Coronavirus in Berlin

Zentrale Informationen der Berliner Verwaltung zum Coronavirus finden Sie unter: berlin.de/corona
Tagesaktuelle COVID-19 Fallzahlen und weiterführende Auswertungen finden Sie im Online-COVID-19-Lagebericht des Landes Berlin.
Der Dienstbetrieb der Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung ist aufgrund des Einsatzes von vielen Beschäftigten im Krisenstab des Landes Berlin weiterhin eingeschränkt.

Inhaltsspalte

Coronavirus (SARS-Covid-19): Pflegeeinrichtungen und Pflegedienste

03.02.2021 21:42

Viren
Bild: Jezper – Fotolia.com

Point-of-Care (PoC)-Antigen Schnelltests

In Zusammenarbeit mit den Verbänden der Leistungserbringer wurden die wichtigsten Fragen und Antworten rund um das Verfahren der Schnelltestung zur Vermeidung von Ausbruchsgeschehen zusammengefasst:

Krisenpersonalpool online

Durch das neuartige Coronavirus sind Einrichtungen des Pflege- und Gesundheitswesens aktuell nach wie vor von Personalengpässen bedroht. Insbesondere im Fall von Covid-19-Ausbrüchen innerhalb der Einrichtungen und damit verbundenen Quarantäneauflagen für das Personal stehen Einrichtungen vor Versorgungsproblemen.

Nun steht für solche Fälle der Berliner Krisenpersonalpool zur Verfügung, ein landeseigenes Angebot mittels webunterstützter Anwendung, das Anbieter und Interessenten online zusammenzubringt. Es bietet Einrichtungen der pflegerischen und medizinischen Versorgung (Pflegeeinrichtungen, Krankenhäuser und Einrichtungen des Öffentlichen Gesundheitsdienstes) die Möglichkeit, Kontakt zu qualifiziertem Personal aufzunehmen, damit Personalengpässe gezielt und bedarfsgerecht gelöst werden können. Folgende Berufsgruppen können sich bei freien Zeitkapazitäten im Krisenpersonalpool registrieren, um Einrichtungen in Versorgungsnotfällen kurzfristig zu unterstützen:
  • Pflegefachkräfte und Pflegehilfskräfte
  • Ärztinnen und Ärzte
  • Medizinische Fachangestellte
  • Physiotherapeutinnen und -therapeuten
  • Studierende der Fachrichtungen Pflege und Medizin
Für den gestiegenen Personalbedarf durch zusätzliche pandemiebedingte Aufgaben können sich auch Menschen ohne spezifische Qualifikation für folgende Tätigkeitsbereiche anmelden:
  • Betreuungs- und Dokumentationsassistenz Impfen
  • Betreuungs- und Dokumentationsassistenz Testen
  • Besuchsmanagement

Erlaubnisfreie Möglichkeiten der träger- / verbandsübergreifenden Arbeitnehmerüberlassung

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) hat auf seiner Homepage angesichts der Corona-Pandemie eine entsprechende Auslegungshilfe zum Arbeitnehmerüberlassungsgesetz veröffentlicht. Danach soll eine Arbeitnehmerüberlassung nach dieser Regelung derzeit jedenfalls dann ausnahmsweise erlaubnisfrei möglich sein, wenn:
  • Der entleihende Arbeitgeber unter akutem Arbeitskräftemangel leidet, dazu zählen aktuell insbesondere die systemrelevanten Bereiche.
  • Der überlassende Mitarbeiter der vorübergehenden Überlassung zustimmt.
  • Der verleihende Arbeitgeber nicht beabsichtigt, dauerhaft oder regelmäßig als Arbeitnehmerüberlasser tätig zu sein, sondern es sich vielmehr um eine Ausnahme-Maßnahme während der Corona-Krise handelt.
  • Die Überlassung zeitlich auf die aktuelle Krisensituation begrenzt erfolgt.
    Das BMAS informiert zum Thema, in seinen FAQ

AKTUALISIERT: Umsetzung des WTG vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie

Die Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung hatte mit Schreiben vom 22.07.2020 die Festlegung zur Umsetzung des Berliner Wohnteilhabegesetzes (WTG) in Form der Festlegung Nr. 3 neu gefasst.

Die Festlegung Nr. 3 zur Umsetzung des Berliner Wohnteilhabegesetzes wird bis zum 28. Februar 2021 verlängert.

Die Heimaufsicht wird weiterhin in den Pflegeeinrichtungen – auch vor Ort – insbesondere Anlassprüfungen sowie Schwerpunktprüfungen durchführen. Anlassprüfungen sind auch in Pflege-Wohngemeinschaften möglich. Diese Begehungen beziehen u.a. die Hygieneregelungen, die Bevorratung von persönlicher Schutzausrüstung, aktuelle Besuchsregelungen und freiheitseinschränkende Maßnahmen, Konzepte und Pandemiepläne ein.
Das Gesundheitsamt wird bei Bedarf hinzugezogen.

Umsetzung des Berliner Wohnteilhabegesetzes (WTG) - Festlegung Nr. 03

PDF-Dokument (55.1 kB)

Pflegemaßnahmen-Covid-19-Verordnung

Wegen des Wiederanstiegs der Corona-Neuinfektionen in Berlin hat die die Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung neue Anforderungen an Einrichtungen zur Pflege von pflegebedürftigen Menschen verordnet.

Wirtschaftliche Hilfen für Pflegeeinrichtungen

Um dieser für die gesamte Pflegebranche schwierigen Situation entgegenzuwirken, werden von verschiedenen Seiten Unterstützungen und wirtschaftliche Hilfen angeboten.

Handlungsempfehlungen für Pflegeeinrichtungen

  • Übertragung des neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2) per Tröpfcheninfektion
  • Inkubationszeit wahrscheinlich maximal 14 Tage
  • klinische Symptome der Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19) : schnupfenartige Symptome, Fieber, Husten, Halsschmerzen, Atembeschwerden, Kopfschmerzen
  • in schweren Fällen: Pneumonien mit schweren Verläufen mit akutem Lungenversagen
  • symptombezogene Therapie
  • Labordiagnostik bei begründeten Verdachtsfällen, d.h. Symptome wie oben UND Kontakt mit einem bestätigten Fall oder Aufenthalt in einem Risikogebiet in den vergangenen 14 Tagen
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Organisatorische Maßnahmen in Vorbereitung auf einen Erkrankungsfall

Verantwortliche benennen für

  • Gesamtverantwortung in der Einrichtung
  • Tätigkeitsbereich Hygienebeauftrage/r definieren
  • Kommunikation

Personalnotpläne / Strategien entwickeln

  • Personalverantwortliche benennen
  • Personaldaten aktualisieren (Telefonnummern, Ausschlusskriterien, z.B. Personal mit Vorerkrankungen)
  • Plan zur Abdeckung von Personalmehrbedarf

Kommunikations- und Informationswege intern/extern definieren und fixieren

  • alle Beschäftigten auf aktuellem Stand halten (auch Leasingkräfte)

Schulungen über Erreger/Erkrankung durch Hygienebeauftragte oder Externe

Zusätzliche Hygienemaßnahmen für Erkrankungsfall festlegen (mind. FFP-2-Maske)

Lagerbestände sichten und ggf. auffüllen – Alternativen für Mangelsituationen prüfen und dokumentieren

Alternativen für personenungebundene Wirtschaftswege für Quarantänebereiche festlegen

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  • STIKO-Impfempfehlung vor allem für ältere Menschen ab 60 Jahren und chronisch Erkrankte mit Vorerkrankungen, gegen Pneumokokken und Pertussis (Keuchhusten)
  • Begründung: Schwerere Covid-19-Krankheitsverläufe bei bereits vorhandenen Lungenerkrankungen (auch noch nicht diagnostizierten) können so vermieden werden.
  • Impfentscheidungen im Einzelfall durch behandelnde/n Arzt/Ärztin gemeinsam mit der betroffenen Person
  • Aushang / Informationsblatt mit Impfaufforderung mit Begründung für Personal und Bewohner / Betreute
  • Informationen zur Schutzimpfung gegen SARS-CoV-2
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Umsetzung infektionsschützender Maßnahmen in Wohnformen nach SGB XI und WTG vom 27.04.2020

Erkrankt eine pflegebedürftige Person an Covid-19 oder besteht der Verdacht auf diese Erkrankung, hat der Infektionsschutz der anderen Pflegebedürftigen sowie des Personals höchste Priorität. Für alle Beteiligten stellen diese Situationen eine hohe Belastung dar, insbesondere aber für Menschen mit kognitiven Einschränkungen, da sie ungewohnten Abläufen und Eindrücken ausgesetzt sind. Auch die Angestellten in den Wohnformen bzw. der betreuenden Pflegedienste stehen unter hohem Druck, da Routinen verändert werden müssen und oftmals Sorge um die eigene Gesundheit oder die von Familienmitgliedern hinzukommt. Die praktische Umsetzung von notwendigen Hygienevorschriften ist eine um ein Vielfaches schwierigere Situation in Zeiten der Pandemie. Grundsätzlich ist es daher hilfreich, sich auf die eigene Fachlichkeit zu besinnen, die auf einer allen zugänglichen aktuellen Information basiert, soviel Routine und Gleichmäßigkeit wie möglich aufrecht zu erhalten und zwingend die Phasen der Selbstfürsorge bewusst in den beruflichen Alltag einzubauen.
Das vorliegende Papier soll hierbei als Unterstützung dienen.

Prämisse

Eine weitgehende Isolation ist bei Menschen mit kognitiven Einschränkungen in der Regel nicht ohne freiheitsentziehende Maßnahmen (FEM) umsetzbar. FEM zum Schutz vor Covid-19 erscheinen in den meisten Fällen jedoch nicht verhältnismäßig. Ziel infektionsschützender Maßnahmen sollte daher die Kontaktreduktion bei weitest gehendem Erhalt der Selbstbestimmung sein.

1. Grundsätzliche, infektionsschützende Maßnahmen

Die Beachtung der, Infektionsschutzmaßnahmen ist weiterhin von wesentlicher Bedeutung.
Dies bedeutet die konsequente Umsetzung der Basishygiene (Abstand > 1,5m, Hust- und Niesetiquette) einschließlich der Händehygiene sowie ergänzende Maßnahmen entsprechend der immer wieder aktualisierten Empfehlungen des RKI zu Hygienemaßnahmen im Rahmen der Behandlung und Pflege von Patienten mit einer Infektion durch SARS-CoV-2 (https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/nCoV.html).

2. Kontaktreduktion durch Kohortenbildung

Erkrankt eine Person in einer Wohnform nach dem WTG oder besteht der Verdacht auf eine Erkrankung, wird das zuständige Gesundheitsamt sowie die Heimaufsicht informiert. Das Gesundheitsamt nimmt Kontakt zu der betroffenen Wohnform auf, legt die notwendigen Maßnahmen fest und berät die verantwortlichen Personen der Wohnform zu den weiteren Maßnahmen. Oftmals wird eine Kohortenbildung empfohlen. Die Kohortenbildung dient dazu, die Anzahl der Personenkontakte auch ohne Einzelisolation auf ein Minimum zu beschränken. Hier bietet es sich an, (geteilte) Wohnbereiche als Kohorte zu definieren und damit soziale Kontakte innerhalb dieses Bereichs zuzulassen. Gemeinschaftsräume können „in Schichten“ genutzt werden. Auch das Personal sollte in diesen Fällen lediglich einer Kohorte zugeteilt werden und nicht zwischen Wohnbereichen wechseln. Für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Gesundheitsamtes kann es hilfreich sein, wenn im Rahmen des Pandemieplans bereits Vorschläge für eine solche Kohortenbildung in den Wohnformen entwickelt wurden.

3. Bewegungsdrang

Personen mit einem hohen intrinsischen Bewegungsdrang sollte die Möglichkeit gegeben werden, diesem zumindest im Rahmen des jeweiligen Wohnbereichs nachgehen zu können. Bei kleinen Wohnformen sollte in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt geprüft werden, in wieweit das Agieren des Betroffenen in Abwägung zum gesundheitlichen Interesse gegenüber den anderen Mitbewohnern zu ermöglichen ist.
§ 150 SGB XI ermöglicht es Pflegeeinrichtungen und Pflegediensten, Mehrausgaben für zusätzliche personelle Ressourcen geltend zu machen. Mit einer vorausschauenden Personalplanung können in Fällen einer Covid-Erkrankung dadurch auch Einzelbetreuungen finanziert werden.

4. Räumliche Distanz durch Umgestaltung räumlicher Gegebenheiten

Raumteiler und andere Möblierung sollte so angeordnet werden, dass sie separierend wirken, so können Sofas gegen Einzelsessel ausgetauscht werden, Raumteiler den getrennten Aufenthalt in einem Raum ermöglichen oder auch Zwischentüren verschlossen werden, um die Anzahl der Personen auf einer Raumfläche möglichst zu minimieren. In Wohngemeinschaften werden solche Maßnahmen mit den Betroffenen bzw. ihren Betreuerinnen und Betreuern geplant und umgesetzt.

5. Vertrauensbildung durch Kommunikation und Stabilisierung angepasster Tagesstrukturen

Eine validierende Kommunikation greift gerade in bedrohlich wirkenden Situationen die Emotionen der Betroffenen auf und gibt ihnen Raum, sich und ihr Erleben darzustellen. Mit einfachen, wiederholenden Erklärungen und bildlichen Darstellungen können Pflegefachkräfte abhängig vom Grad der Erkrankung hygienische Maßnahmen erläutern und in die Alltagskommunikation einbauen.
Die Kommunikation mit Angehörigen sollte möglichst kreativ ermöglicht werden. Hierzu gehören sowohl technische Lösungen (z.B. Videokonferenzen am Tablet) als auch Distanz wahrende physische Begegnungen, z.B. am Balkon oder Fenster. Angehörige können ermuntert werden, Briefe oder Fotos zuzusenden. Das Vorlesen oder Betrachten dieser Post sollte einen festen Platz im Tagesrhythmus erhalten. Grundsätzlich sollte eine klare Tagesstruktur und feste Rituale auch bei veränderten Aktivitäten aufrechterhalten werden, um den Pflegebedürftigen Sicherheit und Stabilität zu geben.

6. Stabilisierung der Ich-Identität

Ungewohnte Situationen und Eindrücke setzten insbesondere Menschen mit kognitiven Einschränkungen unter Stress, der wiederum zu aggressiven und herauforderndem Verhalten führen kann. In diesen Phasen ist es von besonderer Bedeutung, den Bedürfnissen nach Trost, Beschäftigung, Einbeziehung sowie Bindung nach zu kommen und pflegerische Maßnahmen in diesem Feld trotz möglicherweise einschränkender hygienischer Maßnahmen besonders in den Fokus zu nehmen. Nach Möglichkeit sollten feste Bezugspflegekräfte zum Einsatz kommen und eine Priorisierung der pflegerischen Maßnahmen nur auf physische Bedürfnisse vermieden werden.

7. Individuelle Maßnahmen auf Basis biografischer Anhaltspunkte

Individuelle biografische Aspekte bieten Pflegefachkräften die Möglichkeit, hygienische Maßnahmen in das Alltagsgeschehen einzubauen. So kann der erlernte Beruf möglicherweise zum Tragen von Schutzmasken motivieren oder Erfahrungen mit Infektionskrankheiten in der Kindheit dazu anregen, sich an Regeln zu halten.

8. Monitoring Vitalwerte der Pflegebedürftigen

Bei Kohortenbildung müssen die Vitalwerte aller Personen in einer Kohorte regelmäßig und engmaschig gemessen und dokumentiert werden. Hierzu gehören neben der Körpertemperatur auch die Atemfrequenz sowie Puls und Blutdruck. Die Beobachtung von Hautveränderungen (blaue Lippen oder Fingerkuppen) sowie bei Vorhandensein Messergebnisse der Pulsoxymetrie geben Hinweise auf möglichen Sauerstoffmangel. Alle Veränderungen, die auf eine Infektion hindeuten, müssen schnellstmöglich an Hausarzt/Hausärztin und ggf. an das Gesundheitsamt kommuniziert werden und weitere Maßnahmen eingeleitet werden (vgl. Vorgehen bei Verdacht auf Covid).

9. Selbstfürsorge der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind während der Covid-Pandemie besonders belastet. Insbesondere die Unsicherheiten, die sich aus widersprüchlichen Medienberichten, der Sorge um die Pflegebedürftigen, aber auch aus der Sorge um eigene Familienmitglieder ergibt, erzeugen einen hohen Druck.
Die notwendige Fürsorge muss daher zwingend auch die persönliche physische und psychische Gesundheit umfassen. Für den Alltag und in Stichpunkten an dieser Stelle zusammengefasst: Beachtung des persönlichen Tagesrhythmus (z.B. aktive Phasen, Ruhephasen, Ernährung, Schlaf), Aufrechterhaltung sozialer Kontakten (z.B. Telefonate, Kurznachrichten, videogestützte Gespräche, Briefe), kollegialer Austausch am Arbeitsplatz (z.B. Supervision, Sorgentelefon), mehr auf die eigenen Emotionen achten und aktiv nach Entlastung suchen (Sport, Gespräche, professionelle Hilfe). Für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter steht für die Zeit der SARS-CoV-2-Pandemie ergänzend die Medi-Helpline für Gesundheitsfachberufe zur Verfügung, die durch die Berliner Notfallseelsorge betrieben wird und psychosoziale/seelsorgerische Beratung und Unterstützung sowie ggf. Weitervermittlung in eine psychologische Beratung/Supervision ermöglicht. Diese ist 24/7 unter der Nummer 030 – 403 665 888 kostenlos und auf Wunsch auch anonym zu erreichen (www.medi-hepline.de ).

Die Handlungsempfehlungen wurden durch die Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung erstellt unter Mitarbeit von
  • Dr. Basche; Jan; Geschäftsführer der Sozialstation Mobil GmbH, Berlin
  • Prof. Dr. Holthoff-Detto, Vjera; Chefärztin der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, Krankenhaus Hedwigshöhe, Alexianer St. Hedwig Kliniken Berlin GmbH
  • Mannewitz, Christian; Geschäftsführer der FSE Förderung sozialer Einrichtungen gGmbH und der FSE Pflegeeinrichtungen gGmbH
  • Matter, Christa; Geschäftsführerin Alzheimer Gesellschaft Berlin e.V. Selbsthilfe Demenz
  • Nehls, Michael; Diakoniestation Schöneberg gGmbH, Berlin; Sprecher der Sektion Pflege in der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin
  • Amtsärztinnen und Amtsärzten der Berliner Bezirke
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Pflegebedürftige Menschen sind von der anhaltenden Pandemie in besonderem Maße bedroht. Infektionsschutz ist lebensnotwendig. Soziale Kontakte sind es auch. Pflegebedürftigen und ihnen nahestehenden Personen wird ein Höchstmaß an Verantwortung und Achtsamkeit im Umgang mit diesem Dilemma abgefordert. Die Einrichtungen stehen vor der enormen Herausforderung, gemeinsam mit Bewohnerinnen und Bewohner sowie mit den Menschen aus deren sozialem Umfeld Situationen zu gestalten, in denen es gelingt, Infektionsschutz und soziale Kontakte miteinander zu verbinden.

In der SARS-Cov-2-Infektionsschutzverordnung vom 23. Juni 2020 sind die für Berlin geltenden grundsätzlichen Pflichten sowie die Schutz- und Hygieneregeln aufgeführt. Die Resolution der 93.Gesundheitsministerkonferenz ist ein wichtiges Signal und ein eindeutiger Auftrag, in der Abwägung zwischen Infektionsschutz und sozialer Teilhaben den Bedürfnissen der Bewohnerinnen und Bewohner nach sozialen Kontakten deutlich mehr Gewicht einzuräumen und bestehende Spielräume auszuschöpfen. Die Einrichtungen haben bei ihren Entscheidungen individuelle einrichtungsspezifische Risiken abzuwägen und entscheiden selbstbestimmt über die einzuleitenden Maßnahmen. Dabei muss allen an der Pflege Beteiligten, der Öffentlichkeit und den Angehörigen bewusst sein, dass trotz aller Bemühungen und Vorkehrungen Ausbrüche nicht mit Sicherheit vermeidbar sind.

1. Rechtslage

Mit Inkrafttreten der SARS-CoV-2-Infektionsschutzverordnung vom 23. Juni 2020 tritt die Verordnung über erforderliche Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 in Berlin (SARS-CoV-2-Eindämmungsmaßnahmenverordnung – SARS-CoV-2-EindmaßnV) außer Kraft.

Die SARS-CoV-2-Infektionsschutzverordnung enthält die allgemein in Berlin geltenden grundsätzlichen Pflichten, Schutz- und Hygieneregeln, Regelungen zu Personenobergrenzen und Verboten, zu Quarantänemaßnahmen, Einschränkungen von Grundrechten und Ordnungswidrigkeiten. Regelungen für Besuche und bereichsbezogene infektionsschützende Maßnahmen sind nicht mehr ausdrücklich in der SARS-CoV-2-Infektionsschutzverordnung festgelegt.

Allerdings finden sich folgende pflegespezifische Regelungen in der SARS-CoV-2-Infektionsschutzverordnung. Nach § 2 I SARS-CoV-2- Infektionsschutzverordnung sind Pflegeeinrichtungen einschließlich ambulanter Pflegedienste sowie entgelt- und zuwendungsfinanzierte Angebote ausdrücklich verpflichtet, ein individuelles Schutz- und Hygienekonzept zu erstellen. Bei der Erstellung des jeweiligen individuellen Schutz- und Hygienekonzepts sind die einschlägigen Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts zum Infektionsschutz in ihrer jeweiligen Fassung und die Vorgaben der jeweiligen Arbeitsschutzbehörden zu berücksichtigen (§ 2 Absatz 2 SARS-CoV-2- Infektionsschutzverordnung).

Darüber hinaus wurde der Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung als zuständiger Stelle die Kompetenz übertragen, die Anforderungen an das Schutz- und Hygienekonzept einschließlich Vorgaben zu Auslastungsgrenzen oder Zutritts- und Besuchsregelungen in einem bereichsspezifischen Hygiene-Rahmenkonzept zu bestimmen (§ 2 Absatz 3 der SARS-CoV-2- Infektionsschutzverordnung). Dieses Hygiene- Rahmenkonzept ist auf der Internetseite der Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung hinterlegt und somit auch öffentlich zugänglich. Da sich die Anforderungen verändern können, ist der jeweilige aktuelle Stand des Hygiene-Rahmenkonzeptes, der auf der Internetseite hinterlegt ist, zu berücksichtigen. Die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung ist für körpernah Dienstleistende, Bewohnerinnen und Bewohner sowie für Besuchende verbindlich vorgeschrieben (§ 4 Absatz 1 Nr. 2, 6 der SARS-CoV-2- Infektionsschutzverordnung). Eine Ausnahme von dieser Pflicht besteht nur in den in § 4 Absatz 2 der SARS-CoV-2- Infektionsschutzverordnung genannten Fällen. Dies betrifft
  • Kinder bis zum vollendeten sechsten Lebensjahr, Personen, die aufgrund einer gesundheitlichen Beeinträchtigung oder einer Behinderung keine Mund-Nasen-Bedeckung tragen können,
  • Personen, bei denen durch andere Vorrichtungen die Verringerung der Ausbreitung übertragungsfähiger Tröpfchenpartikel bewirkt wird
  • oder bei Gehörlosen und schwerhörigen Menschen und Personen, die mit diesen kommunizieren, sowie ihren Begleitpersonen.

2. Informieren und Miteinander reden

Bei der Erstellung des einrichtungsspezifischen Schutz- und Hygienekonzepts sind die einschlägigen Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts zum Infektionsschutz in ihrer jeweiligen Fassung und die Vorgaben der jeweiligen Arbeitsschutzbehörden zu berücksichtigen. Bestandteil des Konzeptes der Einrichtung sollten auch Regelungen für ein verbindliches Besuchskonzept sein. Die schriftliche Fixierung eines verbindlichen Besuchskonzeptes gibt allen Beteiligten Handlungssicherheit. Das Fehlen eines Besuchskonzepts kein Grund für eine Verweigerung von Besuchen.

Um die Akzeptanz der Regelungen zu erhöhen und das Teilhaberecht der Bewohnerinnen und Bewohner zu stärken, ist das Heimmitwirkungsgremium immer an der Erstellung von Besuchsregelungen zu beteiligen. Zudem sollte das Besuchskonzept den Beteiligten möglichst schon bekannt sein, bevor sie einen Besuch planen. Daher empfiehlt es sich dringend, die Angehörigen und andere Besuchende über die aktuellen Besuchsregelungen direkt zu informieren. Geeignet ist auch eine Information per E-Mail und auf der Website der Einrichtung.

Das Schutz- und Hygienekonzept benennt neben konkreten Maßnahme auch eindeutig zugeordnete personelle Verantwortlichkeiten. Erforderlich ist eine Ansprechperson, an die sich Pflegebedürftige, deren Angehörige und andere Besuchende mit Fragen und Hinweisen zur Besuchsregelungen der Einrichtung wenden können. D die Kontaktmöglichkeiten werden transparent kommuniziert.

Sollte es zu Spannungen kommen, vermittelt die Heimaufsicht Berlin gern und unterstützt dabei, eine für alle Beteiligten tragbare Lösung zu finden:
E-Mail
Tel. (030) 90229–3333.

Des Weiteren stehen Ihnen

3. Besuchskonzept und Besuchsmanagement

Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen dürfen täglich Besuch empfangen; ausgenommen sind Menschen mit Atemwegsinfektionen. Besucherinnen und Besucher mit Atemwegsinfektionen dürfen die Einrichtung in keinem Fall betreten. Ein Besuch sollte bei Erkältungssymptomen (v.a. auch Fieber) und durch Covid19-Kontaktpersonen ebenfalls nicht erfolgen.

Die Anzahl der Besuchenden ist ausdrücklich nicht auf eine Person beschränkt, sollte aber drei Personen nicht überschreiten.

Um die Zahl der Besuchenden zu begrenzen und im Ausbruchsfall Kontakte nachverfolgen zu können, ist die Führung eines Besuchskalenders durch die Einrichtung erforderlich. Hierbei ist der Datenschutz zu berücksichtigen.

Das Besuchskonzept sollte folgende Regelungen beinhalten:
  • Maximale Dauer:
    Die maximale Dauer der Besuche sollte aus organisatorischen Gründen prinzipiell festgelegt werden. Dabei sind auch Einzelfälle, etwa wenn entfernt wohnende Angehörige oder andere Besucherinnen und Besucher den Besuch nur selten ermöglichen können, zu berücksichtigen. Die Einrichtungen sind ausdrücklich aufgefordert, hier im Interesse der Bewohnerinnen und Bewohner Lösungen in Abwägung mit den Möglichkeiten vor Ort zu finden.
  • Maximale Gesamtzahl von Besucherinnen und Besuchern:
    Es sollte abhängig von der aktuellen Belegung und den räumlichen Gegebenheiten festgelegt werden, wie viele Besucherinnen und Besucher sich maximal gleichzeitig in der Einrichtung aufhalten können, um die Abstands- und Hygieneregeln sicher einhalten zu können.
  • Regelungen zur Anmeldung
    Aufgeführt werden sollte, ob und in welcher Form eine Anmeldung erfolgen soll.
  • Verständliche und öffentlich zugängige Informationen für Besucherinnen und Besucher:
  • Alle Besucherinnen und Besucher sollen über die grundlegenden Hygiene- und Verhaltensmaßnahmen (Händedesinfektion, Abstandsgebot, Husten- und Niesetikette) leicht verständlich aufgeklärt und zu deren Einhaltung angehalten werden.
  • Zur Verstärkung können die Besucherinnen und Besucher aufgefordert werden, mit ihrer Unterschrift zu bestätigen, dass sie die Hygiene- und Verhaltensmaßnahmen während des Aufenthaltes in der Einrichtung strikt einhalten und die Hinweise des Einrichtungspersonals bzgl. der Besuchsregelungen befolgen.
  • Bei Nichteinhaltung der Hygiene- und Verhaltensmaßnahmen werden die Besuchenden zunächst an die Besuchsregeln erinnert. Werden die Regeln weiterhin nicht eingehalten, kann die Besuchsperson der Einrichtung verwiesen und ein Besuchsverbot für diese Person ausgesprochen werden (Hausrecht).
  • Besuchsmanagement/Logistische Festlegungen
    Wenn möglich sollten ein gesonderter Ein-/Ausgang für Besuchende, bereichsbezogene Zutrittsbeschränkungen sowie konkrete (kürzeste) Wege für die Besucherinnen und Besucher der Einrichtung (Flure, Sanitärräume, Besucherbereiche, Privatzimmer der Bewohnerinnen und Bewohner etc.) festgelegt werden, damit unnötige Kontakte zur Bewohnerschaft und zum Personal minimiert werden.
    Die (erste) Kontaktaufnahme sollte durch Personal der Einrichtung begleitet werden, damit ein direktes Aufsuchen des Besuchsortes sichergestellt wird.
    Beim Verlassen hat eine Abmeldung an ausgewiesener Stelle zu erfolgen.
    Das Besuchsmanagement kann mithilfe ehrenamtlichen Unterstützerinnen und Unterstützern geführt werden.

4. Gewährleistung des Infektionsschutzes während des Besuchs

  • Mindestabstand
    - Grundsätzlich ist der Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten.
    - Mit einigen Maßnahmen kann dies erleichtert werden (z.B. Hinweisschilder, Wegmarkierungen, Tische mit entsprechendem Abstand etc.).
    - Bei bestehenden Grunderkrankungen wie Sehbeeinträchtigungen und/oder Hörbeeinträchtigungen bzw. für Personen, die über Körperkontakt kommunizieren, müssen im Einzelfall individuelle Lösungen gefunden werden, die das Infektionsrisiko minimieren.
  • Mund-Nase-Bedeckung
    - Gem. § 4 Abs. 1 Nr. 6 der SARS-CoV-2-Infektionsschutzverordnung ist in geschlossenen Räumen von den Besucherinnen und Besuchern und von den Bewohnerinnen und Bewohnern (wenn sie das Zimmer verlassen) eine geeignete Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen.
    - Die Mund-Nasen-Bedeckung muss von den Besucherinnen und Besuchern grundsätzlich selbst mitgebracht werden.
    - Den Bewohnerinnen und Bewohnern stellt die Einrichtung einen Mund-Nasen-Schutz zur Verfügung.
    - Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Einrichtungen haben in den Innenräumen grundsätzlich einen Mund-Nasen-Schutzes zu tragen.
  • Händedesinfektion
    Beim Betreten der Einrichtung sollte von den Besucherinnen und Besuchern eine Händedesinfektion durchgeführt werden. Desinfektionsmittel und Hinweise zu deren Benutzung sollten daher unmittelbar im Eingangsbereich der Einrichtung platziert werden.
  • Begegnungsräume im Außenbereich
    Für die Besuche sollten Begegnungsmöglichkeiten auf dem Außengelände der Einrichtung geschaffen werden, die die Wahrung der Abstands- und Hygieneregeln gewährleisten. Diese Begegnungsmöglichkeit ist Besuchen in Innenräumen nach Möglichkeit vorzuziehen.
  • Begegnungsräume im Innenbereich
    - In dem Einrichtungsgebäude sollten – nach Möglichkeit – geeignete Besuchsbereiche eingerichtet werden, die möglichst nahe am Eingangsbereich liegen, eine angemessene Größe zur Wahrung des Mindestabstands sowie eine ausreichende Belüftungsmöglichkeit bieten.
    - Wenn Besuche außerhalb des Zimmers der Bewohnerin oder des Bewohners für die Bewohnerin nicht möglich sind, sollten verstärkt Anstrengungen unternommen werden, diese im Zimmer zu ermöglichen. Dafür sollten im Besuchskonzept besondere Schutzmaßnahmen getroffen werden. Ein wichtiger Aspekt ist hierbei eine gute Belüftung der Zimmer.
  • Einsatz von Schutzwänden
    Soweit konkrete Schutzmaßnahmen vor Tröpfcheninfektion, z.B. durch transparente Schutzwände, angewendet werden, ist das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung nicht notwendig.
  • Entsorgung von Einmalartikeln
    Abfallbehälter zur Entsorgung von Einmalartikeln sind öffentlich zugängig und sinnvoll platziert.
  • Mobilität ermöglichen
    - Besucherinnen und Besucher soll auch das Schieben des Rollstuhls für ihre An- und Zugehörigen ermöglicht werden.
    - Da hierbei der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann, ist im Freien eine Mund-Nasen-Bedeckung von der den Rollstuhl schiebenden Person zu tragen.
    - In geschlossenen Räumen besteht nicht nur für die besuchende Person, sondern grundsätzlich auch für die Person im Rollstuhl die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung.
    - Aus Gründen des Infektionsschutzes soll nur das Pflegepersonal die Pflegebedürftigen in und aus dem Rollstuhl verbringen.

5. Sonderregelungen für besonders vulnerable Bewohnerinnen und Bewohner

Besonderheiten bei Menschen mit fortgeschrittenen kognitiven Einschränkungen

Menschen mit fortgeschrittener Demenz oder weit fortgeschritten Erkrankungen und schwerwiegenden Leistungseinbußen können sich nicht auf veränderte Besuchsregelungen mit Verständnis einlassen. Sie haben häufig ein starkes Bedürfnis nach körperlicher Nähe und sind besonders und vermehrt auf die Hilfe und Sorge des gesamten Pflege- und Betreuungsteams angewiesen. Auf der Beziehungsebene sind insbesondere die Bestätigung, das Vermitteln von Sicherheit, Vertrauen und Zugehörigkeitsgefühl von Bedeutung. Auch um den Problemen wie Schmerzen, Einsamkeit und Kontrollverlust zu begegnen. Ihnen und ihren Nahestehenden gebührt unbedingt diese Haltung empathischer Zuwendung, Wertschätzung und Leidenslinderung.
Deshalb sollten die Besuchsregelungen für diese Menschen weitaus großzügiger gestaltet werden. So trägt eine strikte Trennung zu den Angehörigen, z.B. durch transparente Stellwände, zu Verunsicherung bei und führt dazu, dass die Kommunikation während des Besuchs z.T. stark eingeschränkt ist, erst recht, wenn neben den Stellwänden auch noch Schwerhörigkeit oder Taubheit seitens der Bewohnerinnen und Bewohner hinzu tritt.
Auch dass diese Personengruppe Besuch im Besuchsbereich empfängt, ist ggf. nicht förderlich. Diese Änderung der Umgebung ist für die an ihren geschützten Bereich gewöhnten Bewohnerinnen und Bewohner mit Stress verbunden. Hier müssen individuelle Lösungen gefunden werden. So sollten die Besuche geplant und möglichst außerhalb der Hauptbesuchszeiten stattfinden, um unnötige Kontakte zu vermeiden. Ein Besuch im eigenen Zimmer mit umfangreicherer persönlicher Schutzausrüstung (PSA) ist ggf. sinnvoller als in einem Besuchsbereich.

Besonderheiten bei schwerstkranken und sterbenden Menschen

Bei Schwerstkranken und Sterbenden sind Besuche zum Zwecke der Versorgung am Lebens-ende und der Sterbebegleitung stets zulässig und unterliegen keinen Beschränkungen. Dabei handelt es sich nicht nur um präfinale Bewohnerinnen und Bewohner, sondern auch um Palliativ-bedürftige in der Präterminal- und Terminalphase. Die Hygienemaßnahmen innerhalb der Einrichtung gelten auch für die Besucherinnen und Besucher der Schwerstkranken und Sterbenden. Diese sollten auf deren Wunsch hin nach Möglichkeit in einem Einzelzimmer untergebracht sein. In diesem Zimmer kann von den Hygienemaßnahmen abgewichen werden. Beim Vorliegen oder dem Verdacht auf eine COVID-19-Infektion von Schwerstkranken und Sterbenden erhalten die Besuchenden eine geeignete Schutzmaske (mindestens FFP-2) von der Einrichtung. Angehörige und Nahestehende von Schwerstkranken und Sterbenden sind in deren Betreuung und Versorgung einzubeziehen. Dies gilt auch im Kontext der vom Runden Tisch Hospiz- und Palliativversorgung Berlin empfohlenen „Berliner Notfallverfügung“, die vor dem Hintergrund der „Gesundheitlichen Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase“ nach § 132g SGB V entwickelt worden ist. Die Fach- und Spezialberatungsstelle „Zentrale Anlaufstelle Hospiz“ (ZAH)“ hat angesichts des gestiegenen Vorsorgebedarfs in Reaktion auf die COVID-19-Pandemie hierzu ein kostenloses Sondertelefon „Notfallverfügung“ für über 60-Jährige und deren Angehörigen und Nahestehenden geschaltet: Tel. (030) 4071- 1114
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I Grundlagen

Die erforderlichen Maßnahmen zum Schutz der Pflegebedürftigen sind mit Augenmaß den gegebenen Umständen und Bedingungen Vorort anzupassen. Dabei soll stets eine Abwägung des Nutzens der Maßnahmen zum Schutz der Pflegebedürftigen gegenüber möglichen psychosozialen Folgen und einer Verschlimmerung der Pflegebedürftigkeit erfolgen.

Alle Pflegeeinrichtungen sind verpflichtet, einen Pandemieplan vorzuhalten. Der Plan muss u.a. enthalten, ob und wie ggf. zusätzliche personelle Ressourcen bei Ausbruchsgeschehen aktiviert werden können und wie eine Prioritätenplanung bei der Versorgung der Pflegebedürftigen im Falle eines Covid-19 bedingten Personalengpasses erfolgen soll.

Gemäß § 2 Abs. 1 SARS-CoV-2-Infektionsschutzverordnung haben Pflegeeinrichtungen entsprechend der spezifischen Anforderungen des jeweiligen Angebots ein individuelles Schutz- und Hygienekonzept zu erstellen und auf Verlangen der zuständigen Behörde vorzulegen. Die Bewohnervertretung ist bei der Erstellung des Konzepts zu beteiligen.

Bei der Erstellung des Schutz- und Hygienekonzepts sind die einschlägigen Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts zum Infektionsschutz in ihrer jeweiligen Fassung und die Vorgaben der jeweiligen Arbeitsschutzbehörden zu berücksichtigen.

Bestandteil des Konzeptes ist auch der Ausweis von Verantwortlichen; darunter einer Ansprechperson, an die sich Pflegebedürftige, deren Angehörige und Andere mit Fragen und Hinweisen wenden können. Das Konzept soll für Betroffene und Interessierte zugänglich sein.

Kernpunkte der zu veranlassenden Schutzmaßnahmen sind
  • die Einhaltung der Basishygiene
  • die Einhaltung des Mindestabstands von 1,5 m wann immer dies möglich ist
  • die Verwendung einer geeigneten Mund-Nasen-Bedeckung in Innenräumen bei Kontakten von < 1,5 m
  • eine ausreichende Belüftung in Innenräumen
  • das Monitoring von respiratorischen Symptomen bei Pflegebedürftigen und Mitarbeitenden
  • eine Bevorratung im erforderlichen Umfang mit persönlicher Schutzausrüstung (PSA), um in der momentanen Pandemiesituation einen sechsmonatigen und bei einem auftretenden Infektionsgeschehen mindestens 14-tägigen Betrieb abzusichern, ausgenommen ist hierbei die Bevorratung an Desinfektionsmittel
  • Schulungen zum fachgerechten Einsatz der PSA für alle im direkten Umfeld tätigen Personen sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die im indirekten Umfeld tätig sind (zum Beispiel Küchenpersonal, Reinigungskräfte etc.). Diese Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind den Personen im direkten Umfeld bei zu veranlassenden Schutzmaßnahmen gleichzustellen.
  • die Vermeidung von Zusammenkünften von Pflegekräften/Personal, bei Unvermeidbarkeit sind die Abstands- und Hygieneregelungen einzuhalten und eine ausreichende Durchlüftung sicherzustellen. Dies ist auch in Pausen, Arbeitsberatungen und Dienstübergaben zu beachten.

Das generelle Tragen von Mund-Nasen-Schutz (MNS) durch sämtliches Personal mit direktem Kontakt zu Pflegebedürftigen ist aus Gründen des Risikopersonenschutzes verpflichtend. Durch das korrekte Tragen von MNS innerhalb der Einrichtungen kann das Übertragungsrisiko auf Bewohnerinnen und Bewohner und andere Mitarbeitende bei einem Kontakt von unter 1,50 m reduziert werden. Dies gilt insbesondere bei der Erbringung von körpernahen Pflege- und Betreuungsleistungen.

Gemäß § 4 Abs. 1 Nr. 6 SARS-CoV-2-Infektionsschutzverordnung ist in stationären Pflegeeinrichtungen auch von Besucherinnen und Besuchern sowie von den Bewohnerinnen und Bewohnern in geschlossenen Räumen eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen, sofern sie sich außerhalb ihres Zimmers aufhalten oder Besuch empfangen. Diese Pflicht greift nicht während der Mahlzeiten in Gemeinschaftsräumen.

Die Ausnahmeregelungen nach § 4 Abs. 3 und 4 SARS-Cov-2-Infektionsschutzverordnung finden Anwendung. Die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung gilt nicht für Personen, die aufgrund einer gesundheitlichen Beeinträchtigung, einer Behinderung, oder auf Grund fehlender Compliance keine Mund-Nasen-Bedeckung tragen bzw. eine solche Bedeckung nicht tolerieren können. In diesen Fällen, sind andere geeignete Maßnahmen zur Kontaktbeschränkung zu anderen Bewohnerinnen und Bewohnern zu treffen und ggf. die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt zu konsultieren.

Für die Betreuung, Begleitung und den Besuch von Schwerstkranken und Sterbenden gelten unabhängig vom Aufenthaltsort keine Beschränkungen.

Das Personal hat die gängigen Vorgaben zum Infektionsschutz zu berücksichtigen und einzuhalten. Der Einsatz des Personals soll, soweit möglich, in voneinander isolierten Arbeitsteams erfolgen.

Die jeweils geltenden Handlungsempfehlungen für Berliner Pflegeeinrichtungen sind bei der Umsetzung des Besuchsmanagements zu berücksichtigen.

Die Planung individueller Hygienemaßnahmen liegt in der Aufgabe der betreuenden Pflegefachkraft. Im Rahmen der Vorbehaltsaufgaben sind die Maßnahmen mit der pflegebedürftigen Person, gegebenenfalls Zugehörigen oder rechtlich Betreuenden in die Pflegeplanung aufzunehmen und von allen am Pflegeprozess Beteiligten unter der Anleitung und Kontrolle der Pflegefachkraft umzusetzen. In besonderen Fällen können Hygienemaßnahmen für kleinere Patientengruppen einheitlich geplant werden. Für pflegebedürftige Personen mit künstlich angelegten Atemwegszugängen sind gesonderte Maßnahmen zu planen und mindestens täglich zu prüfen. Die Pflegeplanung und die Pflegedokumentation sind auf Verlangen den zuständigen Ordnungsbehörden (Gesundheitsamt und, bei Einrichtungen im Anwendungsbereich des WTG, der Heimaufsicht) zugänglich zu machen und können jederzeit geprüft werden.

Zum Schutz der Pflegebedürftigen haben sich in Einrichtungen tätige Personen auch außerhalb der Arbeitsstätte an die geltenden Infektionsschutzregelungen zu halten. Besuchern die sich nicht an die Hygieneregelungen der Einrichtung halten, kann das Besuchsrecht zeitweise entzogen werden.

II Besonderheiten der teilstationären Pflege

Ab dem 01.10.20 dürfen die Tages- und Nachtpflegeeinrichtungen bei Einhaltung der erforderlichen Hygienestandards wieder den Regelbetrieb aufnehmen. Die Zahl der Plätze kann auf bis zu 50% der im Versorgungsvertrag vereinbarten Plätze reduziert werden, wenn dies zur Umsetzung der im individuellen Schutz- und Hygienekonzept vorgesehenen Maßnahmen erforderlich ist. Die Einrichtungen sind jedoch angehalten, im Rahmen des Verantwortlichen mit besonderem Blick auf infektionsschutzrechtliche Vorgaben, soviele Plätze wie möglich anzubieten. Die Entscheidung, welche Gäste betreut werden, trifft die verantwortliche Pflegefachkraft unter Abwägung von Infektionsschutz, pflegerischer Versorgung, sozialer Teilhabe und Entlastung der Angehörigen. Heimaufsicht und Pflegekassen sind bei Änderung der Versorgungskapazitäten zu informieren.

Personen, die Symptome aufweisen, die mit COVID-19 vereinbar sind oder in den jeweils letzten 14 Tagen Kontakt zu einer an COVID-19 erkrankten Person hatten, dürfen teilstationäre Pflegeeinrichtungen nicht betreten. Davon ausgenommen sind schwerstkranke und sterbende Gäste teilstationärer hospizlicher Einrichtungen der Tages- und Nachtpflege.

III Besonderheiten der vollstationären Pflege

In allen Pflegeeinrichtungen sollen die Spielräume für Besuche unter Einhaltung der Hygieneanforderungen ausgeschöpft werden. Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen dürfen täglich Besuch empfangen. Denn für die Einrichtungsträger besteht gemäß § 10 Abs. 1 Ziffer 6 WTG die Verpflichtung, Besuche zu ermöglichen, – ausgenommen sind Menschen mit Atemwegsinfektionen.

Die Besuchsregelung soll sowohl feste Besuchszeiten enthalten als auch Wege zur Vereinbarung von individuellen Besuchszeiten aufzeigen. Die Einrichtung informiert alle Beteiligten über die Besuchsregelung. In der Regel sollen Besuche von 10 Uhr bis 18 Uhr ermöglicht werden, an zwei Tagen sollen auch Besuche ab 9 Uhr oder bis 19 Uhr ermöglicht werden. Die Anzahl der Besuchenden pro Pflegebedürftigem ist ausdrücklich nicht auf eine Person beschränkt, sollte jedoch, abhängig von den örtlichen Gegebenheiten, zeitgleich drei Personen nicht überschreiten. Den insgesamt möglichen Besuchsumfang beschreibt das Besuchsmanagementkonzept der Einrichtung. Dieses ist Bestandteil der Besuchsregelung.

Nicht eingeschränkt werden darf der Besuch von Schwerstkranken und Sterbenden. Dies bezieht sich auch auf die Zahl der Besuchenden, die Häufigkeit der Besuche, die Besuchszeiten und die Abstandsregeln.

Sollte es generell zu Spannungen kommen, wirkt die Heimaufsicht Berlin darauf hin, eine für alle Beteiligten tragbare Lösung zu finden: E-Mail,
Tel. (030) 90229 – 3333.

Besuche von mit der Seelsorge betrauten Personen, Besuche aus Rechtsgründen (insbesondere zwingende Angelegenheiten im Zusammenhang mit einer rechtlichen Betreuung) sowie Besuche von Dienstleistern zur medizinisch-pflegerischen Versorgung, der Versorgung mit Heil- und Hilfsmitteln und zur weiteren, auch körpernahen, Grundversorgung (z. B. Friseure, Fußpflege) sind unter Einbeziehung in das Schutz- und Hygienekonzept, stets zulässig. Therapeutinnen und Therapeuten tragen deutlich zur Verhinderung einer physischen und psychischen Verschlechterung des Allgemeinzustandes von Pflegebedürftigen bei. Diesen Berufsgruppen ist der Zutritt regelmäßig zu gewähren. Die stationären Einrichtungen haben für Therapeuten ausreichend geeignete PSA bereitzustellen. Ambulant tätige Therapeuten und Therapeutinnen haben bei Besuchen im ambulanten Bereich die entsprechenden Vorkehrungen einzuhalten und PSA zu verwenden.

Ehrenamtlichen, die innerhalb der Einrichtung Teilangebote durchführen, ist der Zutritt ebenfalls zu ermöglichen, diese sind durch die Einrichtung mit geeigneten PSA zu versorgen.

Im Falle einer bestätigten COVID-19 Infektion in der Einrichtung kann die Leitung der Einrichtung im Rahmen einer Gefährdungsabschätzung für die Bewohnerinnen und Bewohner nur im Einvernehmen mit dem Gesundheitsamt die Besuchsregelung für betroffene Wohnbereiche oder einzelne Organisationseinheiten entsprechend der baulichen Gegebenheiten einschränken oder ein Besuchsverbot festlegen. Eine Einschränkung der Besuchsregelung oder ein Besuchsverbot kann grundsätzlich nur befristet erfolgen und ist gegenüber der Heimaufsicht anzuzeigen.

Das Verlassen der Einrichtung ist den Bewohnerinnen und Bewohnern grundsätzlich zu ermöglichen. Besucherinnen und Besuchern soll auch das Schieben des Rollstuhls für ihre An- und Zugehörigen ermöglicht werden. Die Bewohnerinnen und Bewohner und die sie begleitenden Personen haben sich dabei an die jeweils geltenden Corona-Schutzregelungen zu halten und tragen die volle Verantwortung für die Einhaltung des Infektionsschutzes während des Verlassens der Einrichtung.

Eine Isolation von Bewohnerinnen und Bewohnern bei Rückkehr von einem stundenweisen Verlassen der Einrichtung (z.B. aus Anlass eines Spaziergangs, Einkaufs oder Arztbesuchs) ist grundsätzlich nicht erforderlich.

Die Hygienemaßnahmen innerhalb der Einrichtung gelten auch für die Besucherinnen und Besucher der Schwerstkranken und Sterbenden. Diese sollten auf deren Wunsch hin nach Möglichkeit in einem Einzelzimmer untergebracht sein. In diesem Zimmer kann von den Hygienemaßnahmen abgewichen werden. Für bettlägerige Bewohnerinnen und Bewohner und hier insbesondere Menschen mit fortgeschrittener Demenz oder weit fortgeschrittenen Erkrankungen und schwerwiegenden Leistungseinbußen im Einzelzimmer, kann ebenfalls von den Hygienemaßnahmen abgewichen werden. Beim Vorliegen oder dem Verdacht auf eine COVID-19-Infektion von Schwerstkranken und Sterbenden erhalten die Besuchenden eine geeignete Schutzmaske (mindestens FFP-2) von der Einrichtung.

IV Besonderheiten der ambulanten Pflege

Für ambulant betreute Pflegewohngemeinschaften gilt die Umsetzung dieses Hygiene-Rahmenkonzeptes entsprechend der örtlichen Möglichkeiten. Des Weiteren sollten die Nutzerinnen und Nutzer sich an den Regelungen und Spielräumen für Besuche (siehe unter III) unter Einhaltung der Hygieneanforderungen orientieren. Die unter I gemachten Aussagen für Mitarbeitende/ Personal gelten uneingeschränkt.

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  • Bei begründeter Verdachtssymptomatik (Atemwegsinfekt oder Fieber) Isolation des Betroffenen im eigenen Zimmer, dann
    • Rücksprache mit unmittelbarem Vorgesetzten über weiteres Vorgehen
    • umgehende telefonische Information des Hausarztes / der Hausärztin bzw. des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes mit Beschreibung (nicht Bewertung!) der Symptomatik und des Gesundheitsamtes – bei lebensbedrohlicher Symptomatik des Rettungsdienstes mit Hinweis auf mögliche COVID-19-Erkrankung
  • Auslösen des Pandemieplans
  • Information Geschäftsführung, Heimaufsicht und Angehörige / Betreuer
  • Bei entsprechendem klinischen Zustand weitere Isolation in der Einrichtung bis Ergebnis der Diagnostik vorliegt (aktuell 1 Tag)
  • In der Pflege von Erkrankten mit Fieber oder Atemwegserkrankungen sollte den Empfehlungen entsprechende Schutzausrüstung verwendet werden
  • Schutzausrüstung und Hinweise zu deren Benutzung sollten unmittelbar vor den Wohnbereichen platziert werden
  • Bei Krankenhauseinweisung oder Transfer in andere Einrichtung: Überleitungsmanagement – Transportdienst auf Erkrankung hinweisen
  • Informationsweiterleitung intern und extern nach Pandemieplan
  • Kontakte mit Erkranktem zurückverfolgen und dokumentieren
  • Anweisungen der Gesundheitsbehörde folgen
  • Prüfung des Einsatzes von einzelnen Pflegekräften speziell nur bei Erkrankungsfällen (auch auf ambulante Dienste anwendbar)
  • Im Fall einer bestätigten Covid-19-Infektion eines Bewohners oder einer Bewohnerin oder einer in der Pflegeeinrichtung beschäftigten Person hat die Einrichtung ein einwöchiges Besuchsverbot festzulegen. Ausnahmen vom Besuchsverbot sind er Pflegemaßnahmen-Covid-19-Verordnung zu entnehmen.
Liegt ein bestätigter Covid-19-Fall vor, sind anhängende Vorgehensweisen in der Zusammenarbeit mit den Gesundheitsämtern unbedingt zu berücksichtigen:
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SARS-CoV-2 Kontaktpersonennachverfolgung

Infografik des RKI für Personal in Alten- und Pflegeheimen bei regulärer Personalverfügbarkeit sowie bei relevantem Personalmangel

Kontaktpersonen Kategorie I

Kontaktpersonen Kategorie II

  • Kontakt zu bestätigtem COVID 19 – Fall im Rahmen von Pflege und/oder medizinischer Untersuchung mit mehr als 2 m Abstand zu jedem Zeitpunkt
    Maßnahmen: nach Einschätzung des GA gemäß Kat I oder III

Kontaktpersonen Kategorie III

  • Kontakt zu bestätigtem COVID 19 – Fall im Rahmen von Pflege und/oder medizinischer Untersuchung mit weniger als oder 2 m Abstand
  • mit Verwendung von Schutzausrüstung
    Maßnahmen: keine Meldung an GA, keine Kontaktreduktion, tägliches Selbstmonitoring, tägliche Abfrage und Dokumentation durch Hygienefachktraft;
    bei Symptomen (ab Halskratzen) sofort wie Kategorie I
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  • Appell zum freiwilligen Verzicht auf Besuch von Veranstaltungen
  • Mitarbeiter mit akuten Atemwegserkrankungen (auch „banalen“ Erkältungen) sollten zu Hause bleiben (ggf. Arztbesuch / telefonischer Arztkontakt, AU)
  • Personen, die aus einem Risikogebiet zurückgekehrt sind, aber keine Symptome haben, wird eine freiwillige Quarantäne empfohlen
  • Personen, die aus einem Risikogebiet zurückgekehrt sind und entsprechende Symptome bekommen haben, sollten zu Hause bleiben, Kontakte zu anderen Personen meiden und sich umgehend telefonisch mit dem Hausarzt, KV-Notdienst oder den Abklärungszentren in Verbindung setzen.
  • Personen, die Kontakt zu einem Erkrankten hatten, müssen sich auch ohne Symptome unverzüglich mit dem Gesundheitsamt in Verbindung setzen.
  • Den Anweisungen des Gesundheitsamtes ist entsprechend Folge zu leisten, der Arbeitgeber unmittelbar zu informieren.
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  • Möglichst vollständiger Verzicht auf Reisen
  • Personen, die aus einem Risikogebiet zurückgekehrt sind, aber keine Symptome haben, sollten in eine freiwillige 14-tägige Isolation gehen
  • Personen, die aus einem Risikogebiet zurückgekehrt sind und entsprechende Symptome bekommen haben, siehe Maßnahmen bei Erkrankungsverdacht.
  • Personen, die Kontakt zu einem Erkrankten hatten, müssen sich auch ohne Symptome unverzüglich mit dem Gesundheitsamt in Verbindung setzen bzw. diesem gemeldet werden.
  • Den Anweisungen des Gesundheitsamtes ist entsprechend Folge zu leisten.
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  • Pandemieplan muss den Umgang mit Personalengpässen umfassen (s. Vorbereitung).
  • Reichen die geplanten Maßnahmen nicht aus, muss der Pflegedienst in Abstimmung mit den Vertragsparteien eine Priorisierung der Leistungen in Abhängigkeit von der individuellen Situation begründet vornehmen, z.B.:
    • Auf welche hauswirtschaftlichen Leistungen kann für einen Zeitraum verzichtet werden (oder auf Angehörige/Nachbarn übertragen werden), oder der Rhythmus verändert werden?
    • Welche grundpflegerischen Maßnahmen können in größeren Abständen durchgeführt (alle 2 Tage statt täglich) oder von Angehörigen/Nachbarn übernommen werden?
  • Einschränkung pflegerischer Leistungen sind dem Kostenträger mitzuteilen.
  • Einschränkungen ärztlich verordneter Maßnahmen (z.B. RR-Kontrolle) können nur nach Rücksprache mit dem/der verordnenden Arzt/Ärztin erfolgen, die Krankenkasse ist unverzüglich darüber zu informieren.
  • In medizinischen Notfällen ist der Rettungsdienst zu informieren.
  • Das unbedingte Ziel ist die Vermeidung von Krankenhauseinweisungen, die für die Klientinnen und Klienten i.d.R. mit einer höheren Gefährdung einhergehen.
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  • Grundsätzlich sind alle hygienischen Maßnahmen laut Hygieneplan einzuhalten.
  • Gibt es für einzelne Produkte Lieferengpässe, müssen zuerst andere Anbieter kontaktiert werden und danach, ggf. nach Rücksprache mit Hygienefacharzt/-ärztin oder behandelndem Arzt/Ärztin auf alternative Produkte zurückgegriffen werden.
  • Kostenträchtigere Alternativlösungen (z.B. geschlossene Absaugsysteme, um den Einsatz von Mundschutz zu reduzieren) sind im Einzelfall mit dem jeweiligen Kostenträger abzustimmen.
  • Der Ressourcenverbrauch sollte überprüft und – wo möglich – eingeschränkt werden.
  • Unter bestimmten Umständen ist auch der mehrfache Gebrauch von Einwegartikeln denkbar.
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Schwere Verläufe der Covid-19-Erkrankungen sind vor allem bei betagten, multimorbiden Menschen zu erwarten. Die Fachgesellschaft Palliative Geriatrie verweist darauf, dass die Indikation für eine Krankenhauseinweisung von multimorbiden alten Menschen mit einer Covid-19-Erkrankung sehr sorgfältig abzuwägen und höchstens bei Komplikationen von Begleiterkrankungen gegeben ist.
  • Link (https://www.fgpg.eu/wp-content/uploads/2020/03/FGPG-Empfehlungen-zur-Betreuung-betagter-und-gebrechlicher-Menschen-im-Kontext-Covid-19_20200322.pdf)
Verwiesen wird auch auf die: Damit eine gute Betreuung und Versorgung der wunschgemäß in ihrem vertrauten Umfeld verbleibenden sterbenden Menschen erfolgen kann, sollten frühzeitig oder spätestens bei Diagnosestellung der Infektion wichtige Fragen der Versorgungsplanung am Lebensende geklärt werden. Hier besteht für Pflegeheime die Option, die Gesundheitliche Versorgungsplanung einzuführen und zu nutzen. Instrumente wie eine Patientenverfügung oder eine Notfallverfügung können insbesondere in kritischen Situationen eine sehr hilfreiche Grundlage zum Fällen von Entscheidungen sein. Mit ärztlichem Attest kann die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) einbezogen werden. Aktuelle Listen der SAPV-Strukturen veröffentlicht u.a. Home Care Berlin: Die ambulanten Hospizdienste und andere hospizliche und Trauerangebote sind nach Bezirken z.B. von der Zentralen Anlaufstelle Hospiz gelistet.

Schwerstkranke und Sterbende unterliegen keinen Beschränkungen für den Empfang von Besuch! Wichtig ist aber auch hier, dass in der aktuellen Pandemie-Situation dem Schutz aller beteiligten Personen Rechnung getragen wird.

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Für besonders schutzbedürftige Menschen, die aufgrund der Corona-Pandemie in ihrer bisherigen Wohnsituation akut nicht versorgt werden können, gibt es in Berlin sogenannte Notfall-Pflegeeinrichtungen. Diese befinden sich an unterschiedlichen Standorten und richten sich an verschiedene Zielgruppen.
  1. Die Vivantes Forum für Senioren GmbH betreibt eine temporäre Notfall-Pflegeeinrichtung in der Blücherstraße 26 B in Berlin-Kreuzberg. Die Kapazität umfasst 118 Plätze. Das Angebot hat eine Laufzeit bis 30.06.2021. Es werden prinzipiell Personen/Pflegebedürftige ohne und mit bestätigter, aber nicht krankenhausbehandlungsbedürftiger Covid-19-Infektion aufgenommen.
  2. Die Medical Park Berlin Humboldtmühle bietet bis zum 31.03.2021 am Standort An der Mühle 2-9 in 13507 Berlin-Reinickendorf 30 Plätze an. Das Angebot richtet sich ausschließlich an Personen/Pflegebedürftige, die nicht an Covid-19 erkrankt sind. Vor Aufnahme in die Humboldtmühle muss ein aktueller negativer POC Test vorliegen.
  3. Vom 26.01.2021 bis (vorerst) 31.03.2021 betreibt die Stephanus gGmbH am Standort Liebigstraße 39 in 10247 Berlin-Friedrichshain eine temporäre Notfall-Kurzzeitpflegeeinrichtung. Die Kapazität im Dr. Harnisch Haus umfasst 16 Plätze. Es werden mit Corona infizierte pflegebedürftige Berlinerinnen und Berliner, vorrangig nach einer Krankenhausbehandlung aufgenommen.
  4. Als ergänzendes Angebot und für die kurzfristige Unterbringung Corona negativer, pflegebedürftiger Personen übernimmt die Alloheim Senioren-Residenzen Fünfte SE & Co. KG die temporäre Akutversorgung. Dafür werden vom 01.02. bis zum 30.06.2021 in der Kurzzeitpflege Schwyzer Straße 7 in 13349 Berlin-Wedding 11 Plätze zur Verfügung gestellt. Vor Aufnahme muss ein aktueller negativer POC Test vorliegen.
Wer zu kontaktieren ist, wie sich die Aufnahme in den Häusern gestaltet, welche Finanzierungsmöglichkeiten bestehen und an welche Personengruppen sich die Angebote im Detail richten, entnehmen Sie bitte den einzelnen Informationsblättern, die für jede Einrichtung erstellt wurden:
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