Leitlinie Wohnen im Alter

Symbolbild mit einem Modellhaus auf dem ein Zettel mit der Aufschrift 'Altersgerecht wohnen' klebt
Bild: Marco2811 / Fotolia.com

Die Anpassung der Wohnungsbestände an die Anforderungen generationsgerechten Wohnens in sozialer Nachbarschaft ist eine zentrale Zukunftsaufgabe der Politik des Landes Berlin. Niedrigschwellige Angebote zum Erhalt der Mobilität und zum Verbleib der älteren Menschen in der eigenen Häuslichkeit werden vom Senat im Rahmen des Integrierten Sozialprogramms gefördert.

Ziele und konkrete Vorhaben des Senats

Die Anpassung der Wohnungsbestände an die Anforderungen generationengerechten Wohnens in sozialer Nachbarschaft ist eine zentrale Zukunftsaufgabe der Politik des Landes Berlin.

  • Um die günstigsten Voraussetzungen für ein möglichst lebenslanges und selbstbestimmtes Wohnen im Alter zu schaffen, wird der Senat in den kommenden Jahren verstärkt darauf Einfluss nehmen, dass im Wohnungsneubau und in der Bestandspflege vermehrt barrierefreie oder zumindest barrierearme Wohnungen und Wohnungen, deren Größe und Wohnkosten auf die Wohnbedarfe und Einkommensverhältnisse der Zielgruppen zugeschnitten sind, geschaffen werden. Dabei soll ein barrierearmes Wohnumfeld mit hohen Aufenthaltsqualitäten in der Nachbarschaft genauso in den Blick genommen werden wie fußläufig erreichbare Angebote an Gütern und Dienstleistungen. Durch gezielte Maßnahmen soll der Anteil altersgerechter Wohnungen stetig erhöht werden.
  • ‘Stattbau, Wohnungsanpassung – keine Frage des Alters’
  • Das Land Berlin bietet keine eigenen Förderprogramme für die Modernisierung und Instandsetzung von Wohnraum an. Die Investitionsbank Berlin wurde aber beauftragt, im Programm „Altersgerecht umbauen“ Kredite der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) Bankengruppe durchzuleiten und ggf. aus Förderleistungen zusätzlich im Zins zu verbilligen. Das Programm wird in Berlin insgesamt gut genutzt. Im Jahr 2010 wurde die altersgerechte Anpassung von rd. 1.300 Wohnungen in Berlin aus KfW-Mitteln gefördert. Dabei wurden im Durchschnitt 14.600 Euro pro Wohnung investiert. Der Senat wird sich dafür einsetzen, dass der Bund seine finanzielle Unterstützung des KfW-Programms „Altersgerecht umbauen“ wieder aufnimmt.
  • Die für Stadtentwicklung zuständige Senatsverwaltung wird in Fachgesprächen mit dem Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU), Haus und Grund Berlin sowie dem Landesverband Berlin-Brandenburg des BFW (Bundesverband Freier Wohnungs- und Immobilienunternehmen) darauf einwirken, dass diese Verbände ihre jeweiligen Mitglieder motivieren, auf Rückbauklauseln (§ 554a Abs. 2 BGB) grundsätzlich dort zu verzichten, wo behindertengerechte Umbauten auch für nachnutzende Mietparteien nutzbar sind.
  • Bei Förderung von Wohnungsbau und der Vergabe landeseigener Grundstücke für den Wohnungsbau soll der in § 51 Bauordnung für Berlin genannte Anteil barrierefreier Wohnungen in Verbindung mit § 39 Bauordnung für Berlin möglichst überschritten werden.

Aktuelle Entwicklung

  • Der Senat wirkt darauf hin, dass im Wohnungsneubau und in der Bestandsentwicklung mehr barrierefreie oder zumindest barrierearme Wohnungen entstehen. Ein barrierearmes Wohnumfeld mit hohen Aufenthaltsqualitäten in der Nachbarschaft ist genauso in den Blick zu nehmen wie fußläufig erreichbare Angebote an Gütern und Dienstleistungen.
  • Die Investitionsbank Berlin wurde beauftragt, im Programm „Altersgerecht umbauen“ Kredite der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) Bankengruppe durchzuleiten und ggf. zusätzlich im Zins zu verbilligen. Das Programm wird in Berlin insgesamt gut genutzt. Im Jahr 2014 wurde die altersgerechte Anpassung von rd. 3.200 Wohnungen in Berlin aus KfW-Mitteln gefördert. Dabei wurden im Durchschnitt 7.206 Euro pro Wohnung investiert.
  • Die für Stadtentwicklung zuständige Senatsverwaltung wirkt in Fachgesprächen mit dem Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU), Haus und Grund Berlin sowie dem Landesverband Berlin-Brandenburg des BFW (Bundesverband Freier Wohnungs- und Immobilienunternehmen) darauf ein, dass diese Verbände ihre jeweiligen Mitglieder motivieren, auf Rückbauklauseln (§ 554a Abs. 2 BGB) grundsätzlich dort zu verzichten, wo behindertengerechte Umbauten auch für nachnutzende Mietparteien nutzbar sind.
  • Bei der für 2016 geplanten Novelle der Bauordnung für Berlin soll der Anteil der im Neubau zu errichtenden barrierefreien Wohnungen erhöht werden.

Mit der ab 2014 wiederaufgenommenen Wohnungsbauförderung wird der Neubau von generationsgerechten und bezahlbaren Wohnraum unterstützt. In Verbindung mit den Anforderungen der Berliner Bauordnung steigt die Anzahl barrierefreier Wohnungen.

Mit der „Neuausrichtung“ der Berliner Liegenschaftspolitik soll die Vergabe landeseigener Grundstücke im Rahmen von „Konzeptverfahren“ erfolgen, die u.a. die Aspekte der Schaffung von generationsgerechten und bezahlbaren Wohnraum berücksichtigen.

Neben den von der Investitionsbank Berlin im Programm „Altersgerecht umbauen“ zusätzlich im Zins verbilligten Kredite der KfW-Bankengruppe steht seit 01.10.2014 mit „Altersgerecht Umbauen – Investitionszuschuss“ ein weiteres Förderungsprogramm zu Verfügung.

Die städtischen Wohnungsbaugesellschaften haben eine entscheidende Bedeutung. Neben dem Neubau unter vorrangiger Inanspruchnahme der Wohnungsneubauförderungsprogramme soll der Bestandserwerb das Wohnungsangebot der städtischen Wohnungsbaugesellschaften erweitern. Bündnisvereinbarungen gewährleisten ein dauerhaftes Angebot von generationsgerechten und bezahlbaren Wohnungen.
Die Generationsgerechte Bestandsanpassung ist neben der energetischen Sanierung ein Schwerpunkt der Investitionstätigkeit. Dabei werden aufgrund entsprechender Mieterwünsche und -bedarfe sowohl einzelne Wohnungen angepasst als auch Wohnanlagen im Zuge anstehender Bestandserneuerungen mit unterschiedlichem Investitionsumfang hergerichtet. Auf Rückbauklauseln wird grundsätzlich dort verzichtet, wo behindertengerechte Umbauten auch für nachnutzende Mietparteien nutzbar sind.

(Stand Mai 2016)