Versicherungen

Am Tisch sitzende Frau blickt auf Taschenrechner und Formulare
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Die vielen Versicherungsarten in Deutschland gliedern sich in freiwillige Versicherungen (z. B. Lebensversicherungen, Reisegepäckversicherungen, Hausratversicherungen) und Pflichtversicherungen (z. B. die gesetzliche Krankenversicherung bei Angestellten). Welche freiwilligen Versicherungen sinnvoll sind, müssen Verbraucherinnen und Verbraucher für sich selbst entscheiden. Übergreifende Aspekte wie Vertragsabschluss, Kündigung und Informationspflicht bei Versicherungsverträgen sind gesetzlich geregelt.

Versicherungsvertragsgesetz als gesetzliche Grundlage

Das Versicherungsschutzgesetz (VGG) bildet die gesetzliche Grundlage für alle Versicherungen. Es regelt beispielsweise den Verkauf von Versicherungen, den Leistungsumfang und die Kündigung von Versicherungsverträgen.

Informationspflicht vor Versicherungsabschluss

Unterschreiben eines Vertrages
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Gemäß § 7 des VVG muss jedes Versicherungsunternehmen dem Versicherten rechtzeitig vor Abschluss des Versicherungsvertrages die Allgemeinen Versicherungsbedingungen zukommen lassen. Vor jedem Versicherungsabschluss sollten Verbraucherinnen und Verbraucher genau überprüfen, ob sie diese Versicherung wirklich benötigen und welche Bedingungen an den Schadensfall geknüpft sind. Aufgrund der Vielzahl an Versicherungsunternehmen ist ein Vergleich empfehlenswert.

Neues Produktinformationsblatt für Versicherungen

Seit Januar 2019 wird beim Abschluss eines Versicherungsproduktes wie etwa einer Haftpflicht-, Hausrat- oder Berufsunfähigkeitsversicherung, ein neues Produktinformationsblatt Pflicht. Versicherer müssen den Kunden darin rechtzeitig vor der Unterschrift auf maximal drei Seiten über die Art der Versicherung, den Umfang der gedeckten Risiken, Prämien und deren Zahlungsweise sowie über Ausschlüsse informieren. Anzugeben sind weiterhin Laufzeit, Anfangs- und Enddatum des Vertrags sowie die Pflichten des Kunden, um Schäden vom Versicherer erstattet zu bekommen.

EU-Durchführungsverordnung zur Festlegung eines Standardformats für das Informationsblatt zu Versicherungsprodukten

Kündigung von Versicherungsverträgen

Versicherte und Versicherungsunternehmen können die Laufzeit eines Versicherungsvertrages selbst bestimmen. Wie jeder Vertrag hat auch eine Versicherung eine Kündigungsmöglichkeit, die in dem Versicherungsvertrag geregelt ist. Das Recht zur außerordentlichen, fristlosen Kündigung ist gesetzlich geregelt und in den Allgemeinen Versicherungsbedingungen nachzulesen. Die Lebens- und Krankenversicherungen sind Sonderformen und haben daher Sonderrechte zur Kündigung.

Beratung und Beschwerden

Illustration Sprechblasen mit Fragezeichen und Info
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Bei Beschwerden oder Reklamationen ist der erste Ansprechpartner immer die Versicherungsgesellschaft, mit der der Vertrag geschlossen wurde. Sollten Versicherte und Versicherung sich nicht einigen können, bietet die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BaFin) Informationen zu Ansprechpartnern und Beschwerdemöglichkeiten. Beschwerden können außerdem beim Versicherungsombudsmann eingereicht werden.