A 100 – 16. Bauabschnitt: Anschlussstelle (AS) Neukölln bis AS Am Treptower Park

Bildvergrößerung: Visualisierung der fertiggestellten Autobahn 100
Visualisierung der fertiggestellten Autobahn 100
Bild: SenUVK / Visualisierung: Arbeitsgemeinschaft SRB-Stadtring Berlin

Ausführungsphase

Die A 100 wächst mit dem jetzt im Bau befindlichen 16. Bau­abschnitt um ein weiteres 3,2 km langes Teilstück, das vom Autobahn­dreieck Neukölln bis zur Anschluss­stelle am Treptower Park führt und über insgesamt drei Anschluss­stellen verfügt. Die Trasse verläuft auf 386 Metern im Tunnel (Grenzallee) und auf ca. 2,3 Kilometern in einem bis zu sieben Meter tiefen Trog.

Nach Fertig­stellung der A 100 sind die östlichen Bezirke Berlins besser an den mittleren Straßen­ring und an die A 113 angebunden. Die Erreichbar­keit des Flughafens Berlin Brandenburg und des Wissenschafts­standorts Adlershof sowie die weiträumigen Verbindungen nach Dresden, Cottbus und Frankfurt/Oder werden dadurch wesentlich verbessert.

Die Bundes­autobahn A 100 stellt eine der Hauptverkehrs­adern für das Fern-, Regional- und Stadt­straßennetz der Haupt­stadt Berlin dar und kann somit zurecht als “Ein Stück Berlin” bezeichnet werden.

Das städtische Hauptverkehrs­straßen­netz wird über drei Anschluss­stellen (Grenzallee, Sonnenallee und Am Treptower Park) an den neuen Autobahn­abschnitt angebunden.

i-Punkt – Informationen vor Ort

Der Informations­raum (i-Punkt) in der Sonnen­allee 255, 12057 Berlin bleibt bis auf weiteres geschlossen. Wir bitten um Ihr Verständnis.
MAP loading ...
Stadtplan Berlin.de

Das Vorhaben

Bildvergrößerung: Visualisierung des künftigen Streckenverlaufs der A100
Visualisierung des künftigen Streckenverlaufs der A100
Bild: SenUVK/Arge SRB

Die Trasse verläuft auf 385 Metern im Tunnel (Grenzallee) und auf ca. 2,3 Kilometern in bis zu sieben Meter tiefer Troglage. Es werden bis zu sechs Meter hohe Lärmschutz­wände errichtet und zusätzlich ein lärm­optimierter Asphalt (sogenannter Flüster­asphalt) verwendet.

Diese Maßnahmen führen dazu, dass an fast allen Gebäude­fassaden die Immissions­grenzwerte eingehalten werden. Wo dies nicht der Fall ist, werden Ansprüche auf passiven Schallschutz erfüllt.

Während der Bauzeit sind Biotop­schutz­zäune für angrenzende Flora und Fauna sowie Schutz­zäune und Laich­gewässer zur Sicherung der Amphibien­bestände vorgesehen.

Grundsätze der Bau­planung sind die Minimierung der beanspruchten unversiegelten Flächen, die Sicherung des Ober­bodens in Deponien und die Verhinderung von Schadstoff­belastungen für das Grundwasser.

Die Eingriffe in die Umwelt werden nach Möglichkeit in der unmittel­baren Umgebung ausge­glichen. Dazu gehören der Trassen begleitende Grünzug, die parkartige Begrünung der Tunnel­decke, die Grün­verbindung Görlitzer Bahndamm, die Begrünung der Lärmschutz­wände sowie die Neupflanzung von ca. 650 Bäumen.

Parallel zur Autobahn wird künftig ein Betriebsweg verlaufen, der auf ganzer Länge von Radfahrern und Fußgängern genutzt werden kann.

Wie auf den anderen Abschnitten der A 100 wird die Höchst­geschwindig­keit 80 km/h betragen. Es werden drei Fahr­spuren und ein durchgehender Stand­streifen pro Richtung gebaut.

Der Bau

Der 16. Bauabschnitt der A100 verläuft vom Autobahndreieck Neukölln bis zur Anschlussstelle Am Treptower Park. Nachdem im Herbst 2012 Baurecht vorlag, stellte der Bund mit Mitteln seines zweiten Infrastrukturbeschleunigungsprogrammes (IBP II) die Weichen für einen schnellen Baubeginn. Der erste Spatenstich erfolgte im Mai 2013.

Das übergeordnete Berliner Straßennetz ist als Radial- und Ringsystem ausgelegt. Im Westen der Stadt ist mit der Autobahn ein mittlerer Straßenring vorhanden, der die Innenstadt vom Durchgangsverkehr entlastet. In den östlichen Bezirken ist das Straßennetz vorrangig radial auf das Stadtzentrum ausgerichtet. Durch die Autobahnverlängerung wird auch im Südosten der übergeordnete Verkehr zugunsten der Entlastung der dortigen Stadtstraßen gebündelt. Projektziel ist die bessere, direkte Anbindung der östlichen Bezirke an das Bundesautobahnnetz, mit gleichzeitiger Entlastung der Stadtstraßen.

Visualisierungen zu den einzelnen Losen

zur Bildergalerie

Projektstruktur- und Projektorganisation

Zur Umsetzung der interdisziplinären Ingenieur-, Gutachter-, Steuerungs- und Planungsleistungen sowie der komplexen Tiefbau-, Ingenieurbau-, Straßenbau- und sonstiger Bauleistungen müssen eine Vielzahl an Verträgen erarbeiten, ausgeschrieben, beauftragt und ausgeführt werden.

Die Baumaßnahme ist in Längsrichtung in mehrere Abschnitte aufgeteilt, deren Herstellungsreihenfolge unter Berücksichtigung verschiedener baulogistischer und bautechnischer Randbedingungen definiert wurde.

Aktueller Stand der Bauarbeiten

Bildvergrößerung: Trassenverlauf
Trassenverlauf

Im Bereich des Trassenverlaufs auf Höhe der Grenzallee finden die ausstehenden Straßenbauarbeiten zur vollständigen Wiederherstellung der Grenzallee statt. Hierzu werden umfangreiche Bauarbeiten von verschiedenen Leitungsbetrieben ausgeführt. Durch die Sperrung der Neuköllnischen Allee konnte die erforderliche Baufreiheit zur Herstellung eines weiteren Baudocks geschaffen werden, welches zwischenzeitlich bereits trockengelegt wurde. Die komplexen Arbeiten zum letzten Tunnelabschnitt des späteren 385 m langen Tunnel Grenzallee konnten somit begonnen werden. Der Rohbau der späteren Autobahntrasse zwischen Neuköllnische Allee und Kiefholzstraße ist fertiggestellt.

Aktuell wird mit einem europaweiten Ausschreibungs- und Vergabeverfahren ein geeignetes Bauunternehmen gesucht, welches ab Anfang 2021 mit den umfangreichen Straßenbauarbeiten beginnen soll. In mehreren Arbeitsschritten werden bereits 14 von insgesamt 22 Verkehrszeichenbrücken des späteren Autobahnabschnittes in einem Berliner Werk hergestellt und noch in diesem Jahr auf der Baustelle montiert. Auch im Bereich der Kiefholzstraße finden die letzten Ingenieurbauarbeiten zur Herstellung des wasserdichten Trogbauwerkes statt, sodass auch in diesem Abschnitt im nächsten Jahr mit Bauleistungen aus den Bereichen Leitungs-, Straßen- und Tiefbau begonnen werden kann.

Mit dem Abschluss eines weiteren Vergabeverfahrens konnten die komplexen Bauleistungen zum Umbau der späteren Anschlussstelle Am Treptower Park vergeben werden. Die sehr kleinteiligen und in mehreren Bauphasen auszuführenden Leistungen sollen noch in diesem Jahr beginnen. Auch in diesem Bereich müssen eine Vielzahl an bestehenden Leitungen der verschiedenen Versorgungsbetriebe erneuert, umverlegt und angepasst werden. Besonders die verschiedenen Bauzustände und Anpassungen an die Verkehrsführung sowie die Koordination mit anderen Baumaßnahmen stellt hierbei eine große Aufgabe dar.

Auch im Bereich der geplanten Ringbahnquerung ging es in den letzten Monaten planungsseitig voran. Hier konnten zwischenzeitlich die erforderlichen Planungs- und Genehmigungsprozesse weitestgehend abgeschlossen werden, sodass noch in diesem Jahr mit einem Ausschreibungsverfahren für die interdisziplinären Aufgaben begonnen werden kann. Parallel werden die festgeschriebenen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen an verschiedenen Orten innerhalb Berlins weiter umgesetzt, fertig gestellt und gepflegt.

Im Bereich der Grenzallee, der Dieselstraße und der Kiefholzstraße, befinden sich die späteren Betriebsgebäude des 16. Bauabschnitts. Auch an diesen Standorten haben die ersten Bauarbeiten zu den Techniklosen begonnen.

Baustellenfotos

zur Bildergalerie

Zentrales Wassermanagement

Bildvergrößerung: Blaue Leitungstrasse an der Sonnenallee
Blaue Leitungstrasse an der Sonnenallee
Bild: SenUVK

Über die gesamte Strecke der zukünftigen Autobahn verlaufen weiterhin die blauen Leitungen des zentralen Wassermanagements, welche die letzten Baudocks mit Kompensations-, Lenz- und Restwasser versorgen.

Verkehrsführung

Um den Tunnelbau in Richtung Norden weiterzuführen, ist die Neuköllnische Allee seit Februar 2019 im Bereich der späteren Trasse zwischen der Kreuzung Grenzallee/Neuköllnische Allee und der Zufahrt zum DHL-Postverteilerzentrum für voraussichtlich vier Jahre gesperrt. Für den Fußgänger- und Radfahrverkehr stehen eine provisorische Rad- und Gehwegbrücke zur Verfügung.

Eine Umleitungsstrecke über die Lahnstraße, Naumburger Straße und Grenzallee ist ausgewiesen.

Übersichtsplan Umleitung West
Übersichtsplan Umleitung West
Bild: SenUVK

Übersichtsplan Umleitung West

PDF-Dokument (351.6 kB)

Übersichtsplan Fußgängerbrücke
Übersichtsplan Fußgängerbrücke
Bild: SenUVK

Übersichtsplan Fußgängerbrücke

GIF-Dokument (127.7 kB)

Zahlen und Daten

Parameter

  • Baulänge 3.170 m, davon 400 m achtstreifig und 2.770 m sechsstreifiger Ausbau
  • Regelquerschnitt Trog und Tunnel mit beidseitigen Standstreifen und Notgehwegen
  • zugelassene Geschwindigkeit 80 km/h, im Autobahndreieck (AD) Neukölln 60 km/h
  • betriebs- und verkehrstechnische Ausstattung
  • parallel zur Autobahn geführter Betriebsweg kann durchgängig von Radfahrern und Fußgängern genutzt werden

Bauwerke

  • Tunnel Grenzallee (TGR) Länge 385 m, Querschnitt 39,10 m (achtstreifig)
  • Trogstrecke Länge 2.250 m, Querschnitt 31,00 m (sechsstreifig)
  • 7 neue Kreuzungsbauwerke im Zuge von Stadtstraßen und Gleisen
  • 22 Verkehrszeichenbrücken
  • Betriebsgebäude, Stauräume und Regenwasserbehandlungsanlagen

Verkehrsanlage

  • Troglage aufgrund der kreuzenden Bahn- und Straßendämme

Anschlussstellen

  • Halbanschlussstelle (HAS) Grenzallee (nur Fahrtrichtung A 113)
  • Anschlussstelle (AS) Sonnenallee
  • Anschlussstelle (AS) Am Treptower Park (nur südliche Rampen)

Baukosten und Bauzeit

  • ca. 613 Mio. Euro
  • 2013 bis 2024

Bauherr und Finanzierung

  • Bundesrepublik Deutschland für die Bau- und Grunderwerbskosten
  • Land Berlin für die Planungskosten