Gedenken zum 75. Jahrestag des Aufstands im Warschauer Ghetto heute im Festsaal des Berliner Rathauses

Pressemitteilung vom 23.04.2018

Berlin begeht die heutige Gedenkkonzertveranstaltung anlässlich des 75. Jahrestages des Beginns des Aufstands im Warschauer Ghetto in Verbundenheit mit der Stadt Warschau, zu der seit 1991 eine lebendige Städtepartnerschaft besteht.
Beide Städte verbindet heute ein reger Fach- und Kulturaustausch. Wir freuen uns darüber, dass unsere Partnerstadt Warschau – wie viele größere polnische Städte – eine proeuropäische Politik verfolgt und die Zusammenarbeit mit Berlin eine bedeutende Rolle spielt.

Der Ghetto-Aufstand 1943 – ein Jahr vor dem Warschauer Aufstand – gilt als bedeutender Widerstandsakt der jüdischen Bevölkerung gegen Deportation und Vernichtung durch die deutschen Nationalsozialisten. Das Gedenken an diesem Jahrestag erinnert einerseits an die mutigen Widerstandskämpfer, anderseits fordert es uns heute auf, Verantwortung zu übernehmen, Lehren aus der Geschichte zu ziehen und dem wiedererstarkenden Antisemitismus deutlich entgegenzutreten.

Dr. Klaus Lederer: „Es war mir als Bürgermeister Berlins ein besonderes Bedürfnis, unsere Stadt in der vergangenen Woche bei den Feierlichkeiten in Warschau zu vertreten. Ich durfte am Abend des 19. April 2018 in Warschau die Interpretation des 4. Satzes von Beethovens 9. Sinfonie, der „Ode an die Freude“, mit dem hebräischen Text erleben, die das Jüdische Sinfonieorchester des Ghettos 1942 geplant hatte. Zu dieser Aufführung kam es nie. Am 22. Juli 1942 wurden fast alle Künstler des Ensembles nach Treblinka verschleppt und ermordet. Den im Kampf gegen die Nationalsozialisten Gefallenen gedenken wir auch mit dem heutigen Konzert in der Stadt, in der der Holocaust geplant und ins Werk gesetzt wurde. “