Bahnreisen

Erwachsene mit Koffern und Kind laufen neben einem haltenden Zug einen Bahnsteig entlang
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Bahnreisende haben ein Recht auf Entschädigung, wenn es während Zugfahrten innerhalb Deutschlands oder ins europäische Ausland zu größeren Verspätungen und Zugausfällen kommt. Die Höhe der Entschädigung ist auf EU-Ebene in der Fahrgastrechte-Verordnung festgelegt. Auch bei Problemen mit Fahrkarten und Reservierungen oder bei mangelhaftem Service haben Verbraucher häufig Rechte, die sie durchsetzen können. Für den Nahverkehr in Deutschland gelten Ausnahmen von der EU-Verordnung.

EU-Verordnung zu Fahrgastrechten bei Bahnreisen

Bahnhofsuhr
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Entschädigungsleistungen bei Zugverspätungen, Zugausfällen und Unfällen im Bahnverkehr sind seit 2009 in allen EU-Mitgliedsstaaten einheitlich geregelt. Grundlage ist die Verordnung über die Rechte und Pflichten von Fahrgästen im Eisenbahnverkehr (EG) Nr. 1371/2007. Die EU-Verordnung gilt für inländische und grenzüberschreitende Zugreisen in Europa, regelt die Informationspflichten der Bahnunternehmen sowie die Einrichtung von Beschwerdestellen. Jeder Mitgliedsstaat der EU hat eine Durchsetzungsstelle benannt, die dafür sorgt, dass die gesetzlichen Ansprüche der Reisenden gewahrt werden. In Deutschland sorgt bei Bahn- und Schiffsreisen das Eisenbahn-Bundeamt (EBA) dafür, dass Reisende zu ihrem Recht kommen.

Entschädigungen bei Zugverspätungen und Zugausfällen

Kommt ein Zug 60 Minuten oder mehr zu spät am Zielort an, haben Zugreisende laut EU-Verordnung Anspruch auf eine Teilerstattung des Fahrpreises. Dies gilt auch, wenn sie aufgrund einer kurzen Verspätung einen Anschlusszug verpassen. Ab 60 Minuten Verspätung erhalten Fahrgäste 25 Prozent des Fahrpreises zurück, bei Verspätungen ab 120 Minuten 50 Prozent. Die Entschädigung muss laut einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes im Jahr 2013 auch bei höherer Gewalt gezahlt werden, also z. B. bei schlechtem Wetter, Streik oder durch einen Lastwagen blockierte Gleise. Wichtig für die Reklamation: Verspätungen oder Zugausfälle müssen unbedingt im Zug oder Bahnhof bestätigt werden, damit der Anspruch beim Bahnunternehmen geltend gemacht werden kann.

Beratung und Beschwerden

Illustration Sprechblasen mit Fragezeichen und Info
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Erster Ansprechpartner für Beschwerden und Entschädigungen ist das Bahnunternehmen, bei dem die Fahrkarte gekauft wurde. Die Deutsche Bahn hat gemeinsam mit anderen Eisenbahnverkehrsunternehmen das Servicecenter Fahrgastrechte eingerichtet. Entschädigungen können über ein auf den Internetseiten bereitgestelltes Formular beantragt werden.