Senat unterstützt Anwohner der Mäckeritzwiesen

Mäckeritzwiesen - Luftbild von 2017
Bild: Geoportal Berlin / Digitale farbige Orthophotos 2017 (DOP20RGB)
Pressemitteilung vom 25.10.2017

Die Starkregenereignisse im Sommer haben insbesondere die Anwohnerinnen und Anwohner der Mäckeritzwiesen in Reinickendorf enorm belastet. Ihre Wohnungen und Grundstücke standen teilweise tagelang unter Wasser.

Die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz hatte den Betroffenen zugesagt, sie bei der Suche nach Maßnahmen zu unterstützen, durch die derartige Überschwemmungen in Zukunft nach Möglichkeit verhindert werden sollen. Der Staatssekretär für Umwelt und Klima, Stefan Tidow, hatte deswegen vergangene Woche zu einer Informations- und Diskussionsrunde mit Vertreterinnen und Vertretern der Betroffenen eingeladen, bei der auch das Bezirksamt vertreten war.

Stefan Tidow machte zu Beginn deutlich, dass die Senatsverwaltung die Sorgen der Betroffenen ernst nimmt. Er bot die fachliche Unterstützung bei der Erarbeitung von Lösungsmöglichkeiten an, die im Rahmen eines Pilotprojektes entwickelt werden sollen.

Alexander Limberg von der Landesgeologie der Senatsverwaltung erläuterte in einem Fachvortrag die geologisch-morphologische Besonderheit der tief gelegenen Mäckeritzwiesen. Er stellte klar, dass die Überschwemmungen des Sommers nicht durch das Grundwasser, sondern durch das nur sehr schlecht und verzögert versickernde Regenwasser hervorgerufen wurden, das den besonderen Bodenbedingungen geschuldet ist.

Dr. Frank Schumacher vom Ingenieurbüro für Wasser und Umwelt zeigte verschiedene Möglichkeiten auf, wie das sich aufstauenden Regenwasser abgeleitet werden könnte. Mit großem Interesse wurden diese Varianten diskutiert. Wie mit dem teilweise verfüllten und als Feuerwehrzufahrt genutzten Mäckeritzgraben umzugehen sei, wurde besonders intensiv erörtert.

Da bis zur Schaffung einer nachhaltigen und dauerhaften Lösung Starkregenereignisse nicht auszuschließen sind, haben die Betroffenen einen „Akut- und Notfallplan“ zum temporären Ableiten von anfallendem Regenwassers entwickelt. Das Bezirksamt war in diesem Zusammenhang vor Ort bei konkreten Räumungsmaßnahmen des Grabens behilflich.

Der Staatssekretär sagte zu, die vorliegenden Pläne und Überlegungen von Fachleuten prüfen und mit den Betroffenen diskutieren zu lassen.

Die Gespräche fanden in einer konstruktiven und nach vorne gerichteten Atmosphäre statt. Alle Beteiligten äußerten sich sehr zufrieden. Das nächste Treffen soll in Anwesenheit des nunmehr zu bestellenden Sachverständigen stattfinden.

Für das weitere Vorgehen wurde folgende Verabredung getroffen:
  • Die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz gibt ein Gutachten in Auftrag, das nachhaltige und dauerhafte Lösungsmöglichkeiten aufzeigen soll, wie der Abfluss von Regenwasser künftig gewährleistet werden kann. Abhängig von den darin vertieften Analysen und Lösungsvorschlägen sollen die entsprechenden Kosten ermittelt werden. Die Finanzierung des Gutachtens trägt die Senatsverwaltung.
  • Die Betroffenen sind dem Gutachter mit Weitergabe von Wissen und Daten behilflich.
  • Der Bezirk unterstützt den Gutachter fachlich bezüglich der planungsrechtlichen Gegebenheiten.
  • Der Senat stellt dem Gutachter Fachdaten zur Verfügung und prüft den weiteren Umgang mit dem Mäckeritzgraben.

Angestrebt wird, im zweiten Quartal 2018 erste Ergebnisse vorstellen zu können, um dann das weitere Vorgehen zu erörtern und festzulegen.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Veranstaltung waren:
  • Staatssekretär für Umwelt und Klimaschutz, Stefan Tidow
  • Bezirksstadträtin von Reinickendorf, Katrin Schultze-Berndt
  • Vertreter der Abteilung II der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz
  • Vertreter des Bezirksamtes Reinickendorf
  • Vorstände der folgenden Vereine
    • Grundeigentümergemeinschaft Singdrosselsteig 4 e.V.
    • Siedlung Mäckeritzwiesen
    KGA Neuland II
  • Berliner Wasserbetriebe, Jens Feddern
  • Ingenieurbüro für Wasser und Umwelt, Dr. Frank Schumacher