Ersatzneubau der Waldbacher-Weg-Brücke

Waldbacher-Weg-Brücke im September 2018
Waldbacher-Weg-Brücke im September 2018
Bild: SenUVK

Die Fußgängerbrücke Waldbacher-Weg überführt Bahnanlagen der Deutschen Bahn AG im Bezirk Marzahn-Hellersdorf.

Die Bestandsbrücke von 1979 wurde als temporäre Behelfskonstruktion in Verlängerung des Waldbacher Weges von der Deutschen Reichsbahn gebaut.
Seit der Teilung des Wohngebietes nahe des S-Bahnhofs Biesdorf durch die Bahnstrecke ist die Brücke die einzige Füßgängerverbindung zwischen den zwei Siedlungsteilen. Insbesondere die Anbindung des östlich gelegenen Siedlungsteils an das westlich gelegene Otto-Nagel-Gymnasium ist von großer Bedeutung.

Die im Dezember 2018 begonnene Baumaßnahme wurde mit einer Bauzeit von 20 Monaten zum 13.08.2020 fertiggestellt.
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Waldbacher-Weg-Brücke im Juli 2020 (Barrierefreier Ersatzneubau mit den anschließenden Rampenbauwerken West und Ost)
Bild: SenUVK
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Das Vorhaben

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Visualisierung des Ersatzneubaus
Bild: Kirste Ingenieure GmbH

Zustand der alten Brücke

Im Zuge der turnusmäßig stattfindenden Bauwerksprüfungen am Bestandsbauwerk sind umfangreiche Schäden festgestellt worden, die einen Neubau der Brücke erforderlich machten.
Nach der letzten Bauwerksprüfung im Jahr 2017 errechnete sich eine Zustandsnote von 3,0 für die Brücke. Gemäß DIN 1076 definiert sich die Zustandsnote 3,0 bis 3,4 als “nicht ausreichender Zustand”. Aufgrund des Bauwerkszustands und der nicht gegebenen Barrierefreiheit der zum Bauwerk führenden Rampen wurde die Planung für einen Ersatzneubau als Fußgängerbrücke veranlasst.

Der Ersatzneubau

Das neue Bauwerk wird als Fußgängerbrücke barrierefrei, für die Nutzung von Geh- und Sichtbehinderten sowie Rollstuhlfahrern, errichtet. Die Breiten der Rampen zur Brücke sowie die nutzbare Breite auf der Brücke betragen 3,00 Meter.
Dabei wird der Ersatzneubau in einer circa 50 Meter nördlicher zum Bestandbauwerk gelegenen Achse in Verlängerung des Waldbacher Weges samt Rampen- und Böschungskörper hergestellt.

Die Umsetzung des Bauvorhabens erfolgt in fünf Bauabschnitten:

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1. Bauabschnitt
Bild: Kirste Ingenieure GmbH

1. Bauabschnitt

Zunächst erfolgt die Herstellung der Baufreiheit und der Baustelleneinrichtung.
Dafür sind Baumfäll- und Rodungsarbeiten sowie das Abräumen des Baufeldes erforderlich.

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2. Bauabschnitt
Bild: Kirste Ingenieure GmbH

2. Bauabschnitt

Mit dem zweiten Bauabschnitt beginnt die Ausführung des Ersatzneubaus. Die Herstellung der Brückenwiderlager erfolgt im Schutze von Baugruben- und Böschungsbereichen. Anschließend wird die Herstellung der barrierefreien Rampen einschließlich Wege- und Treppenbau realisiert. Im Rahmen einer mehrtägigen Gleissperrung wird der Überbau in Verbund-Fertigteil-Bauweise montiert. Die Arbeiten erfolgen unter Aufrechterhaltung des Fußverkehrs über die Bestandsbrücke.

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3. Bauabschnitt
Bild: Kirste Ingenieure GmbH

3. Bauabschnitt

Der Ersatzneubau erhält eine provisorische Anbindung an die Schulstraße. Nach Fertigstellung wird der Fußverkehr über den Neubau geführt.

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4. Bauabschnitt
Bild: Kirste Ingenieure GmbH

4. Bauabschnitt

Im Rahmen einer mehrtägigen Gleissperrung wird das Bestandsbauwerk abgerissen. Darauffolgend werden die angrenzenden Rampen entsiegelt und rückgebaut. Die Arbeiten erfolgen unter Aufrechterhaltung des Fußverkehrs.

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5. Bauabschnitt
Bild: Kirste Ingenieure GmbH

5. Bauabschnitt

Im fünften Bauabschnitt wird die östliche Rampe und somit die Barrierefreiheit des Ersatzneubaus fertiggestellt. Ferner wird die dauerhafte Anbindung an die Schulstraße realisiert und die neugewonnene Fläche als Schulhoferweiterung an das Otto-Nagel-Gymnasium übergeben. Mit Abschluss der Begrünungs- und Restarbeiten wird das Vorhaben beendet.

Verkehrsführung

Die Verkehrsführung ist in den vorab beschriebenen Bauabschnitten erläutert.

Der Bau

(auszugsweise im Jahr 2020)

Baustellenfotos

zur Bildergalerie

Stand Juli 2020:

Im Juli wurde die temporäre Behelfstreppe abgebaut und mit Hochdruck auf die Baufertigstellung zum 13.08.2020 hingearbeitet.

Stand Juni 2020:

Im Juni erfolgten unter anderem die Asphaltarbeiten auf den Rampen und entlang der Zuwegung zur Schulstraße. Weiter wird das Regenrückhaltebecken auf der Ostseite hergestellt.

Stand Mai 2020:

Während die Begrünung der Westrampe bereits anwächst und der Treppen-, Geländer- und Lichtmastaufbau hier nahezu abgeschlossen ist, wurde auch die östliche Rampe im Erd- und Fundamentbau fertiggestellt.

Stand April 2020:

Im April wurden die Geländer auf der Westrampe montiert. Weiter wurde mit den Leistungen zur Herstellung der Zuwegung zur Schulstraße, der Herstellung der Regenrückhaltebecken und der Profilierung der neuen Schulhoffläche begonnen.

Stand März 2020:

Auf der Westseite sind die Schrammborde und Geländerfundamente in den Rampenkörper eingebracht worden. Anschließend wurde die Schottertragschicht für den anschließenden Asphaltbau eingebracht und mit den Arbeiten zur Herstellung der Freitreppen begonnen.

Stand Februar 2020:

Auf der Westseite werden die vorgefertigten Geländerfundamente in die zuvor hergestellten Einbringhilfen eingelassen und zusammen mit dem Schrammbordverlauf ausgerichtet. Neben der Fortführung der Erdbauarbeiten auf der Ostseite wird die Bestandsrampe West der bereits abgerissenen Bestandsbrücke abgetragen und das Gelände neu profiliert.

Stand Januar 2020:

Auf der Westseite ist der Einbau der kunststoffbewehrten Erde einschließlich der Einbringhilfen für die Geländerfundamente innerhalb des Rampenkörpers nahezu abgeschlossen. Gleichzeitig beginnen die Erdbauleistungen zur Herstellung der Rampe Ost.

Zahlen und Daten

Bauwerksdaten des Ersatzneubaus

  • Bauart

    Verbundbauweise

  • Gesamtlänge zwischen Endauflagern ( ⊥ / < )

    31,75 m / 38,91 m

  • Lichte Weite zwischen Widerlagern ( ⊥ / < )

    28,86 m / 35,36 m

  • Kleinste lichte Höhe

    6,40 m

  • Kreuzungswinkel

    57,86 gon

  • Breite zwischen den Geländern

    3,38 m

  • Brückenfläche

    131,52 m²

Wesentliche Bauleistungen

  • Stahlüberbau herstellen

    ca. 60 t

  • Stahlbeton herstellen

    ca. 437 m³

  • Stahlgeländer einbauen

    ca. 533 m

  • Erdstoff einbauen

    ca. 3.037 m³

  • Asphaltbefestigung herstellen

    ca. 1.128 m²

  • Erdstoff ausheben

    ca. 3.141 m³

  • Stahlgitterzaun herstellen

    ca. 280 m

  • Beleuchtungsanlagen herstellen

    ca. 20 Stück

  • Baugrube herstellen

    ca. 1.189 m³

  • Bordsteine setzen

    ca. 624 m

  • Geogitter einbauen

    ca. 3.898 m²

  • Kabelgraben ausschachten

    ca. 500 m

  • Abbruch Stahlkonstruktion (Überbau / Pfeiler)

    ca. 24 t

  • Abbruch Stahlbeton (Unterbau)

    ca. 159 m³

  • Asphaltbefestigung Rad-/ Gehweg aufnehmen

    ca. 733 m²

Bauzeit

  • Ausführungszeitraum

    20 Monate

Gesamtkosten

  • Gesamtkosten für das Land Berlin

    3,6 Mio. Euro