Corona-Virus

Auf unserer Sonderseite informieren wir über alles, was für Künstler*innen von Nutzen sein kann und hier finden Sie die aktuellen Informationen des Landes Berlin.

Inhaltsspalte

DenkMal positiv - gut gelaufen

Berliner Schulpavillon wurde zu Wohnzwecken umgenutzt.

Bildvergrößerung: Berliner Schulpavillon
Bild: Schröger Architekten BDB

Im Rahmen einer Baugruppenmaßnahme wurde das Gebäude von Schröger Architekten BDB, Marcus Schröger mit einem Team aus Bauphysikern, Statikern, Bautischlern, Zimmerer etc. in beispielhafter Weise zu Wohnzwecken instand gesetzt und energetisch saniert.

Zur Erweiterung der Wohnraumfläche entstand ein frei stehender, unterkellerter Bau, der über eine Terrasse mit dem Haupthaus verbunden ist.
Die Schulbauten der wachsendenden Städte und Gemeinden erwiesen sich nicht nur heute, sondern auch schon im 19. Jahrhundert als zu klein, sodass transportable Pavillons den zusätzlichen Klassenraumbedarf decken mussten.

Der erste Döckersche Schulpavillon entstand 1899 in der Stadt Gießen durch die Firma “Christoph & Unmark”. In den weiteren Jahren wurden unterschiedlichen Bausysteme von Barackenschulen weiterentwickelt und perfektioniert.

1912 ließ die Berliner Vorortgemeinde Weißensee einen Barackenbau mit einer Grundfläche von rd. 22 × 6 Meter mit zwei Klassenräumen und einem Lehrerzimmer errichten. Die Holzständerkonstruktion wurde mit Nut- und Federbrettern verkleidet; der Zwischenraum mit Kork gedämmt.

Energetische Sanierung von Denkmalen am Beispiel der Wohnanlage "Bremer Höhe" in Berlin-Prenzlauer Berg

Bildvergrößerung: Bremer Höhe
Bild: Kerstin Lindstädt

Auf Initiative der Berliner Gemeinnützigen Baugesellschaft entstanden in mehreren Bauetappen ab 1871 Wohnhäuser als Blockrandbebauungen ohne Seitenflügel oder Hinterhäuser. Dadurch wurden die Ein- und Zweizimmerwohnungen gut belichtet, und es konnten stattdessen Innenhöfe begrünt, sowie eine “Kinderbewahranstalt” für 100 Kinder errichtet werden.

Die Wohnungsbaugenossenschaft “Bremer Höhe” e.G. sanierte 2001-03 den Baukomplex unter energetischen Aspekten. Dabei entstanden u. a. drei Blockheizkraftwerke mit einer Kraft-Wärme-Kopplung. Auf den flachgeneigten Dächern wurden 232 Photovoltaikmodule mit einer Fläche von 341 m² montiert. Neben weiteren energetisch sinnvollen Maßnahmen (z. B. Dämmung der Dächer) wurden nicht bauzeitliche Fenster durch Isolierglasfenster ausgetauscht und die historischen Kastenfenster energetisch instandgesetzt.

In der Gesamtheit aller Maßnahmen konnte der Wärmebedarf um ca. 40 Prozent und die CO2-Emission um ca. 70 Prozent reduziert werden. Die zusätzlich seit 2010 am Netz angeschlossene PV-Anlage erzeugt außerdem jährlich ca. 45 MWh Strom.

Eine vom Verfall bedrohte Mälzerei wird zum Lebensmittelpunkt von Familien und behinderten Menschen

Bildvergrößerung: Mälzerei
Bild: Bernd Hiepe

Dank des Engagements der Firma Terraplan entstanden 140 Wohnlofts, davon 18 für ambulant betreutes Wohnen für Menschen mit Behinderung, eine Tiefgarage, sowie eine zentrale Platzanlage. Damit ist besonders gut der Konflikt zwischen der Anforderung des wirtschaftlichen Betriebs dieses großen Gebäudes und der Einpassung in das bestehende Wohnumfeld gelungen.

Der gestiegene Bierumsatz in Berlin veranlasste den Direktor der Schultheiss-Brauerei, Richard Roesicke, nördlich der Berliner Weichbildgrenze zu expandieren. Bis Ende der 1890er Jahre entstanden Kesselhäuser, Darren, Malztennen und auch ein Kinderheim, in dem die Kinder der Belegschaft ihre Ferien verbringen konnten. Richard Roesicke war sozial sehr engagiert. Er legte zum Beispiel für seine Mitarbeiter eine Kranken- und Pensionskasse an, stellte Mittagessen zum Selbstkostenpreis zur Verfügung und beschäftigte körperbehinderte Menschen in einer Invalidenwerkstatt.

Diese gelb- und rotverklinkerten, teilweise sechsgeschossigen Gebäude sind im Wesentlichen bis heute überliefert und bilden mit ihren markanten Dachaufbauten eine imposante Silhouette.

Vom "Alte-Leute-Heim" wird zum Mehrgenerationenprojekt

Bildvergrößerung: Mehrgenerationenprojekt
Bild: Kerstin Lindstädt

Im Sinne von Ludwig Hoffmann entstand Dank einer engagierten Investorengemeinschaft (u. a. Combag AG, Grundstein GmbH) der heutige “Ludwig Park” nach einem Mehrgenerationenkonzept mit Wohnungen, Pflegeheim, Hospiz und Veranstaltungsräumen.

In seinen “Lebenserinnerungen eines Architekten” schrieb der damalige Berliner Stadtbaurat Ludwig Hoffmann: “1500 alte Leute für ihre letzten Lebensjahre zusammenzusperren, war mir ein grausamer Gedanke. Ich zerlegte deshalb die Anstalt in vier Gruppen, deren jede mit ihren vier Häusern um einen klar bepflanzten und inmitten mit einem kühlenden Brunnen geschmückten Gärten angeordnet wurde. Die zweigeschossigen Gebäude mit ihren ausgebauten Mansarden und mit Blumenkästen vor den Fenstern, die im Garten verteilten bequemen Bänke, eine einfache und dabei farbenfrohe Behandlung aller Räume, die Anordnung gemütlicher Plauderstübchen, dies alles sollte die Schwere des Alters erleichtern.” Auf einer Tafel hinterließ Hoffmann den Heiminsassen: “Ihr Alte seid hier froh vereint, der’s Euch gebaut, hat’s gut gemeint”. Mit dem “Alte-Leute-Heim” schuf Ludwig Hoffmann 1905-07 eine herausragende Anlage in Formen des norddeutschen Barocks.

Wohnen im Gästehaus der DDR-Regierung, Berlin-Niederschönhausen

Bildvergrößerung: Gästehaus der DDR-Regierung
Bild: Kerstin Lindstädt

Nach jahrzehntelangem Leerstand wurde das ehemalige Gästehaus der DDR-Regierung in Berlin-Niederschönhausen (erbaut: 1966-68) durch das Familienunternehmen “Terraplan” zu Wohnzwecken umgebaut und dabei die Holzpaneele aus den Hellerau-Werkstätten restauriert. Der Künstler Richard Wilhelm, der in seinen jungen Schaffensjahren die Fensterbilder im Treppenhaus entwarf, erschuf sie neu, nachdem sie durch Vandalismus verloren gingen. Zudem wurde (mit seiner Zustimmung) das Wandbild des inzwischen verstorbenen Walter Womacka auf der “Frühstücksterrasse” versetzt, um den dahinter liegenden Küchentrakt zu belichten.
Eine besondere Herausforderung war die Schaffung von Freibereichen für jede Wohnung. Da die Obergeschosse durch Fassadenelemente des Metallbildhauers Fritz Kühn gestaltet sind, konnten hier keine Balkone angebaut werden. Deshalb wurden die neuen Fensterkonstruktionen so konstruiert, dass sie sich hinter die “Kühnschen Aluminiumplatten” verschieben lassen und dadurch ein Wintergarten entsteht.

Bürgerinitiative rettet Friedhofskapelle

Die Friedhofskapelle von Rahnsdorf war fast schon eine Ruine, als sie doch noch vor dem Verfall gerettet werden konnte – dank einer Bürgerinitiative. Mit viel Elan und Geld bewahrten sie das Bauwerk, in dem Restauratoren sogar gut erhaltene Wandmalereien, die zwischen Historizismus und Jugendstil liegen, freilegen konnten. Mittlerweile können die Rahnsdorfer mit Politikern, Restauratoren und Geldgebern die langsame Wiederentstehung einer vergessenen Perle feiern.

Projekt "Silent-Green" - Vom Krematorium Berlin-Wedding zum Kulturzentrum

Bildvergrößerung: Krematorium Berlin-Wedding
Bild: Cordia Schlegelmilch

Bei diesem Projekt sind der Mut zum Experiment und die große Kreativität lobenswert, mit der eine völlig neue Nutzung in einen vorhandenen Grundriss gebracht wird. Die Transformation eines denkmalgeschützten Krematoriums in einen interdisziplinären Standort für Kunst und Kultur ist als Kombination von Büros, Ateliers und Veranstaltungsflächen konzipiert.

In 13 Mieteinheiten werden kreativ und kreativwirtschaftlich Tätige aus den Bereichen Musik, Design, Film u.a. arbeiten, zudem bieten vier Räume Platz für Events. Auch für ungünstig geschnittene Räume sind Nutzungskonzepte gefunden worden. So gelingt es, die Aura der Düsternis und Trostlosigkeit zugunsten überraschender Raumfolgen verschwinden zu lassen und insgesamt wieder einen funktional guten Zusammenhang herzustellen. Das Projekt profitiert von der langjährigen intensiven Vorbereitung, Finanzierung und Begleitung durch den Initiator Jörg Heitmann, der nach Fertigstellung den Komplex nicht nach außen abschließt, sondern die Öffentlichkeit einlädt teilzuhaben.

Amerika Haus C/O Berlin

Bildvergrößerung: Amerika Haus C/O Berlin
Bild: David von Becker

Neben dem denkmalgerechten Umgang mit der Substanz insgesamt steht das Projekt für baukulturelle Verfahrensqualität. Die Initiatoren wählten die Architekten des Innenausbaus über einen Wettbewerb aus. Die erforderlichen finanziellen Mittel wurden innerhalb weniger Monate durch die Einwerbung von rund 1,2 Millionen Euro Spenden- und Sponsorengeldern gewonnen.

Der Planungsprozess wurde durch C/O Berlin intensiv begleitet, so dass am Ende ein Ergebnis steht, das mit seinen Nutzungen den ursprünglichen Intentionen für das Gebäude als Kultur- und Informationszentrum der Vereinigten Staaten von Amerika mit Galerie, Bibliothek und Kino nahe steht. Besondere Beachtung verdient das Bemühen um breite öffentliche Resonanz auch nach Baufertigstellung. Im Jahr 2013 wurden die Ergebnisse einer umfassenden Recherche zur Geschichte des Standortes und zum Gebäude in einer Open-Air-Ausstellung präsentiert, deren Veröffentlichung auch in Buchform vorbereitet wird.