Zugverspätung und -ausfall haben und formuliert Mindestanforderungen an Reiseinformationen, Rechte von Menschen mit Behinderung und Gepäckverlust oder -beschädigung. Die EU-Verordnung gilt in erster Linie für den Fernbusverkehr.

Passagierrechte für Reisen mit dem Flugzeug

Mann schaut auf eine Anzeigetafel, die verspätete Flüge anzeigt
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Die EU-Fluggastrechteverordnung stärkt die Ansprüche von Passagieren auf Flügen innerhalb der Europäischen Union, Flügen von EU-Fluggesellschaften sowie Flügen mit EU-Zielflughäfen. Die in der Verordnung festgelegten Regelungen greifen bei Nichtbeförderung z. B. aufgrund von Überbuchung, Annullierung und großen Verspätungen. Die Verordnung gilt sowohl für Linienflüge als auch Charterflüge und Billigflüge.