Erster Spatenstich für Otto-Weidt-Platz in der Europacity

Staatssekretär Stefan Tidow, André Schmitz, Inge Deutschkron und Senatsbaudirektorin Regula Lüscher beim ersten Spatenstich
Staatssekretär Stefan Tidow, André Schmitz, Inge Deutschkron und Senatsbaudirektorin Regula Lüscher beim ersten Spatenstich für den Otto-Weidt-Platz
Bild: Tom Kretschmer
Pressemitteilung vom 17.04.2018

Mit dem ersten Spatenstich für den künftigen Otto-Weidt-Platz beginnt heute der Bau des weitläufigen Stadtplatzes im Neubaugebiet Europacity nördlich des Hauptbahnhofs.

Bildvergrößerung: Staatssekretär Stefan Tidow, André Schmitz, Inge Deutschkron und Senatsbaudirektorin Regula Lüscher beim ersten Spatenstich
Bild: Tom Kretschmer

Den ersten Spatenstich setzten Stefan Tidow, Staatssekretär für Umwelt und Klimaschutz und Regula Lüscher, Senatsbaudirektorin, im Beisein von Zeitzeugin und Schriftstellerin Inge Deutschkron.

Namensgeber des Platzes ist Otto Weidt (*2.5.1883 – †22.12.1947), der während der Zeit des Nationalsozialismus von der Deportation bedrohte jüdische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seiner Blindenwerkstatt versteckte, in der Werkstatt selbst und in weiteren Verstecken. Er hat vielen geholfen, diese Zeit in Würde zu überleben. Auch Inge Deutschkron arbeitete von 1941 bis 1943 in der Blindenwerkstatt von Otto Weidt. Sie überlebte dank seiner Hilfe in wechselnden Verstecken bei Freunden und Bekannten. Die Blindenwerkstatt in der Rosenthaler Straße 39 in Berlin-Mitte ist heute ein Museum.

Senatorin Regine Günther: „Mit dem Otto-Weidt-Platz ehren wir einen mutigen Menschen, der Zivilcourage bewies und sein eigenes Leben riskierte, um Verfolgten zu helfen. Vorbilder wie Otto Weidt erinnern uns daran, dass wir nicht nachlassen dürfen, laut und deutlich für die Menschenrechte einzutreten. Der nach Otto Weidt benannte begrünte Stadtplatz wird die Erinnerung an diesen ‚stillen Helden‘ wach halten. Der neu gestaltete Platz ist ein weiteres Symbol für ein weltoffenes Berlin.“

Der künftige Otto-Weidt-Platz liegt inmitten des neuen Stadtviertels zwischen Heidestraße und Spandauer Schifffahrtskanal. An der Kanalseite entsteht eine Treppenanlage, die mit der bereits bestehenden Treppenanlage auf dem gegenüberliegenden Ufer korrespondiert. Dort wird eine Fußgängerbrücke über den Kanal führen und die beiden Quartiere verbinden. Als Mittelpunkt des 9.600 m² großen Platzes wird ein Brunnen aus einem runden Naturstein angelegt.

Senatsbaudirektorin Regula Lüscher: „Stadtplätze sind öffentliche Räume, die der Orientierung und der Identifikation mit dem Ort dienen. Der Otto-Weidt-Platz ist deshalb in die Quartiersstruktur der Europacity eingebettet und ergänzt mit seiner städtebaulichen und architektonischen Gestaltung diesen Ort. Dieser wohnungsnahe Freiraum soll verbinden und nicht trennen und damit dem sozialen Miteinander Raum und der Europacity ein Gesicht geben.“

Bildvergrößerung: Visualisierung des Otto-Weidt-Platzes mit Freitreppe
Bild: Visualisierung: relais Landschaftsarchitekten BDLA

Entworfen wurden der Platz und der gesamte Freiraum vom Büro „relais Landschaftsarchitekten“, das als Sieger aus einem freiraumplanerischen Wettbewerb hervorgegangen ist.

Finanziert werden der Bau des Platzes und der Brücke aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe Regionale Wirtschaftsförderung (GRW), aus der Städtebauförderung von Bund, Ländern und Gemeinden Stadtumbau West, mit Investorenmitteln für den Teil Stadtplatz und 10 Prozent Eigenmitteln des Landes Berlin (Kofinanzierung GRW-Mittel). Die Kosten betragen rund 3,6 Millionen Euro, die Brücke wird etwa 2,7 Millionen Euro kosten. Die Fertigstellung ist für Ende 2019/Anfang 2020 geplant.

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