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Straßenbahnverlängerung vom S+U-Bhf. Warschauer Straße bis zum U-Bhf. Hermannplatz

Straßenbahnstrecke M 10 - Modellbild Berlin, Falckensteinstraße
Straßenbahnstrecke M 10 - Modellbild, Falckensteinstraße
Bild: SenUVK / VCDB
Straßenbahnstrecke M 10 - Modellbild Berlin, Görlitzer Park
Straßenbahnstrecke M 10 - Modellbild, Görlitzer Park
Bild: SenUVK / VCDB

Hintergrund

Zurzeit endet die Straßenbahn-Linie M10 am S+U-Bahnhof Warschauer Straße. Diese Linie verbindet die Stadtteile Friedrichshain, Prenzlauer Berg und Mitte und wird bis 2021 weiter nach Moabit verlängert. Die Linie ist stark nachgefragt und verkehrt täglich im 24-h-Betrieb, tagsüber durchgehend im 5-Minuten-Takt.

Im ÖPNV-Bedarfsplan des Landes Berlin ist eine Verlängerung der Straßenbahn vom S- und U-Bahnhof Warschauer Straße bis zum U-Bahnhof Hermannplatz vorgesehen. Die Anbindung an die U-Bahnlinien U7 und U8 am Hermannplatz sowie an die U- und S-Bahn an der Warschauer Straße würde zu einer besseren Netzverknüpfung und einer deutlich besseren Anbindung des östlichen Kreuzbergs und des nördlichen Neuköllns an den ÖPNV-Schienenverkehr führen. Dadurch wird der ÖPNV noch attraktiver.

Warum eine neue Straßenbahnstrecke?

Zur Verbesserung des ÖPNV-Angebotes in Nord-Neukölln sowie dem Kreuzberger Teil „SO 36” ist der Ausbau des Straßenbahnnetzes ausgehend vom bisherigen Endpunkt der Straßenbahn am S+U-Bahnhof Warschauer Straße geplant.

Teile des östlichen Kreuzbergs und des nördlichen Neuköllns sind bisher nicht direkt an den Schienenverkehr angebunden. Zur Erhöhung der Attraktivität des ÖPNV und dessen Anteil am Gesamt-verkehrsaufkommen ist der Ausbau des Schienenverkehrsangebots zwischen S- und U-Bahnhof Warschauer Straße und U-Bahnhof Hermannplatz vorgesehen. Damit können neue Direktverbindungen insbesondere in die Stadtteile Friedrichshain und Prenzlauer Berg hergestellt werden. Eine Straßenbahnstrecke hat sich hier als überzeugende Lösung herausgestellt. Ihre Umsetzung hat der Senat am 13.04.2021 beschlossen.

Wie soll die Straßenbahn geführt werden?

Abbildung 1: Strecken der 2. Stufe zur Bestimmung der planerisch zu bevorzugenden Variante für die Trassenführung,
Abbildung 1: Strecken der 2. Stufe zur Bestimmung der planerisch zu bevorzugenden Variante für die Trassenführung,
Bild: VCDB (2021), Kartengrundlage: OpenStreetMap

Um zu ermitteln, welcher Verlauf für eine neue Straßenbahnstrecke am sinnvollsten ist, wurde von April 2018 bis Anfang 2021 eine umfassende Untersuchung durchgeführt. Darin wurden mehrere Streckenvarianten (vgl. Abbildung 1) nach einer berlinweit einheitlichen Methodik geprüft und be-wertet. Dabei werden unterschiedliche Perspektiven berücksichtigt (Fahrgäste, Betrieb (BVG), Kommune, Allgemeinheit inkl. Umwelt). Im Ergebnis konnte die Variante 4 überzeugen: Hier wurden aus Sicht der Planer die unterschiedlichen Belange der Beteiligten am besten erfüllt.

Für die Strecke wurden verschiedene mögliche Trassenführungen untersucht und anhand eines umfangreich Kriterienkatalogs gemäß einer für Berlin einheitlichen Methodik bewertet. Die planerisch zu bevorzugende Variante verläuft entlang der Warschauer Straße, über die Oberbaumbrücke und Falckensteinstraße, quert den Görlitzer Park, verläuft weiter entlang der Glogauer Straße und Pannierstraße und biegt dann in die Sonnenallee ab. Die Endhaltestelle befindet sich im nördlichen Bereich des Hermannplatzes in der Urbanstraße. Die Gesamtlänge der Strecke beträgt vom Ende der Bestandsstrecke an der Warschauer Straße bis zur Endstelle am Hermannplatz ca. 2,9 km. Abbildung 2 zeigt den beschriebenen Verlauf.

Bildvergrößerung: Abbildung 2: Verlauf der planerisch zu bevorzugenden Variante,
Abbildung 2: Verlauf der planerisch zu bevorzugenden Variante,
Bild: VCDB (2021), Kartengrundlage: OpenStreetMap

Die skizzierte Strecke stellt den Verlauf der planerisch zu bevorzugenden Variante nach Abschluss der Grundlagenermittlung dar. Im Laufe der weiteren Planungsschritte können sich noch Änderungen ergeben.

Wie wird die neue Straßenbahnstrecke konkret aussehen?

Der Gleiskörper einer Straßenbahn nimmt eine ca. 6 bis 7 m breite Fläche in Anspruch. Wo dieser exakt liegen soll, ist noch nicht klar. Dazu bedarf es noch detaillierterer Untersuchungen, mit denen jetzt erst begonnen wird. Die in Abbildung 2 eingezeichnete Strecke stellt somit nur eine grobe Streckenführung dar. Moderne Straßenbahnstrecken bieten zahlreiche Möglichkeiten zur Integration in den Stadtraum, z.B. mit attraktivem Rasengleis oder weiteren Gestaltungselementen.

Wieviel wird die neue Straßenbahnstrecke kosten?

Die Kostenermittlung für Infrastrukturvorhaben ist bundeseinheitlich geregelt, da sie die Grundlage für Finanzierungsbeihilfen des Bundes bildet. Nach der Methode der standardisierten Bewertung ist die Verwendung eines einheitlichen Preisstandes – hier des Jahres 2006 – vorgegeben. Danach beläuft sich das Netto-Investitionsvolumen für die ca. 2,9 km lange Strecke auf ca. 61,6 Millionen Euro.

Stand der Planung

Das Ergebnis der umfassenden Untersuchung, die planerisch zu bevorzugende Trassenvariante, wurde als Grundlage eines Beschlusses im Berliner Senat vom 13.04.2021 herangezogen. Einen Kurzbericht mit den Ergebnissen können Sie hier herunterladen. Der Senat hat dabei der Umsetzung der Straßenbahnstrecke zugestimmt. Nun folgen weitere Planungsschritte (u. a. Vorplanung und Entwurfsplanung) und schließlich das Planfeststellungsverfahren, in dem der Trassenverlauf endgültig bestimmt wird. Anschließend kann mit der Baumaßnahme begonnen werden. Nach aktuellem Stand ist im Jahr 2028 mit der Inbetriebnahme zu rechnen.

Kurzbericht Straßenbahnverlängerung Hermannplatz

Variantenuntersuchung für eine Straßenbahnverlängerung vom S- und U-Bahnhof Warschauer Straße bis zum U-Bahnhof Hermannplatz

PDF-Dokument (4.5 MB)

Öffentlichkeitsbeteiligung

Die Dialogveranstaltung stellte eine frühe Öffentlichkeitsbeteiligung gemäß § 25 VwVfG dar. Sie fand am Donnerstag, 15.11.2018 statt.

Protokoll

PDF-Dokument (103.4 kB)

Fotos

PDF-Dokument (2.9 MB)

Präsentation

PDF-Dokument (4.8 MB)

Auswertung Beteiligung

In der Broschüre sind die Anregungen, Hinweise und Fragen aus dem Beteiligungsprozess sowie die Antworten der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz zusammengefasst.

PDF-Dokument (1.3 MB)