Kinder- und Familienarmut

zwei Kinderhände halten einander
Bild: SenBJW

Landeskommission zur Prävention von Kinder- und Familienarmut

Die Zahl der von Armut betroffenen Kinder und Jugendlichen ist in Berlin sehr hoch. Fast jedes dritte Kind lebt in einer Familie, die auf Grundsicherungsleistungen angewiesen ist. Armut steht oft im Zusammenhang mit schlechteren Bildungsabschlüssen, aber auch mit Gefahren für die Gesundheit.

Damit künftig weniger Familien von Armut betroffen sind und Kinder gute Startbedingungen vorfinden, wurde im April 2017 eine Landeskommission zur Prävention von Kinder- und Familienarmut eingerichtet, die eine Strategie zur Verbesserung der Lage von armen Familien in Berlin entwickelt.

Die Landeskommission arbeitet ressortübergreifend unter dem Vorsitz der Staatssekretärin für Jugend und Familie, Sigrid Klebba. Andere Senatsverwaltungen, Vertretungen aus den Berliner Bezirken sowie zahlreiche weitere Akteure, wie die Landesarmutskonferenz, die LIGA der Wohlfahrtsverbände, der Berliner Beirat für Familienfragen und die Regionaldirektion der Bundesanstalt für Arbeit sind in der Landeskommission vertreten.

In der Landeskommission wird über ein gezieltes Vorgehen gegen Armut in Berlin beraten. Konkrete Maßnahmen, um Armut und deren Folgen zu reduzieren, werden ebenso entwickelt wie strategische Ausrichtungen beschlossen. Im Mittelpunkt steht immer der Blick auf die Kinder und die Bedingungen, die sie brauchen, damit sie gute Möglichkeiten zum Aufwachsen vorfinden.

Ein erster Bericht, der Befunde, Maßnahmen und Folgen darstellt, soll im Jahr 2019 veröffentlicht werden.

Stellungnahmen der Landeskommission

Neu:
Die Landeskommission schlägt Maßnahmen vor, um die Lebenssituation von Alleinerziehenden und ihren Kindern zu verbessern. Wer allein erzieht, hat oft finanzielle Sorgen und wenig Zeit. In Berlin bezieht fast die Hälfte der Alleinerziehenden Arbeitslosengeld II. Das erhöhte Armutsrisiko wirkt sich häufig negativ auf die Entwicklung und das Wohlergehen der Kinder aus. In der Stellungnahme der Landeskommission wird ein Handlungsbedarf in den Bereichen Ausbildung und Beruf, Beratung und Information, Grundsicherung, Gesundheit und Wohnen beschrieben.

Alleinerziehende wirksam unterstützen

Stellungnahme der Landeskommission zur Verbesserung der Lebenssituation von Alleinerziehenden

PDF-Dokument (164.3 kB) - Stand: 09.11.2018

Familien brauchen ein bezahlbares Dach über dem Kopf

Stellungnahme der Landeskommission zur Prävention von Kinder- und Familienarmut

PDF-Dokument (227.8 kB) - Stand: 04.07.2018

Die Leitgedanken zur Prävention der Kinder- und Familienarmut

Folgende Leitgedanken bilden das inhaltliche Gerüst bei der Entwicklung einer gesamtstädtischen Strategie zur Reduzierung der Kinder- und Familienarmut in Berlin

  • Bildungschancen verbessern und ganzheitliche Bildungsangebote vorhalten und umsetzen.
  • Bildungs- und Berufsperspektiven für Kinder und Jugendliche sichern.
  • Die Infrastruktur für Familien, insbesondere zur Gewährleistung von aktiver Teilhabe, ausbauen und passend gestalten.
  • Armutssensibilität in Verwaltung, Bildungseinrichtungen, Hochschulen und anderen familienrelevanten Kontexten fördern.
  • Diskriminierung abbauen in den Bereichen Wohnen, Bildung, Arbeit, Gesundheit und Menschen mit Behinderungen.
  • Gute und gesunde Orte für Familien (Familienzentren, Kitas, Schulen, Betriebe, Stadtteile und Bezirke) ressortübergreifend gestalten und bedarfsgerechte (Regel-)Angebote für Gesundheitsförderung und Prävention ausbauen.
  • Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf insbesondere für getrennt erziehende Eltern fördern. Strukturelle Hindernisse beseitigen.
  • Arbeitsplätze und Erwerbsmöglichkeiten schaffen, sowie
    (Weiter-)Qualifizierung und (Weiter-)Bildung fördern.
  • Leistungen entbürokratisieren und Zugänge vereinfachen.
  • Die Umgestaltung der familienbezogenen Leistungen in Hinblick auf eine nachhaltige Armutsprävention auf Bundesratsebene voranbringen.
  • Maßnahmen für eine familiengerechte Stadtentwicklung und ein bezahlbares Wohnen in allen Berliner Bezirken entwickeln und umsetzen.
  • Informationsangebote für Familien zur Beratung von Leistungen strukturieren, bürgergerecht formulieren und an zentralen Anlaufstellen für Familien bündeln.
  • Berliner Sozialstrukturdaten aus den Lebensbereichen von Familie zusammenführen und ergänzen. Mehr Transparenz in die Datenlage zur Armut von Kindern und Familien gewährleisten.