Die Jury

Skyline Berlin in Regenbogenfarben
Bild: LADS

Um Lesbische* Sichtbarkeit auf allen Ebenen dieses Preises umzusetzen und um die Deutungshoheit für vorbildhaftes lesbisches Engagement lesbischen Zusammenhängen zu überlassen, entscheidet eine fünf-köpfige lesbische Expertinnen-Jury über die Gewinnerin.

Die Jury wählt aus den eingereichten Nominierungen zunächst drei Nominierten für eine Shortlist aus und bestimmen danach und unter diesen die endgültige Gewinnerin, die erst auf der Preisverleihung bekannt gegeben wird.

Die Preisträgerin soll nach Möglichkeit jeweils im Folgejahr selbst Teil der Jury werden.

Die Jury 2020

DJ İpek a.k.a. İpek İpekçioğlu

Portait DJ Ipek
Bild: DJ Ipek, Foto: Liudmila Jeremies

„Das Thema Lesbische* Sichtbarkeit ist wichtig, weil… es dazu führt, dass Geschlechternormen und Geschlechterwahrnehmung zu Recht diskutiert werden und es eine Auseinandersetzung gibt. Genderfluidität wird mittlerweile viel eher anerkannt und trotzdem nehmen Frauen*-Themen noch keinen selbstverständlichen Platz ein und gehen noch oft ‚verloren‘.“

DJ Ipek a.k.a. İpek İpekçioğlu war in 2018 eine der Shortlist-Nominierten für den Berliner Preis für Lesbische* Sichtbarkeit. Sie ist eine international erfolgreiche und mehrfach ausgezeichnete und in Berlin/ Istanbul lebende DJ, Produzentin, Kuratorin und Queer-Aktivistin. Die Arbeit der queer-lebende Ipek hat Arbeit einen starken sozial-kritischen Fokus und sie beschäftigt sich mit Themen wie Frauen, Migration, Rassismus, Mehrfachdiskriminierung und Genderthemen und hat in diesen Bereichen auch publiziert. So schrieb İpek İpekçioğlu ihre Diplomarbeit zum Thema „Lesbisch & Türkisch – Ein Wiederspruch? Zur Lebenssituation lesbischer Migrantinnen aus der Türkei die in Deutschland leben”. In all ihren Projekten setzt die Türkeistämmige auf Kultur- und Genderdiversity und das Öffnen von Grenzen innerhalb der ethnischen und elektronischen Musikszene. Sie gründete mehrere LSBTI* Vereine u.a. GLADT und die 1. Lesbische MigranInnen und Rassismus in Beziehungen-Gruppe und ist u.a. Mitglied des female:pressure Netzwerks und Schirmherrin der “Aktion Courage – School against racism”. Laut Berliner Stadtmagazin Zitty ist DJ Ipek eine “der wichtigsten kulturellen Persönlichkeiten der Hauptstadt”.

Juliana Kolberg

Portrait Juliana Kolberg
Bild: Juliana Kolberg, Foto: Zara Zandieh

“Lesbische* Sichtbarkeit ist für mich verwoben, vielschichtig und ganz wunderbar.”

Juliana Kolberg ist queer, Schwarz und Aktivist_in. Bei xart splitta arbeitet Juliana intersektional mit Fokus auf Gender und Rassismus, freiberuflich liegt der Interessensschwerpunkt auf der Auseinandersetzung mit den Verschränkungen von Sprache, Macht und Diskriminierung(en). Juliana war u.a. beteiligt am PANAFRICANISM REVIS[IT]ED – der zweiten Ausgabe des EOTO Literatur- und Kulturfestivals AFROLUTION in 2019 und Co-Leitet Workshops zu “Sprache. Macht. Rassismus” bei dem rassismus-sensible Alternativen und Empowerment zu sprachlicher Diskriminierung aufgezeigt werden.

Mari Günther

Portrait Mari Günther
Bild: Mari Günther

„Lesbische* Sichtbarkeit macht mir den Rücken gerade.“

Mari Günther ist systemische Therapeutin und seit vielen Jahren im Bereich Trans* Beratung aktiv und für die Schwulen*beratung Berlin tätig. 2005 bis 2012 moderierte sie eine Selbsthilfegruppe für Trans* und ihre Angehörigen. Seit 2009 war sie mit dem Aufbau und der fachlichen Leitung des Beratungs- und Betreuungsangebotes QUEER LEBEN – sozialpädagogische Begleitung von gendervarianten Kindern, trans*geschlechtlichen Jugendlichen und deren Familien sowie Erwachsenen befasst. Derzeit arbeitet sie in der Trans*beratung. Zudem ist sie für den Bundesverband Trans* als Fachreferentin für Fortbildungen und Beratungsarbeit tätig. Sie ist Mitautorin der medizinischen Behandlungsleitlinie „Geschlechtsinkongruenz, Gendersdysphorie und Transgesundheit. S3 Leitlinie zur Diagnostik, Beratung und Behandlung“, Mitbegründerin des Berliner interdisziplinärer Qualitätszirkel „Transidentität“ und des Runden Tisches “Trans* und Inter*geschlechtlichkeit”.

Sigrid Grajek

Portrait Sigrid Grajek
Bild: Sigrid Grajekt, Foto: Karen Blome

„Lesbische* Sichtbarkeit ist für mich: An jedem Ort, in jeder Gesellschaft, bei jeder Arbeit ganz selbstverständlich und erkennbar die zu sein, die ich bin. Kein Verstecken. Kein Verschweigen.“

Sigrid Grajek war Shortlistnominierte für den Berliner Preis für Lesbische* Sichtbarkeit in 2018. Nach Erfahrungen in der Metallindustrie holte sie ihr Abitur auf dem 2. Bildungsweg nach und ließ das Studium in Theaterwissenschaften, Germanistik und Philosophie zugunsten der schauspielerischen Praxis unvollendet. Nach vielen Jahren in der freien Theaterszene ist sie seit 1998 zusätzlich mit der Comedy-Figur Coco Lorès unterwegs. Coco moderierte u.a. im Chamäleon-Varieté Berlin, im Crystall-Palast in Leipzig. Anlässlich des 50. Todestages von Claire Waldoff im Jahre 2007 konzipierte sie ein Programm zu dieser wichtigen lesbischen Ikone und tourt hiermit seitdem durch Deutschland. Derzeit ist Sigrid Grajek im BKA Theater mit ihrem Musikkabarett „Berlin, die 1920er Jahre – eine Stadt im Taumel“ zu sehen.

Ulrike Haase

Portrait Ulrike Haase
Bild: Ulrike Haase

„Lesbische* Sichtbarkeit ist für mich: sehen und gesehen werden in all unserer Vielfalt”

Ulrike Haase ist Diplom-Kauffrau und für das Projekt “Geschlecht, Behinderung, Gesundheit und Migration” beim „Netzwerk behinderter Frauen e. V.“ verantwortlich. Sie setzt sich seit vielen Jahren für die Belange behinderter Frauen und für deren Vertretung in entsprechenden Gremien ein und bietet sozial Beratung an. Außerdem moderiert sie seit nunmehr 17 Jahren den offenen Treff frauenliebender Frauen über 50 – ein Angebot des Amts für Stadtteil- und Seniorenangebote, Friedrichshain-Kreuzberg. Anfang des Jahrtausends war sie Koordinatorin des Berliner Arbeitskreises lesbische und schwule alte Menschen – BALSAM. Sie war auch Mitarbeiterin des Begine-Kulturvereins und davor noch Wirtin des Kreuzberger rohbaus, einer lesbisch-schwul dominierten Kiezkneipe.

Die Jury 2018

Zu den Juryangehörigen für den Berliner Preis für Lesbische* Sichtbarkeit 2018 gehörten:

  • Ina Rosenthal
  • Ria Klug
  • Sam Lesniewicz
  • Stephanie Kuhnen
  • Ute Hiller