Berliner Waldzustand auch 2018 weitgehend stabil

Wald in Berlin
Bild: SenUVK
Pressemitteilung vom 18.12.2018

Stefan Tidow, Staatssekretär für Umwelt und Klimaschutz, hat heute die Ergebnisse des Berliner Waldzustandsberichts 2018 vorgestellt. Es wurde keine erhebliche Zunahme der sichtbaren Schäden festgestellt. Der Gesundheitszustand der Berliner Waldbäume ist vergleichbar mit der Zeit vor den trockenen, heißen Sommern 2015 und 2016. Nach dem niederschlagsreichen Sommer 2017 litten die Bäume erst spät unter den Auswirkungen des diesjährigen Hitzesommers, die sich voraussichtlich erst in den nächsten Jahren zeigen.

Der Gesamtanteil der Bäume, die keinerlei Schäden zeigen, liegt bei 27 Prozent. Während sich der Zustand der Kiefern (60 Prozent Waldanteil) auf 23 Prozent schadfreie Kiefernbestände leicht verschlechterte (14 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr), zeigen die Eichen (21 Prozent Waldanteil) bislang wenig Dürreschäden und bleiben wie im Vorjahr mit rund 22 Prozent ohne Schäden.
Laubbäume wie Eichen reagieren im Vergleich zu Nadelbäumen eigentlich schneller auf Stressfaktoren wie Hitze und Trockenheit. Nach dem niederschlagsreichen Jahr 2017 wurden die Bäume in der ersten Hälfte des Jahres 2018 vor dem Hitzesommer aber zunächst noch ausreichend mit Wasser und Nährstoffen versorgt.
Biotische Schäden durch Insekten und Pilze wurden in diesem Jahr kaum festgestellt, was grundsätzlich auch auf die nachhaltige Waldbewirtschaftung zurückzuführen ist, die Schädlingen in den vielschichtigen Waldstrukturen weniger Ausbreitungsmöglichkeiten bietet.

Stefan Tidow: „Der Berliner Wald ist stabil und in einem guten gesundheitlichen Zustand. Die ‚grüne Lunge Berlins‘ versorgt die Stadt nicht nur mit sauberer Luft, sondern bietet auch Millionen von Menschen Erholung. Damit der Wald künftig den Klimaveränderungen gewachsen ist, wird er weiter entwickelt und zukunftsfähig gemacht. Das Jahr 2018 zeigt, dass die Klimaveränderungen inzwischen spürbar sind und dass es wichtig ist, die Wälder als das zu sehen und zu erhalten, was sie sind: Quelle und Speicher des Lebens.“

Um langfristig den Berliner Wald zu erhalten, wird er nachhaltig nach den Kriterien des Forest Stewardship Council (FSC) und des Naturlandverbandes bewirtschaftet. Damit die Berliner Wälder den künftigen Umwelt- und Wettereinflüssen gewachsen sind, werden Kiefernwälder insbesondere seit 2012 mittels Pflanzung und Aussamung von Laubbäumen angereichert und mittelfristig in einen klimatoleranteren Mischwald umgewandelt (Mischwald-Programm). Bis heute wurden auf 700 Hektar Waldfläche etwa 2,3 Millionen Laubbäume gepflanzt.

Die Berliner Wälder zeigen eine hohe Klimaschutzwirkung und binden das zum Treibhauseffekt beitragende Kohlendioxid. Etwa 13 Millionen Tonnen Kohlendioxid sind im Berliner Wald oberirdisch und unterirdisch gebunden, jährlich kommen 100.000 Tonnen hinzu.

Weitere Informationen zu den Waldzustandsberichten finden Sie hier:
https://www.berlin.de/senuvk/forsten/waldzustandsberichte/