Preisverleihung

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Bild: SenJustVA, LADS

Die Preisverleihung des Berliner Preis für Lesbische* Sichtbarkeit ist alle zwei Jahre ein wichtiger Tag im Kalender der Regenbogenhauptstadt. Die Veranstaltung ist öffentlich. Die mediale Berichterstattung verstärkt die Sichtbarkeit und sorgt für erhöhte Aufmerksamkeit bei den Berlinerinnen und Berlinern für das Thema. Der Berliner Preis für Lesbische* Sichtbarkeit ist daher nicht nur eine Würdigung der Gewinnerin, sondern ist selbst auch ein Mittel, lesbische Sichtbarkeit herzustellen.

Die feierliche Preisverleihung des 1. Berliner Preises für Lesbische* Sichtbarkeit fand am 02. Juli 2018 im SchwuZ statt.

Die Preisträgerin 2018

Insgesamt waren nach einer vierwöchigen, öffentlichen Nominierungsphase mit insgesamt 89 Nominierungseingängen 30 Personen für den Preis vorgeschlagen worden. Die Jury wählte daraufhin aus den eingereichten Nominierungen zunächst drei Nominierte für eine Shortlist aus und bestimmen danach und unter diesen die endgültige Gewinnerin, die erst auf der Preisverleihung bekannt gegeben wurde. Die Jury entschied zudem kurzfristig das Preisgeld zu dritteln, um so alle drei Nominierten zu würdigen.

Dr. Ilse Kokula

Dr. Ilse Kokula setzte sich über viele Jahrzehnte hinweg für die Rechte und die gesellschaftliche Anerkennung von Lesben ein. Immer wieder fordert sie dabei, dass Lesben und lesbische Lebensformen benannt und sichtbar gemacht werden, denn: „Zur Existenz gehört in unserem Kulturkreis die Bezeichnung; was keinen Namen hat, existiert nicht.“ (1983)

Sie studierte Sozialarbeit und Pädagogik und promovierte 1982 in Soziologie. Drei Jahre später wird sie von der Universität Utrecht als erste Gastprofessorin für „soziale Geschichte und Sozialisation lesbischer Frauen“ auf einen Wechsellehrstuhl berufen. Sie publiziert zahlreiche Bücher und Aufsätze zu Lesben: „Weibliche Homosexualität um 1900“, „Formen lesbischer Subkultur“, „Gespräche mit älteren lesbischen Frauen“, „Lesbisch leben in Deutschland“, „Die Welt gehört uns doch – Zusammenschluss lesbischer Frauen in der Schweiz der 30er Jahre“.

Politisch war Dr. Ilse Kokula u.a. in der Frauengruppe der Homosexuellen Aktion Westberlin (HAW), später Lesbisches Aktionszentrum Westberlin aktiv. In Berlin arbeitete sie auch an der Ausstellung „Eldorado. Homosexuelle Frauen und Männer in Berlin 1850–1950“ mit.

Einzigartig ist Dr. Ilse Kokulas Beitrag zur Verknüpfung von Lesbenforschung und Lesbenpolitik sowie zur Vernetzung von Lesben und Lesbengruppen aus der BRD, der Schweiz, Österreich, den Niederlanden und der DDR. Auch als Mitarbeitende des Referats und anschließend Leiterin des Fachbereichs für gleichgeschlechtliche Lebensweise des Berliner Senats brachte sie von 1989 bis 1996 zahlreiche Themen aus dem Bereich lesbischer und schwuler Lebensformen durch Tagungen und Publikationen in die gesellschaftliche Diskussion.

Dr. Ilse Kokula wurde mit dem Preis für ihren jahrzehntelangen Einsatz für die Rechte und die gesellschaftliche Anerkennung von Lesben geehrt.

Die für den Preis ebenfalls nominierte Sängerin und Kabarettistin Sigrid Grajek und DJ İpek İpekçioğlu wurden für ihr Engagement für lesbische Sichtbarkeit mit Urkunden ausgezeichnet.