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Fragen zur Bedarfsermittlung

Der „Bedarf“ legt fest, was ein Mensch mit Behinderung an Unterstützung benötigt, um gleichberechtigt am Leben in der Gemeinschaft teilhaben zu können (Artikel 3 der UN-Behindertenrechtskonvention von 2009). Der Bedarf wird mit den leistungsberechtigten Menschen gemeinsam ermittelt. Dabei wird sich genau angeschaut, was der einzelne Mensch sich wünscht, was er braucht, was er und sein soziales Umfeld beitragen kann und welche Unterstützungsleistung für ihn passend ist.

Das Gesetz sagt, dass der Bedarf mit einem Instrument ermittelt werden soll. Dieses Instrument heißt in Berlin „Teilhabeinstrument Berlin“ (TIB).

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Mit Hilfe des TIB – Teilhabeinstrument Berlin wird die Bedarfsermittlung vollzogen. Das TIB ermöglicht den Mitarbeitenden der Teilhabefachdienste zusammen mit den Menschen mit Behinderungen herauszufinden, welche Unterstützungsleistungen diese benötigen, um gleichberechtigt am Leben in der Gesellschaft teilzunehmen.

Das TIB ist strukturiert in Form eines Gesprächsleitfadens. Mit Hilfe des Leitfadens wird in einem Dialog mit dem leistungsberechtigten Menschen über seine Anliegen, Ziele und Vorstellungen sowie über seine Lebenssituation, Ressourcen und Beeinträchtigungen, Umweltfaktoren, Teilhabemöglichkeiten und -begrenzungen gesprochen. Das TIB endet mit der Formulierung von Zielen und der Einschätzung von Leistungen zur Teilhabe.

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Die Bedarfsermittlung ist ein Teil des Gesamtplanverfahrens. Der Bedarf eines Menschen nach Leistungen der Eingliederungshilfe wird demnach auf Basis des Teilhabeinstrumentes Berlin im Rahmen des Gesamtplanverfahrens ermittelt.

Die Bedarfsermittlung erfolgt in der Regel nach dem Erstgespräch mit dem leistungsberechtigten Menschen bzw. falls erforderlich nach dem Einholen seines sozialmedizinischen Gutachtens. Die Bedarfsermittlung endet mit der Formulierung von Zielen und der Einschätzung von Leistungen zur Teilhabe. Im nächsten Schritt erfolgt die Konkretisierung und Planung der Unterstützungsleistungen, um den ermittelten Bedarf der Person zu decken. An diesem Prozessschritt sind auch die Leistungsanbieter beteiligt, die zuvor vom leistungsberechtigten Menschen ausgewählt werden sollen.

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An welchem Ort die Bedarfsermittlung stattfindet, kann der leistungsberechtigte Mensch selber entscheiden. Es kann bei ihm Zuhause sein, im Sozialamt oder einem anderen vertrauten Ort. Im Vordergrund steht hier, dass es ein Ort ist, an dem sich der Mensch wohlfühlt.

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Der leistungsberechtigte Mensch mit Behinderung unterschreibt am Ende der Bedarfsermittlung nach dem TIB, dass er die Ergebnisse zur Kenntnis genommen hat und mit den Zielen einverstanden ist. Wichtig ist an dieser Stelle zu wissen: Das Eingliederungshilfeverfahren ( Link zum Gesamtplanverfahren) ist nicht mit der Bedarfsermittlung abgeschlossen. Die Bedarfsermittlung durch das TIB ist als solche nicht einklagbar, dies ist nur der endgültige Bescheid.

Der leistungsberechtigte Mensch mit Behinderung kann jederzeit Kontakt mit seiner Ansprechperson im Teilhabefachdienst aufnehmen, um Bedarfe und Leistungen miteinander zu besprechen.

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