Ideenwettbewerb Lebensmittelrettung

Eine Aktion im Rahmen der Zero Waste Strategie des Landes Berlin

Biotonne in Wohnanlagen

Lebensmittelabfälle vermeiden, bedeutet Klimaschutz! Immer noch landen zu viele Lebensmittel im Müll. Laut Studienergebnissen der Dienstleistungszentren Ländlicher Raum (DLR) wirft jede*r Bundesbürger*in im Durchschnitt 81,6 kg Lebensmittel pro Jahr weg – wertvolle Ressourcen, die unnötig verschwendet werden. Denn: über die Hälfte dieser Lebensmittel wäre noch einwandfrei genießbar. Das entspricht einem Wert von jährlich 235 Euro pro Person oder 940 Euro pro 4-Personenhaushalt. Umgerechnet auf Berlin werden pro Jahr Lebensmittel im Wert von rund 1 Milliarde Euro unnötig vernichtet. Wir verschwenden dabei nicht nur die Lebensmittel selbst, sondern auch zur Herstellung benötigtes Wasser und Ackerfläche sowie Treibstoff und Verpackungsmaterial, wodurch unsere Umwelt unnötig belastet wird. Es lohnt sich also, die Menge der eigenen Lebensmittelabfälle zu reduzieren. Die Stadt Berlin hat sich mit dem im Abfallwirtschaftskonzept 2020 bis 2030 beschlossenen „Aktionsplan Zero Waste“ unter anderem zum Ziel gesetzt, Strukturen zu stärken und auszubauen, die zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen beitragen.

Ideenwettbewerb 2021 – darum ging’s: Ihren besten Tipp zur Lebensmittelrettung

Gemeinsam Klima und Umwelt schützen: Im diesjährigen Ideenwettbewerb ging es darum, die Nachhaltigkeitsziele der Stadt Berlin mit einer eigenen Idee zu unterstützen!
Egal, ob Einzelperson oder Team, mitmachen konnte jede*r mit kreativen Vorschlägen, die zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen beitragen. Willkommen waren sowohl Ideen, die bereits im Alltag umgesetzt werden als auch Ideen, zu denen dieser Aufruf inspirierte – egal ob Resteverwertungs-Rezept, Ideen zum länger haltbar machen von Lebensmitteln oder Tipps, um schon beim Einkaufen „Lebensmittel zu retten“ – die Teilnehmenden konnten Ihrer Kreativität freien Lauf lassen.
Wichtig war, dass sich die Ideen mit dem Thema auseinandersetzte, wie Lebensmittelverschwendung reduziert werden kann.

Die Gewinner*innen 2021:

Wir bedanken uns für die zahlreichen, wertvollen und kreativen Einsendungen!
Die Jury bewertete die Ideen nach

  • Kreativität, Originalität und Innovation,
  • Umsetzbarkeit,
  • Beitrag zur Abfallvermeidung/ Lebensmittelrettung sowie
  • Kompatibilität mit dem Aufruf des Ideenwettbewerbs.

Wir freuen uns über folgende Gewinner*innen:

Platz 1: Ingrid Wolf, Idee: “Essbar” – Das Foodsharing Café

Mithilfe eines Foodsharing-Cafés soll der Gedanke des nachhaltigen Umgangs mit Lebensmitteln in die Stadt Berlin getragen werden. Dies soll nicht nur über die Zubereitung geretteter Lebensmittel erfolgen, mit denen Besucher*innen in dem Café kostenlos bewirtet werden. Auch Gespräche und Vorträge, Infostände und Workshops sollen in den Räumlichkeiten des Cafés stattfinden können und die Menschen zu einem ressourcenschonenden Umgang mit Lebensmitteln sensibilisieren. Die Beschaffung der geretteten Lebensmittel wird hierbei über die internationale Initiative foodsharing erfolgen.

Platz 2 – zweimal vergeben:

Lisa Shoemaker, Idee: Resteverwertungs-Workshops für Kochlehrer*innen

Um Kochlehrer*innen zu Multiplikator*innen für einen ressourcenschonenden Umgang mit Lebensmitteln auszubilden, sollen Institutionen, wie z. B. die Volkshochschule, passende Workshops anbieten. Diese sollen vermitteln, wie Lebensmittelreste vermieden werden können oder welche “Reste” wie etwa Gemüseschalen und -blätter kreativ und lecker ins Menü integriert werden können.

Simon Herdegen, Idee: Sensibilisierung durch bedruckte Mehrwegtragetaschen

Mehrwegtragetaschen sollen als Informations-Fläche genutzt werden, um das Thema Lebensmittelverschwendung konkreter greifbar zu machen. Um den Konsument*innen das generelle Ausmaß von Lebensmittelverschwendung und auch den eigenen Anteil innerhalb der Problematik zu verdeutlichen, sollen schnell erfassbare Grafiken und/oder Sprüche auf die Mehrwegtragetaschen gedruckt werden, die das Thema eingängig abbilden. Die Präsenz der Thematik würde sich somit auch auf dessen Stellenwert in der öffentlichen Debatte auswirken.

Platz 3: Canan Kinali, Idee: Patchwork-Bakery

Die Patchwork-Bakery versteht sich als Bewegung, die von Canan Kinali und ihren zwei Kindern Yonca und Mert gestartet wurde. Mit traditionellen (türkischen) Gerichten, die sie aus Lebensmittelresten zubereiten, schlagen sie eine Brücke zwischen Althergebrachtem und der innovativen Kreation neuer, nachhaltiger Rezepte. Um diese umzusetzen werden Lebensmittel(-reste), Rezepte und Tipps zur Rettung von Lebensmitteln geteilt und gemeinsam gegessen. Kurz: Canan Kinali “übersetzt” das Foodsharing-Prinzip und bringt dieses auf eigene Art und Weise in die türkische Community ihres Kiezes.

Platz 4 – zweimal vergeben:

Stefanie Bauling, Idee: Kühlschrankscanner-App

Die Idee widmet sich der verbreiteten Problematik, dass viele Menschen Schwierigkeiten haben, den Inhalt ihres Kühlschranks zu organisieren und somit häufig die Haltbarkeit von Lebensmitteln verpassen, die dann unnötig im Abfall landen. Eine Kühlschrankscanner-App, die die Haltbarkeitsdaten von Lebensmitteln erfassen kann, könnte den Verbraucher*innen Vorschläge für die Reihenfolge des Verbrauchs zusammen mit passenden Rezeptideen anzeigen. Eine Warnfunktion, die die Mindesthaltbarkeitsdaten der Lebensmittel nach einem Ampelsystem anzeigt, könnte zusätzlich als Unterstützung zur rechtzeitigen Verwertung der Lebensmittel dienen.

Kirsa Aye, Idee: MHD-App

Die Idee setzt an derselben Stelle an, wie die der Kühlschrankscanner-App: Die MHD-App soll Menschen dabei unterstützen, mehr Transparenz hinsichtlich der Haltbarkeit ihrer Lebensmittel zu erhalten. Dies kann gelingen, indem das MHD der eingekauften Lebensmittel eingescannt wird und anschließend eine App Informationen sowie Erinnerungen zum Verbrauch dieser Lebensmittel generiert. Auch soll die App Wissen bereitstellen, welche Bestandteile von Lebensmitteln, wie etwa Blätter und Schalen von Gemüse, ess- und zubereitbar sind.

Platz 5: Sarah Lück, Idee: Marmelade aus übriggebliebenem Schulkantinenobst

Mit dem Projekt “Marmelade für einen guten Zweck” soll übrig gebliebenes Obst aus der Schulmensa gerettet und für einen guten Zweck weiterverarbeitet werden. Hierfür würde eine Arbeitsgruppe aus Schüler*innen und Lehrer*innen gegründet werden, die wöchentlich anfallende Obstreste in der Lehrküche zu Marmelade verkocht und diese z. B. an Notunterkünfte spendet und auf Schulfesten verkauft. Der Erlös könnte in den Erwerb zusätzlich benötigter Zutaten wie Gewürze und Gelierzucker reinvestiert werden.

Die Gewinner*innen wurden mit Preisgeldern in Höhe von insgesamt 3.500 Euro prämiert mit Einzelpreisen zwischen 300 und 700 Euro.

Die Jury 2021:

  • Ann-Christin Weber, Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung
  • Ina Schulze, Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz
  • Laura Neumann, RESTLOS GLÜCKLICH e. V.
  • Monja Tauber, u.e.c. Berlin GmbH

Die Jury Mitglieder*innen und die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz bedanken sich bei allen Teilnehmenden des diesjährigen Ideenwettbewerbs und gratulieren den Gewinner*innen!