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Straßenbahnneubaustrecke Tangentialverbindung Pankow-Heinersdorf - Weißensee

Straßenbahn in der Rennbahnstraße
Bild: Planergemeinschaft für Stadt und Raum eG, Thomas Krahl

Hintergrund

Der größte Bevölkerungszuwachs innerhalb Berlins bis 2030 wird für den Bezirk Pankow erwartet. Somit entsteht eine absehbare Zunahme der Verkehrsnachfrage für den ÖPNV in tangentialer Richtung in den äußeren Ortsteilen Berlins. Diese erfordert eine bessere Verknüpfung, eine Beschleunigung und eine größere Kapazität. Die Bedeutung der Tangentialstrecke wird durch den bereits verzeichneten als auch den zu erwartenden Bevölkerungsanstieg sowie die Koalitionsver-einbarung 2016-2021 zusätzlich unterstützt.

Um das ÖPNV-Angebot im Berliner Nordostraum zwischen den Ortsteilen Pankow, Heinersdorf und Weißensee inklusive ihrer Entwicklungsgebiete zu verbessern, ist die Erweiterung des Straßenbahnnetzes durch eine Tangentialverbindung, ausgehend vom bisherigen Endpunkt der Straßenbahnlinien 12 und 27 am Pasedagplatz, vorgesehen.

Warum eine neue Straßenbahnstrecke?

Die geplante Straßenbahntangentialstrecke soll die Aufgabe übernehmen, die Netzlücke im vorhanden radialen Straßenbahnnetz im Nordosten Berlins zu schließen. Des Weiteren bildet sie außerhalb des Innenstadtrings eine sinnvolle Netzverknüpfung innerhalb eines aufkommensstarken Korridors und wäre geeignet, Weißensee sowohl mit dem Entwicklungsgebiet um das Pankower Tor als auch mit dem Pankower Zentrum attraktiv zu verbinden. Am S-Bahnhof Pankow-Heinersdorf wird eine weitere Netzverknüpfung mit der S-Bahn entstehen. Dadurch soll das ent-stehende Verkehrsaufkommen aus den Entwicklungsvorhaben möglichst umwelt-, stadt- und sozialverträglich abgewickelt werden.

Wie soll die Straßenbahn geführt werden?

Zur Erhöhung der Attraktivität des ÖPNV und dessen Anteil am Gesamtverkehrsaufkommen ist der Ausbau des Schienenverkehrsangebots zwischen den Ortsteilen Pankow, Heinersdorf und Wei-ßensee vorgesehen. Eine Straßenbahnstrecke hat sich hier als überzeugende Lösung herausge-stellt. Ihre Umsetzung hat der Senat am 13.04.2021 beschlossen.

Bildvergrößerung: Abbildung 1: Strecken der 2. Stufe zur Bestimmung der planerisch zu bevorzugenden Variante für die Trassenführung
Abbildung 1: Strecken der 2. Stufe zur Bestimmung der planerisch zu bevorzugenden Variante für die Trassenführung
Bild: INTRAPLAN (2020), Kartengrundlage: SenSW

Um zu ermitteln, welcher Verlauf für eine neue Straßenbahnstrecke am sinnvollsten ist, wurde von Mitte 2018 bis Anfang 2021 eine umfassende Untersuchung durchgeführt. Darin wurden mehrere Streckenvarianten (vgl. Abbildung 1) nach einer berlinweit einheitlichen Methodik geprüft und bewertet. Dabei werden unterschiedliche Perspektiven berücksichtigt (Fahrgäste, Betrieb (BVG), Kommune, Allgemeinheit inkl. Umwelt). Im Ergebnis konnte die Variante 4C überzeugen: Hier wurden aus Sicht der Planer die unterschiedlichen Belange der Beteiligten am besten erfüllt.

Die planerisch zu bevorzugende Variante verläuft in Verlängerung der bestehenden Linien 12 und 27 vom Pasedagplatz über Heinersdorf zum S- und U-Bahnhof Pankow. Entlang der Rennbahnstraße folgt sie ab Pasedagplatz weiter dem Verlauf der Straße bis zum Wischbergeweg. Von dort an folgt sie dem Verlauf der Romain-Rolland-Straße. Am Knotenpunkt Blankenburger Straße/Romain-Rolland-Straße wird die planerisch zu bevorzugende Trassenvariante der Straßenbahnverlängerung in den Blankenburger Süden (Erschließung des neuen Wohngebietes und Fortführung bis zum S-Bahnhof Blankenburg) gequert. Es bestehen Umsteigemöglichkeiten Richtung S-Bahnhof Blankenburg und S- + U-Bahnhof Alexanderplatz. Im weiteren Verlauf folgt die Neubaustrecke weiterhin der Romain-Rolland-Straße, passiert die bisherige Endstelle Heinersdorf, die Idunastraße und die Sleipnerstraße. Am Ende der Bebauung, an der Kolonie Nordland, zweigt die Strecke nach Westen in Richtung S-Bahnhof Pankow-Heinersdorf (mit Umsteigemöglichkeiten zu den dort verkehrenden S-Bahnlinien sowie zur Straßenbahnlinie 50) ab. Vor Erreichen des denkmalgeschützten Ensembles „Betriebswerk Pankow“ wird die Trasse nach Südwesten entlang des alten Lokschuppens und unter dem Brückenbauwerk der Prenzlauer Promenade hindurchgeführt. Nach der Unterquerung des Brückenbauwerks folgt die Trasse zunächst dem Verlauf der Stettiner Bahn in Richtung S und U-Bahnhof Pankow, bevor sie nach ca. 250 Metern Richtung Süden verschwenkt und anschließend parallel zur Granitzstraße bis zum S- und U-Bahnhof Pankow auf dem Entwicklungsgelände des Pankower Tors verläuft. Am S- und U-Bahnhof Pankow ist die Einbindung in die Bestandsstrecke der Straßenbahn vorgesehen. Abbildung 2 zeigt den beschriebenen Verlauf.

Bildvergrößerung: Abbildung 2: Verlauf der planerisch zu bevorzugenden Variante,
Abbildung 2: Verlauf der planerisch zu bevorzugenden Variante,
Bild: INTRAPLAN (2020), Kartengrundlage: SenSW

Die skizzierte Strecke stellt den Verlauf der planerisch zu bevorzugenden Variante nach Abschluss der Grundlagenermittlung dar. Im Laufe der weiteren Planungsschritte können sich noch Änderungen ergeben.

Wie wird die neue Straßenbahnstrecke konkret aussehen?

Der Gleiskörper einer Straßenbahn nimmt eine ca. 6 bis 7 m breite Fläche in Anspruch. Wo dieser exakt liegen soll, ist noch nicht klar. Dazu bedarf es noch detaillierterer Untersuchungen, mit denen jetzt erst begonnen wird. Die in Abbildung 2 eingezeichnete Strecke stellt somit nur eine grobe Streckenführung dar. Moderne Straßenbahnstrecken bieten zahlreiche Möglichkeiten zur Integration in den Stadtraum, z.B. mit attraktivem Rasengleis oder weiteren Gestaltungselementen.

Wieviel wird die neue Straßenbahnstrecke kosten?

Die Kostenermittlung für Infrastrukturvorhaben ist bundeseinheitlich geregelt, da sie die Grundlage für Finanzierungsbeihilfen des Bundes bildet. Nach der Methode der standardisierten Bewertung ist die Verwendung eines einheitlichen Preisstandes – hier des Jahres 2006 – vorgegeben. Danach beläuft sich das Netto-Investitionsvolumen für die ca. 5 km lange Strecke auf ca. 75,5 Millionen Euro.

Stand der Planung

Das Ergebnis der umfassenden Untersuchung, die planerisch zu bevorzugende Trassenvariante, wurde als Grundlage eines Beschlusses im Berliner Senat vom 13.04.2021 herangezogen. Einen Kurzbericht mit den Ergebnissen können Sie hier herunterladen. Der Senat hat dabei der Umsetzung der Straßenbahnstrecke zugestimmt. Nun folgen weitere Planungsschritte (u. a. Vorplanung und Entwurfsplanung) und schließlich das Planfeststellungsverfahren, in dem der Trassenverlauf endgültig bestimmt wird. Anschließend kann mit der Baumaßnahme begonnen werden. Nach aktuellem Stand ist im Jahr 2028 mit der Inbetriebnahme zu rechnen.

Grundlagenermittlung Straßenbahnneubaustrecke Tangentialverbindung Pankow-Heinersdorf - Weißensee

PDF-Dokument (7.7 MB)

Öffentlichkeitsbeteiligung

Die Dialogveranstaltung stellt eine frühe Öffentlichkeitsbeteiligung gemäß §25 VwVfG dar. Sie fand am Mittwoch, 07.11.2018 statt.

Protokoll

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Fotos

PDF-Dokument (3.5 MB)

Präsentation

PDF-Dokument (4.7 MB)

Auswertung der Beteiligung

In folgender Broschüre sind die Anregungen, Hinweise und Fragen aus dem Beteiligungsprozess sowie die Antworten der SenUVK zusammengefasst.

PDF-Dokument (3.6 MB)