Dr. Klaus Lederer: Wir werden Martin Roth in der deutschen und internationalen Kulturlandschaft schmerzlich vermissen

Pressemitteilung vom 08.08.2017

Zum Tod von Martin Roth erklärt der Senator für Kultur und Europa, Dr. Klaus Lederer:

Mit Martin Roth verlieren wir einen der bedeutendsten Kulturschaffenden, einen der besten Museumsleiter der Welt und überzeugten Europäer.

Er kam 1989 zur Geburtsstunde des Deutschen Historischen Museums nach Berlin und entschied sich zwei Jahre später bewusst, sich nach der deutschen Wiedervereinigung im Osten des Landes zu engagieren. Zehn Jahre lang verantwortete er als Direktor das Deutsche Hygienemuseum in Dresden.

Martin Roth war überzeugter Europäer. Es verwunderte nicht, dass ausgerechnet er von 2011 bis 2016 als erster Nichtbrite zum Direktor des Victoria and Albert Museum in London ernannt wurde. Weltweit berühmt sollte seine 2013 realisierte spektakuläre David Bowie-Ausstellung werden. Diese zog auch im Jahr 2014 bei ihrer Station im Martin-Gropius-Bau in Berlin zahlreiche Besucher an.

Er war ein außergewöhnlich engagierter Kulturschaffender mit klarer Haltung. Martin Roth äußerte seine Enttäuschung über wachsende nationalistische und antieuropäische Strömungen laut und deutlich und zog für sich die Konsequenzen.

Kunst und Kultur waren für Martin Roth niemals Selbstzweck, sondern unverzichtbare Grundlage einer demokratischen Gesellschaft. Kulturelle Bildung und Teilhabe waren für ihn keine leeren Worthülsen.

Stimmen wie die seine sind in der wachsenden politischen Lethargie selten geworden. Wir werden Martin Roth in der deutschen und internationalen Kulturlandschaft deshalb schmerzlich vermissen. Meine Anteilnahme gilt seiner Witwe und seinen Kindern.