Denkmalschutz für Autobahnüberbauung Schlangenbader Straße

Pressemitteilung vom 08.12.2017

Die „Schlange“, die legendäre Autobahnüberbauung Schlangenbader Straße steht, unter Denkmalschutz. Das Landesdenkmalamt Berlin trug die Bauten (1973-1980 von Georg Heinrichs mit Wolf Bertelsmann; Gerhard und Klaus Detlev Krebs) und die zugehörigen Außenanlagen (1979-81 von Paul-Heinz Gischow und Walter Rossow) in die Denkmalliste von Berlin ein.

Das monumentale Hügelhaus mit den begrünten Höfen und Freiflächen gehört zu den größten Wohnbauten in Europa. Es ist zudem die einzige Anlage, der es gelang, einen großstädtischen Verkehrsweg tatsächlich für Wohnungsbau zu nutzen. Dabei gab es seit dem 19. Jahrhundert in der ganzen Welt spektakuläre Projekte von „Roadtowns“, die aber bis auf die Berliner Autobahnüberbauung unverwirklicht blieben. Auf einer Länge von 600 Metern folgt sie dem geschwungenen Verlauf der Stadtautobahn und bildet mit einer Höhe von 46 Metern eine prägnante Landmarke im Südwesten der Stadt. Das terrassierte ‚Wohngebirge’ mit der als ‚Höhenrücken’ ausgebildeten Hochhausscheibe ist über Berlin hinaus eines der wichtigsten Zeugnisse der Megastrukturen, die in den 1960er und 1970er Jahren die internationale Stadtplanung bestimmten.

Für die Außenanlagen realisierten die Landschaftsarchitekten ein anspruchsvolles Grünkonzept, das sowohl Wünsche der Mieter nach Wohnlichkeit und Nutzbarkeit wie die außerordentliche städtebauliche Situation als auch stadtökologische Anforderungen berücksichtigt.

Dr. Klaus Lederer, Bürgermeister und Senator für Kultur und Europa, erläutert den besonderen Rang dieses Baudenkmals: „Von der städtebaulichen Figur über die variantenreichen Grundrisse bis zu konstruktiven, technischen und organisatorischen Lösungen stellt die Wohnanlage einen Höhepunkt der Berliner Architektur der 1970er Jahre dar und weist in ihrem Anspruch und Qualitäten weit über die Grenzen der Stadt hinaus.“

Möglich wurde eine derart originelle Bebauung durch die Insellage West-Berlins nach dem Bau der Mauer 1961. Die räumliche Enge und die besondere politische Situation sorgten für die Bereitschaft, innovative Modelllösungen zu wagen.

Für Rückfragen der Journalisten: Dr. Bernhard Kohlenbach, Landesdenkmalamt Berlin, Tel. 030 – 90 259-3651