Gericht entscheidet: Dresdner Bahn ohne Tunnellösung

Gleisanlage
Gleise
Bild: SenUVK
Pressemitteilung vom 29.06.2017

Das Bundesverwaltungsgericht hat heute entschieden, dass der Bau einer oberirdischen Trassenführung parallel zur S-Bahnstrecke rechtlich zulässig ist. Nach über 15-jährigem vergeblichem Einsatz für einen Fernbahntunnel sieht das Land Berlin keine Möglichkeiten mehr, für die Dresdener Bahn in Lichtenrade einen Tunnelneubau durchzusetzen.

Der Berliner Abschnitt der Dresdener Bahn ist Bestandteil der Ausbaustrecke von Berlin nach Dresden und weiter nach Prag und Wien. Dafür und zur zukunftssicheren Anbindung des Flughafens BER ist die Dresdener Bahn unverzichtbar.

Noch in der vergangenen Legislaturperiode hatte das Land Berlin das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) gebeten, eine weitere Tunnellösung der Bürgerinitiative Lichtenrade zu untersuchen. Diese Lösung wurde jedoch verworfen, unter anderem weil sich die Dresdener Bahn um weitere zehn Jahre verzögert hätte, Mehrkosten in vielfacher Millionenhöhe aufgetreten wären und die S-Bahnlinie 2 für mehrere Jahre voll gesperrt hätte werden müssen.

Umso mehr kommt es für die Zukunft darauf an, die oberirdische Trassenführung so stadtverträglich wie möglich zu gestalten. Das Gebiet um die Lichtenrader Bahnhofstraße wurde für das Programm „Aktive Zentren“ der Städtebauförderung des Bundes ausgewählt. Lokale Akteure und Gewerbetreibenden sollen unterstützt werden, um ein vielfältiges Handels- und Dienstleistungsangebot zu entwickeln, die vorhandene Nutzungsmischung zu stärken und soziokulturelle Angebote zu erweitern.

Das Land Berlin und auch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) werden ergänzende stadtgestalterische Maßnahmen unterstützen, etwa bei der Gestaltung der Brücken und der Lärmschutzwände.