Girokonto

Geldscheine, Münzen und nicht ausgefüllte Überweisungsformulare
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Im Alltag brauchen Verbraucherinnen und Verbraucher ein Girokonto für die Abwicklung vieler Geldangelegenheiten: Überweisungen, Daueraufträge, Lastschriftverfahren oder die Nutzung einer Giro-Karte (EC-Karte). Ein Girokonto ist ein Angebot eines Geldinstitutes, einheitliche gesetzliche Regelungen zu Kosten und Leistungen gibt es nicht. Jedes Kreditinstitut entscheidet selbst über die Leistungen und Kosten eines Girokontos. Da beides erheblich variieren kann, lohnt sich vor der Eröffnung eines Girokontos ein Vergleich bei verschiedenen Geldinstituten.

Eröffnung eines Girokontos

2011 hat die Europäische Kommission die Empfehlung 2011/422/EU ausgesprochen, die besagt, dass alle Verbraucherinnen und Verbraucher in der Europäischen Union Zugang zu einem Konto mit grundlegenden Zahlungsfunktionen haben sollen. In Deutschland kann von jeder Person ein Konto eröffnet werden, die rechts- und geschäftsfähig ist, bei Minderjährigen ist das Einverständnis des gesetzlichen Vertreters Voraussetzung für die Konteneröffnung. Eine GmbH oder ein Verein gelten als sogenannte juristische Person und können demzufolge auch ein eigenes Konto eröffnen.

Dispokredite auf Girokonten

Blick durch eine Lupe auf eine Liste von Zahlen
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Die Kosten für einen Dispokredit, der Kontoinhabern erlaubt, ihr Konto zu überziehen, variieren sehr stark von Bank zu Bank. In welcher Höhe und ob überhaupt ein solcher Dispokredit gewährt wird, ist Entscheidung des Kreditinstituts. In der Regel wird er gemessen an der Höhe des regelmäßigen Einkommens auf dem Girokonto gewährt. Einen Anspruch auf einen Dispokredit haben Verbraucherinnen und Verbraucher nicht.

Geldabheben mit Girokarte oder Kreditkarte

Die Preise für das Geldabheben im In- und Ausland sind von Bank zu Bank unterschiedlich. Für die meisten Kunden ist das Geldabheben bei der eigenen Bank mit ihrer Girokarte, ehemals EC-Karte, kostenfrei. Für das Geldabheben mit einer Kreditkarte gelten andere Regelungen, die ebenfalls von Bank zu Bank variieren.

Überweisungen mit SEPA

Seit 2014 gilt europaweit das sogenannte SEPA-Verfahren. Überweisungen innerhalb Deutschlands, der EU, von und nach Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz sind seither einheitlich geregelt (EU-Verordnung (EG) Nr. 260/2012). Ob und wieviel die Überweisungen kosten, entscheidet allerdings weiterhin jede Bank individuell.

Beratung und Beschwerden

Illustration Sprechblasen mit Fragezeichen und Info
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Erster Ansprechpartner bei Beschwerden und Reklamationen ist die eigene Bank, da mit dem Kreditinstitut durch die Eröffnung eines Girokontos ein Vertrag besteht. Sollten sich Bank und Kunde nicht einigen, kann man sich an die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) wenden. Die Interessensvertretung der kreditwirtschaftlichen Spitzenverbände, die Deutsche Kreditwirtschaft, informiert über Kundenbeschwerdestellen.