Senatorin Regine Günther weiht Anita-Berber-Park ein

Baustelle für den Anita-Berber-Park
Bild: SenUVK
Pressemitteilung vom 10.07.2017

Naturnaher Park in Neukölln sichert wertvolles Stadtgrün

Der Anita-Berber-Park auf dem ehemaligen St. Thomas Friedhof in Neukölln ist heute von Senatorin Regine Günther eröffnet worden. Der Park ist nach der legendären Tänzerin Anita Berber benannt, die 1928 auf dem Friedhof der St. Thomas Gemeinde beerdigt wurde.

Der Park befindet sich in dem Teil des Friedhofs, auf dem seit Ende der 1980er Jahre keine Beisetzungen mehr stattfanden. Aufgrund der jahrzehntelangen Friedhofsnutzung ist die Artenvielfalt bei Pflanzen und Tieren sehr groß: hier brüten etwa 20 Vogelarten, darunter Rotkehlchen, Nachtigall und Zaunkönig sowie Buntspecht und Gartenbaumläufer. Auch Habichte und Waldohreulen wurden schon gesichtet. Fledermäuse und Vögel leben in Nistkästen an der Platanenallee.

Im Park gibt es neben arten- und blütenreichen Wiesenflächen auch wertvolle Stauden und Sträucher. Zwiebelgewächse wie Sternhyazinthen sind im Frühjahr die ersten Nektarquellen für Bienen. „Mit der naturnahen Parkanlage soll dieser ökologisch bedeutsame Lebensraum für Pflanzen und Tiere erhalten bleiben und wertvolles Stadtgrün gesichert werden. Zugleich trägt der Park zur Erholung und zur Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger bei“, sagte Senatorin Regine Günther bei der Einweihung des Parks.

Namensgeberin für den Park ist Anita Berber, deren Karriere als Tänzerin während des ersten Weltkriegs in Berlin begann. In den 1920er Jahren war sie als Bühnen- und Filmschauspielerin erfolgreich. Als Hutmodell war sie eine Stilikone ihrer Zeit und trug als erste Frau Smoking. Sie verstarb viel zu früh, im Alter von 29 Jahren.

Finanziert wurde der naturnahe Park als Ausgleichsmaßnahme für die Stadtautobahn A 100. Der Bund hat rund zwei Millionen Euro für den Kauf des Grundstücks und die Umgestaltung zur Verfügung gestellt. Das Land Berlin hat die Planungskosten getragen. Die Parkbänke und die Spielgeräte wurden aus dem Baufonds des Programms Soziale Stadt finanziert. Die Parkwege schaffen eine direkte Verbindung zum Tempelhofer Feld.

Von 2015 bis 2016 wurde die Gestaltung des Parks in einem Bürgerbeteiligungsverfahren mit den Anwohnerinnen und Anwohnern entwickelt.