Ersatzneubau der Schiffbauerdammbrücke

Schiffbauerdammbrücke vor Beginn der Baumaßnahmen
Schiffbauerdammbrücke vor Beginn der Baumaßnahmen
Bild: SenUVK

Ausführungsphase

Die Schiffbauerdammbrücke (Stadtbezirk Mitte) überführt den Schiffbauerdamm über die Panke (Südpanke), die anschließend in die Spree mündet. Aufgrund des kritischen Zustands des Brückenbauwerks ist ein Ersatzneubau geplant.

Der Ersatzneubau besteht aus einem Brückenbauwerk (Einmündungsbauwerk) an der Spree im Bereich des südlichen Gehweges mit einer lichten Weite von ca. 2,50 m und einer Breite von ca. 4 m sowie einer anschließenden Verrohrung der Südpanke auf einer Länge von ca. 11 m als Fertigteil-Eiprofilkanal mit Anschluss an den bestehenden gemauerten Eiprofilkanal 1000/1500. Aufgrund der Bedeutung der Panke für Berlin ist aus Denkmalschutzgründen der Auslaufbereich als Rahmenbauwerk zu gestalten.

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Das Vorhaben

Bildvergrößerung: Visualisierung: Ersatzneubau der Schiffbauerdammbrücke
Visualisierung: Ersatzneubau der Schiffbauerdammbrücke
Bild: BDC Dorsch Consult Ingenieurgesellschaft mbH

Zustand der alten Brücke

Die Schiffbauerdammbrücke wurde im Jahr 1913 hergestellt. Bei den im Laufe der Baugeschichte stattfindenden Bauwerksprüfungen sind umfangreiche Schäden, insbesondere an den Stahlträgern des Überbaus und an den Unterbauten aus Natursteinen festgestellt worden, welche die Standsicherheit der Brücke und damit auch die Verkehrssicherheit und Dauerhaftigkeit nachhaltig beeinträchtigen.

Nach der letzten Bauwerksprüfung im Jahr 2017 errechnete sich eine Zustandsnote von 3,0 für die Brücke. Gemäß DIN 1076 definiert sich die Zustandsnote 3,0 bis 3,4 als „nicht ausreichender Zustand“. Aufgrund des Bauwerkszustands wurde ein Ersatzneubau veranlasst.

Der Ersatzneubau

Der Ersatzneubau der Brücke ist nur im Bereich des südlichen Gehweges als Brückenbauwerk herzustellen. Die Überbaudicke beträgt insgesamt min. 0,40 m. Die Dicke wurde unter der Belastung von Fußgängerverkehr und der Berücksichtigung von Dienstfahrzeugen auf der Brücke gewählt. Der Bereich zwischen dem Ersatzneubau und dem bestehenden Eiprofilkanal ist ein neues Kanalbauwerk, ebenfalls als Eiprofil ausführend, mit 2 Schachtbauwerken herzustellen.

Bildvergrößerung: Visualisierung: Bauphase der Schiffbauerdammbrücke
Visualisierung: Bauphase der Schiffbauerdammbrücke
Bild: BDC Dorsch Consult Ingenieurgesellschaft mbH

Der Bauablauf gliedert sich im Wesentlichen wie folgt:

1. – 2. Bauphase
Nach vorheriger Herstellung der Baufreiheit und der Baustelleneinrichtung erfolgt die Ausführung des Ersatzneubaus. Zunächst wird eine wasserdichte Baugrube hergestellt. Hierfür werden der Gehweg- und Straßenaufbau abgebrochen, Träger für die Trägerbohlwand ins Erdreich eingebracht und die Hochdruckinjektion unter der Stirnwand hergestellt. Es erfolgen der schrittweise Abbruch des Überbaues, sowie das Einbringen der Spundwände. Die Umlegung der Panke erfolgt mit Hilfe von Pumpen

3. – 5. Bauphase
In den Bauphasen 3 – 5 wird die Baugrube fertiggestellt und die Unterwasserbetonsohle mit einer Dicke von ca. 2,50 m eingebracht

6. – 7. Bauphase
Nach weiteren Arbeitsschritten, wie das Kürzen von Spundbohlen, das Herstellen der Abschlusswand, wird der Überbau hergestellt, gefolgt vom Einbau der Schächte und des Kanals. Die Zwischenräume Spundwand/Schacht und Spundwand/Kanal werden mit Beton gefüllt. Es erfolgt eine Bauwerkshinterfüllung, sowie eine Auffüllung des Kanals. Die zur Bausicherung erstellte Trägerbohlwand wird zurückgebaut.

8. Bauphase
Abschließend werden Anpassungsarbeiten ausgeführt, der Gehweg- und Straßenaufbau wiederhergestellt und Borde gesetzt.

Der Bau

Mitte Juli 2019 konnte nach Fertigstellung der Arbeiten der Berliner Wasserbetriebe mit dem Bau der Brücke begonnen werden. Nach der Baufeldfreimachung wurde festgestellt, dass die Leitungen anders lagen als in der Planung angenommen. Aus diesem Grund waren umfangreiche Leitungsumverlegungsarbeiten notwendig, um weiter bauen zu können. Nach der Fertigstellung der Leitungsarbeiten wurde nun mit dem Bau der Brücke und des Kanals begonnen. Bis zum Ende des Jahres wurde die Panke umgeleitet, der Überbau der Brücke abgebrochen und die Baugrube verfüllt.

Anschließend wurden im Bereich der Spundwandachsen Austausch- und Lockerungsbohrungen durchgeführt und mit dem Einbau der Spundwand begonnen.

Im ersten Quartal 2020 wurden die HDI- Körper eingebracht und die Baugrube ausgehoben.

Anschließend wurde die Unterwasserbetonsohle hergestellt. Im II. Quartal wurden die Schächte und der neue Ei-Profilkanal hergestellt. Weiterhin hat man mit dem Bau der Kopfbalken begonnen.

Aufgrund der umfangreichen Leitungsumverlegungen zu Beginn der Maßnahme kommt es auch zum Ende wieder zu erheblichem Rückbau der umverlegten Leitungen. Es wird davon ausgegangen, dass die Maßnahme im III. Quartal beendet ist.

Baustellenfotos

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Verkehrsführung

Die Kreuzung Schiffbauerdamm / Bertolt-Brecht-Platz ist während der Bauarbeiten vollgesperrt. Es gibt lediglich einen Gehweg entlang des Schiffbauerdamms. Sowohl der Radverkehr als und auch der Fahrzeugverkehr wird umgeleitet.

Verkehrsführung während der Bauarbeiten
Verkehrsführung während der Bauarbeiten
Bild: SenUVK

Zahlen und Daten

Bauwerksdaten des Ersatzneubaus

  • Bauwerkssystem

    Rahmenkonstruktion

  • Querschnitt des Überbaus

    Platte, schlaff bewehrt

  • Konstruktionshöhe Platte

    0,40 m

  • Bauart

    Stahlbeton

  • Gesamtlänge zwischen Endauflagern ( ⊥ / < )

    2,58 m / 2,58 m

  • Lichte Weite zwischen Widerlagern ( ⊥ )

    2,27 m / 1,83 m (Kopfbalken)

  • Kleinste lichte Höhe

    ≥ 1,59 m

  • Kreuzungswinkel

    100 gon

  • Brückenfläche

    7,20 m²

Gesamtkosten

  • Baukosten

    ca. 2,7 Mio. Euro