Leitlinie Die Gesundheit älter werdender Menschen

Puzzleteile mit Begriffen rund um das Thema Gesundheit
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Der Senat von Berlin setzt sich für die besonderen Belange älterer Menschen in allen Lebenslagen ein. Dabei spielt das Thema Gesundheit eine zentrale Rolle. Denn Gesundheit ist eine wichtige Voraussetzung für ein selbstbestimmtes und selbständiges Leben im Alter.

Ziele und konkrete Vorhaben des Senats

Gesundheitsförderung und Prävention

Der Erhalt von Selbstständigkeit und Lebensqualität im Alter ist eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung, der sich insbesondere diejenigen stellen müssen, die mit der Information, Beratung, Prävention, Betreuung, Pflege bzw. Versorgung älterer Menschen zu tun haben. Im Rahmen dieser Zielsetzung sollen aus der Perspektive der gesundheitlichen Situation älterer Menschen Prozesse in Gang gesetzt sowie ein gemeinsames Vorgehen abgestimmt und koordiniert werden.

  • Die Landesgesundheitskonferenz (LGK) ermittelt und priorisiert auf der Basis fundierter regionaler Daten relevante Herausforderungen der gesundheitlichen Versorgung in Berlin. Darauf aufbauend werden Gesundheitsziele mit entsprechenden Handlungsfeldern formuliert. Mit dem Gesundheitsziel „Selbständigkeit und Lebensqualität im Alter erhalten“ hat die LGK auf die demografischen Entwicklungen in Berlin reagiert und ein eigenes Strategiepapier konzipiert (2011). Dieses enthält seit Anbeginn die drei Handlungsfelder „Gesundheitsförderung im Setting“, „Bewegung“ und „Versorgung bei psychischen Erkrankungen“ und wurde in 2014 um „Sucht im Alter“ sowie in 2016 um „Mundgesundheit“ erweitert.
  • Bislang hat sich der Gesundheitszieleprozess „Selbständigkeit und Lebensqualität im Alter erhalten“ auf ältere Menschen konzentriert, die aus dem Berufsleben ausgeschieden sind und nicht in einer Pflegeeinrichtung leben. Gemäß eines aktuellen Beschlusses der LGK (2016) werden zukünftig auch ältere Menschen in stationären Einrichtungen einbezogen. Auf diese Weise soll der wachsenden Heterogenität des Alters besser gerecht und das Präventionspotenzial hochaltriger Menschen stärker genutzt werden.
  • Der Senat unterstützt den Prozess der weiteren Ausgestaltung des Gesundheitszieleprozesses. Zu berücksichtigen sind Synergien und Schnittstellen zur 80plus-Rahmenstrategie „Gesundheitliche und pflegerische Versorgung hochaltriger Menschen“. Während eines einjährigen, intensiven Diskurses wurden mit vielen Beteiligten für sieben Handlungsfelder neue Lösungswege entwickelt. Für den Bereich Gesundheitsförderung und Prävention ist ein kooperatives Modellprojekt geplant, das konkrete Angebote der Bewegungsförderung und Sturzprävention für hochaltrige Menschen ermöglicht.
  • Um eine bessere Steuerung der Gesundheitsförderung und Prävention in Berlin zu ermöglichen und eine Grundlage für eine systematische Vernetzung zu schaffen, beschloss die LGK (2013/2014), die Angebote ihrer Mitglieder im Bereich Bewegung im Alter zu erheben. Diese sogenannte Interventionsberichterstattung soll künftig wichtige Informationen u. a. zur Art und zum Ort von Bewegungsangeboten für Ältere liefern und Handlungsbedarfe aufzeigen. Darüber hinaus entwickelt die Arbeitsgruppe „Gesundheitsziele für Ältere“ der LGK unter Federführung der für Gesundheit zuständigen Senatsverwaltung ein Monitoring zur sozialen und gesundheitlichen Lage älterer Menschen in Berlin.
  • Das von der für Gesundheit zuständigen Senatsverwaltung in 2013 verabschiedete Aktionsprogramm Gesundheit (APG) soll Gesundheitsförderung und Primärprävention im Land Berlin stärken und Qualität und Transparenz erhöhen. Das APG orientiert sich an den Gesundheitszieleprozessen. Ziel des APG ist die Stärkung von präventiven und gesundheitsförderlichen Maßnahmen insbesondere in Lebenswelten von benachteiligten Zielgruppen. Über das APG können somit gezielt Angebote für ältere Menschen gefördert werden. Um das landesweite Gesundheitsziel für ältere Menschen in kommunale Strategien zu übersetzen, arbeiten zudem die vom Senat geförderte Fachstelle für Prävention und Gesundheitsförderung im Land Berlin und die Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit Berlin in enger Abstimmung zusammen und unterstützen bezirkliche Akteure beim Aufbau von Präventionsketten.
  • Eine Übersicht über weitere Angebote und Anbieter von Sportkursen, Ernährungsberatungen und zur gesundheitlichen Vorsorge auch für ältere Menschen bietet der Stadtplan Gesundheitsförderung. Dieses onlinebasierte Portal wurde im Auftrag der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales in 2013 erstellt.

Ambulante und sektorübergreifende medizinische Versorgung

Eine wohnortnahe medizinische Grundversorgung und eine möglichst reibungslose Versorgung über die Sektorengrenzen im Gesundheitswesen hinweg sind insbesondere für ältere Menschen von großer Bedeutung. Das Gemeinsame Landesgremium gemäß § 90 a SGB V, unter Leitung des für das Gesundheitswesen zuständigen Mitgliedes des Senats, berät institutionsübergreifend über die zukünftige medizinische Versorgung in der Stadt. Der Handlungsrahmen des Gremiums ist dabei per Gesetz auf Stellungnahmen zum Bedarfsplan für die ambulante medizinische Versorgung sowie auf Empfehlungen zu sektorenübergreifenden Versorgungsfragen begrenzt. Die Arbeitsgruppe zur Bedarfsplanung setzt sich insbesondere für eine gleichmäßigere und bedarfsgerechtere räumliche Verteilung von Haus- und Facharztpraxen im Land Berlin ein. Die Arbeitsgruppe zu Patientenpfaden engagiert sich für die Erarbeitung und Umsetzung von Empfehlungen für ein besseres Schnittstellenmanagement am Beispiel der Versorgung von Patientinnen und Patienten nach einem Schlaganfall. Weitere Informationen zur Arbeit des Gemeinsamen Landesgremiums finden sich auf dessen Homepage.

Stationäre medizinische Versorgung

Die stationäre Versorgung älterer Menschen im Krankenhaus wird über den Krankenhausplan sichergestellt. Der ab 2016 geltende Krankenhausplan enthält zur Verbesserung der Versorgungsqualität ein medizinisches Versorgungskonzept zur geriatrischen Krankenhausversorgung, das nun durch die Rahmenstrategie 80plus gestärkt und im Punkt „Demenzversorgung geriatrischer Patientinnen und Patienten“ ergänzt wurde.

Aktuelle Entwicklung

Die Leitlinien sind eine Querschnittsaufgabe und sollen Politik, Verwaltung sowie Seniorinnen und Senioren zum Diskussionsprozess einladen, die Leitlinien mit Leben zu füllen und weiterzuentwickeln. Die Leitlinie „Die Gesundheit älter werdender Menschen“ wird von der für Gesundheit zuständigen Senatsverwaltung umgesetzt. Eine enge Verzahnung gibt es zur Leitlinie „Sport und Bewegung älterer Menschen“.

Weitere Informationen

Strategiepapier LGK-Gesundheitsziel ‘Selbständigkeit und Lebensqualität im Alter erhalten’

Rahmenstrategie 80plus – Gesundheitliche und pflegerische Versorgung hochaltriger Menschen

Gemeinsames Landesgremium für Berlin