Lärmkartierung 2017: Belastung durch Verkehrslärm bleibt hoch

Strategische Lärmkarte 2017
Strategische Lärmkarte 2017
Bild: SenStadtWohn / Umweltatlas
Pressemitteilung vom 22.11.2017

Lärmkartierung ist Grundlage für den Lärmaktionsplan, der 2018 erstellt wird

Die Belastung durch Verkehrslärm ist in Berlin weiterhin hoch. Das zeigen die Ergebnisse der Lärmkartierung 2017, die die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz vorgelegt hat. Die Lärmkarten zeigen die Lärmbelastung durch den Kfz-Verkehr, durch Straßenbahn und U-Bahn (soweit oberirdisch), durch Flugverkehr sowie Industrie- und Gewerbeanlagen. Der Schienenverkehrslärm von Eisenbahn und S-Bahn wird bundesweit durch das Eisenbahnbundesamt ermittelt. Die Lärmkartierung erfolgt alle fünf Jahre nach der EU-Umgebungsrichtlinie.

Die strategischen Lärmkarten bilden die Grundlage für die Erarbeitung des Lärmaktionsplans Berlin, der 2018 erstellt wird. Die Lärmkarten sind außerdem die Grundlage für die Bewertung des Verkehrslärms im Berliner Mietspiegel.

Der größte Lärmverursacher ist nach wie vor der Kraftfahrzeugverkehr. Rund 340.000 Berlinerinnen und Berliner sind nachts von mittleren Lärmpegeln über 55 Dezibel betroffen. Bei der Kartierung wurde das Berliner Hauptverkehrsstraßennetz mit ca. 1.570 km Straßennetz erfasst sowie 200 km Tramnetz und 27 km oberirdische U-Bahn-Strecken.

Durch den Straßenbahn- und den (oberirdischen) U-Bahn-Verkehr sind rund 30.000 Anwohner von nächtlichen Pegeln über 55 Dezibel betroffen. Da Tram und U-Bahn zum Teil an Hauptverkehrsstraßen liegen, kann es hier statistisch zu Überschneidungen mit den durch Straßenlärm Betroffenen kommen.

Darüber hinaus weist das Eisenbahnbundesamt 36.000 Betroffene aus, die in der Nacht über 55 Dezibel Lärmbelastung durch Schienenverkehr ausgesetzt sind.

In Berlin sind in den letzten Jahren eine Reihe von lärmmindernden Maßnahmen realisiert worden. Dazu zählen die Straßensanierung mit sogenanntem lärmoptimiertem Asphalt und der Einbau von Schallschutzfenstern. Für den Einbau von Schallschutzfenstern an lauten Straßen, an denen kurzfristig keine Möglichkeiten zur Lärmminderung realisiert werden können, stehen Fördergelder zur Verfügung. Für Schallschutzfenster können auch 2018 wieder Fördermittel beantragt werden.

Eine Verringerung des Verkehrslärms kann auch durch verkehrspolitische Maßnahmen erreicht werden: Leise Verkehrsmittel wie das Fahrrad, Fußverkehr und Elektrofahrzeuge sind ein wirksamer Beitrag gegen Verkehrslärm. Berlin ist hier mit der Stärkung des Umweltverbundes und dem Ausbau der Radinfrastruktur auf dem richtigen Weg. Zum Beispiel vermindern Radverkehrsanlagen an Hauptstraßen die Lärmbelastung, da der Kraftfahrzeugverkehr weiter von den Gebäuden entfernt ist.

Weitere Maßnahmen zur Verringerung der Lärmbelastung werden im nächsten Jahr im Lärmaktionsplan erarbeitet. Hieran wird die Öffentlichkeit umfassend beteiligt. Ein Schwerpunkt des Lärmaktionsplans wird die wachsende Stadt sein. Ziel ist, dass keine neuen Bereiche mit hohen Lärmbelastungen entstehen.

Eine direkte Vergleichbarkeit der Daten mit den Ergebnissen der Vorjahre ist nicht möglich, da die Datengrundlagen aktualisiert und verbessert wurden.
In die Berechnung gehen neben den Verkehrsdaten insbesondere Daten zur Fahrbahnart und -beschaffenheit, Straßengeometrie (Anzahl und Lage der Fahrspuren) sowie die Bebauungsstruktur und Gebäudenutzung ein.

Weitere Informationen stehen unter folgenden Links zur Verfügung:

Link zur Lärmkartierung 2017: www.berlin.de/laermkartierung

Link zum Förderprogramm für Schallschutzfenster: http://www.berlin.de/senuvk/umwelt/laerm/laermminderungsplanung/de/schallschutzfenster/

Link zur Lärmkartierung des Schienenverkehrs: https://www.eba.bund.de/DE/Themen/Laerm_an_Schienenwegen/Laermkartierung/laermkartierung_node.html