Leitlinie Hospiz- und Palliativangebote

Rentnerhände am Gehstock
Bild: Ingo Bartussek / Fotolia.com

Das Sterben in Würde hat Verfassungsrang. Der Senat von Berlin setzt sich auch in Zukunft für eine weitere Verbesserung der umfassenden Betreuung und Versorgung schwerstkranker und sterbender Menschen ein und wird sein Hospiz- und Palliativkonzept dementsprechend umsetzen und fortschreiben.

Ziele und konkrete Vorhaben des Senats

  • Die Berliner Versorgungsstrukturen werden auf Grundlage des 3. Hospiz- und Palliativkonzeptes für das Land Berlin im Sinne einer integrativen palliativen Versorgung fortentwickelt. Dafür bedarf es sowohl quantitativ als auch qualitativ hospizlicher, palliativmedizinischer und -pflegerischer Dienste und Einrichtungen, die mit dem allgemeinen Versorgungssystem vernetzt eine flächendeckende und den Bedürfnissen der schwerkranken und sterbenden Menschen entsprechende Versorgung sicherstellen.
  • Um dem Wunsch von 90% der Bevölkerung weitestgehend zu entsprechen, im häuslichen Umfeld sterben zu wollen, sind sowohl die allgemeine als auch die spezialisierte ambulante Palliativversorgung weiterzuentwickeln. Seitens der spezialisierten Ärztinnen und Ärzte sowie der Pflegedienste sind Beratung und Konsiliartätigkeit zur Unterstützung der Hausärztinnen und Hausärzte sowie die Koordination der komplexen Versorgung einschließlich der Übernahme von Teil- oder vollständiger Versorgung schwerstkranker und sterbender Menschen einschließlich der Krisenintervention rund um die Uhr zu gewährleisten. Um das Familiensystem zu unterstützen, sind auf Wunsch der sterbenden Menschen und ihrer betreuenden Angehörigen Hospizdienste in die Versorgung einzubinden.
  • Um die Hospizarbeit in Berlin weiter auszubauen, ist neben der finanziellen Förderung durch die Krankenkassen vor allem das Bürgerschaftliche Engagement der zahlreichen, in der Sterbebegleitung tätigen Ehrenamtlichen zu fördern und zu würdigen.
  • Das Netzwerk Palliative Geriatrie Berlin wird weiterhin unterstützt, um durch die Weiterentwicklung von Hospizkultur und Palliativkompetenz in den vollstationären Pflegeeinrichtungen nicht nur die Voraussetzungen für ein würdiges Sterben der Heimbewohnerinnen und Heimbewohner zu verbessern, sondern auch den schwerstkranken und sterbenden Menschen sowie deren Angehörigen bei der Auseinandersetzung mit der Verletzlichkeit, Endlichkeit und Vergänglichkeit der menschlichen Existenz zu helfen und ein würdiges Leben im Vorfeld des Todes zu ermöglichen.
  • Unter Moderation der für Soziales zuständigen Senatsverwaltung wird der Runde Tisch Hospiz- und Palliativversorgung fortgeführt.
  • Die zuständigen Leistungsverantwortlichen haben eine bedarfsgerechte Ausgestaltung der Aus-, Fort- und Weiterbildung aller Berufsgruppen, die an der Behandlung, Betreuung und Versorgung schwerstkranker und sterbender Menschen beteiligt sind, zu gewährleisten. Hierbei sind insbesondere die Bedürfnisse von Menschen mit demenziellen Erkrankungen sowie körperlichen, psychischen oder geistigen Behinderungen zu berücksichtigen.
  • Die Sterbebegleitung von Menschen mit Migrationshintergrund kann nur mit entsprechender Kultursensibilität ermöglicht werden. Das Hospiz- und Palliativkonzept ist hinsichtlich der interkulturellen Hospizarbeit fortzuschreiben.

Aktuelle Entwicklung

Die Leitlinie Hospiz- und Palliativangebote wurde zunächst in der Arbeitsgruppe AG Gesundheit – Pflege – Verbraucherschutz diskutiert. Parallel arbeitete die Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales an einer maßnahmenbezogenen Untersetzung für den Zeitraum 2013 bis 2018, die der Arbeitsgruppe des Landesseniorenbeirates Mitte April 2014 vorgestellt, andiskutiert und in Folge regelmäßig fortgeschrieben.

Neben der verabredeten Kommunikationsschiene zwischen dem Landesseniorenbeirat und der Senatsverwaltung erfolgten die Vorstellung in Fachgremien, wie der Arbeitsgruppe Hospiz- und Palliativkultur in Berliner Pflegeheimen des Runden Tisches Hospiz Berlin, und Abstimmungen mit beteiligten Akteuren, wie dem Kompetenzzentrum Palliative Geriatrie und dem Hospiz- und Palliativverband Berlin e.V.

Eine Vielzahl der vorgesehenen Maßnahmen sind bereits abgeschlossen, einige befinden sich noch in der Umsetzung. Neue Maßnahmen ergeben sich insbesondere aus der „80plus-Rahmenstrategie zur gesundheitlichen und pflegerischen Versorgung hochaltriger Menschen in Berlin“, Handlungsfeld „Versorgung am Lebensende“ (s. Abschnitt 3.5.4).

(Stand November 2016)