Frühe Hilfen

Schwangere Frau umfasst ihren Bauch mit den Händen
Bild: Cello Armstrong / Fotolia.com

Unterstützung für werdende Eltern und für Familien mit Säuglingen und Kleinkindern

Ein Kind verändert alles im Leben. Das Baby kommt und die Freude ist groß. Dennoch sind die ersten Wochen und Monate nach der Geburt manchmal nicht ganz einfach. Es ergeben sich viele Fragen und Veränderungen und ein schreiendes Baby und schlaflose Nächte können für Sie als Eltern auch schon einmal zur Belastungsprobe werden.

Um Sie in dieser besonderen Lebensphase zu unterstützen gibt es die Frühen Hilfen – verlässliche Informations-, Beratungs-, und Unterstützungsangebote von Beginn der Schwangerschaft bis zum dritten Geburtstag Ihres Kindes. Die Angebote sind präventiv; Sie können sie freiwillig und unbürokratisch in Anspruch nehmen.

Gerade in belastenden Lebenslagen sind wir für Sie da – helfen Ihnen durch den Alltag, begleiten und unterstützen Sie, um Situationen von Überforderung und Hilfslosigkeit entgegenzuwirken und zu vermeiden.

Ziel der Frühen Hilfen ist, Kinder sicher und gesund aufwachsen zu lassen.

Angebote der Frühen Hilfen gibt es in allen 12 Berliner Bezirken. Bezirkliche Netzwerke gestalten und fördern die Zusammenarbeit und Angebotsstrukturen. Die Netzwerke und Angebote werden durch die Bundesstiftung Frühe Hilfen, aus Landesmitteln und bezirklichen Mitteln gefördert.

Angebote und Kontakte

Die Angebote der Frühen Hilfen sind vielfältig. Familienhebammen, Familien-Gesundheits- und Kinderpflegerinnen sowie ehrenamtliche Helferinnen und Helfer stehen Ihnen auf Wunsch mit Rat und Tat zur Seite und unterstützen und beraten Sie im Umgang mit Ihrem Säugling oder Kleinkind.
In jedem Bezirk gibt es einen Ansprechpartner, der Ihnen dabei hilft, das für Sie richtige und für Ihre momentane Lebenslage passende Angebot zu finden.

  • Ansprechpartner

Mit unseren Angeboten möchten wir Ihre Kompetenzen im Umgang mit Ihren Säuglingen und Kleinkindern stärken und den Aufbau einer stabilen Eltern-Kind-Bindung fördern. Das körperliche und seelische Wohl Ihres Kindes liegt uns am Herzen und ist eine wichtige Grundlage für seine spätere Entwicklung.

Familienhebammen und Familien-Gesundheitskinderpfleger und -Pflegerinnen

Familienhebammen und Familien-Gesundheitskinderpfleger und -pflegerinnen begleiten Sie bei Bedarf bereits in der Schwangerschaft und unterstützen Sie in den ersten Monaten mit Ihrem Baby. Auf Wunsch vermitteln Sie Ihnen weiterführende Unterstützungsangebote des Gesundheitswesens und der Kinder- und Jugendhilfe.

  • Ansprechpartner

Ehrenamtsprojekte

Ehrenamtsprojekte sind ein wichtiger Teil des Berliner Netzwerks Frühe Hilfen. In allen Projekten werden die Ehrenamtlichen in ihrem Engagement zur Unterstützung von Familien mit Kleinkindern fachkundig von Koordinatorinnen und Koordinatoren unterstützt. Die Projekte entlasten Familien ganz alltagspraktisch – bieten Ihnen ein offenes Ohr und eine hilfreiche Hand – und unterstützen Sie dabei, sich selbst zu helfen.
Einen Überblick aller beteiligten Ehrenamtsprojekte bietet die vom Berliner Senat geförderten Kampagne Familienliebling werden!

Aufsuchende Elternhilfe

Aufsuchende Elternhilfe ist ein ambulantes Angebot, das bereits vor der Geburt einsetzt. Es begleitet und unterstützt Erstgebärende in belastenden Lebenslagen, die aus Mangel an Erfahrungen, Kenntnissen oder Überforderung nicht in der Lage sind, sich die notwendige Hilfe selbst zu organisieren. Das Angebot dient der Stärkung der Elternkompetenz und wird von Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern in enger Zusammenarbeit mit Hebammen und Entbindungspflegern sowie Familienhebammen erbracht.

In jedem Bezirk werden darüber hinaus zahlreiche Kurse und Beratung angeboten. Wer sich einfach einmal mit anderen Eltern austauschen möchte und einen familienfreundlichen Ort zum Spielen und Lernen sucht, ist bei den zahlreichen Familienzentren und Nachbarschaftszentren bestens aufgehoben.

Ansprechpartner Frühe Hilfen in den Bezirken

Die Frühen Hilfen sind Teil des Berliner Netzwerks Kinderschutz. Sie arbeiten professionsübergreifend mit ihren Netzwerkpartnern für ein sicheres und gesundes Aufwachsen von Kindern zusammen, so dass sowohl Eltern als auch Kinder die für sie passende Unterstützung erhalten.

Erste Ansprechpartner für werdende Mütter und Väter

Folgende Ansprechpartner stehen Ihnen für ein vertrauensvolles Beratungsgespräch zur Verfügung:

  • Gynäkologinnen und Gynäkologen
  • Hebammen und Entbindungspfleger, Kindergesundheitspflegerinnen und -pfleger
  • sozialpädagogische Fachkräfte der Schwangerschafts(konflikt)Beratung
  • Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Geburtskliniken und der Geburtshäuser
  • Kinderärztinnen und Kinderärzte
  • Arzthelferinnen und -helfer

Jugendämter der Bezirke

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jugendamtes Ihres Wohnbezirks stehen Ihnen in Fragen zur Erziehung und bei der Antragsstellung auf wirtschaftliche Leistungen beratend zur Seite. Hier können Sie neben der Beratung auch Unterstützung, wie beispielsweise Hilfen zur Erziehung und Familienerholungsangebote, erhalten. An Ihr Jugendamt können Sie sich auch dann wenden, wenn sie Probleme haben oder sich in einer Notsituation befinden.

Zentren für sexuelle Gesundheit und Familienplanung

In Berlin gibt es fünf Zentren für sexuelle Gesundheit und Familienplanung, die Ihnen medizinische und soziale Beratung und Hilfe zu folgenden Themen anbieten:

  • Familienplanung
  • Schwangerschaft
  • Beratung im Schwangerschaftskonflikt
  • psychologische Beratung für Einzelne und Paare
  • Information und Beratung zu Infektionen bzw. Aids
  • Sozialberatung
  • Drogen-, Alkohol- und Suchtberatung
  • Beratung zu Unterstützungsmöglichkeiten, wie beispielsweise die Aufsuchende Elternhilfe

Die Zentren für sexuelle Gesundheit und Familienplanung finden Sie in

Da nicht an jedem Standort zu jedem Thema beraten wird, informieren Sie sich bitte entsprechend vorab.

Kinder- und Jugendgesundheitsdienst (KJGD)

Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter nehmen den ersten Kontakt zu jeder Familie nach der Geburt eines Kindes auf, besuchen die Familien zu Hause nach der Geburt des ersten Kindes oder wenn Anzeichen eines Risikos vorliegen. In ärztlichen Sprechstunden können Kinder kostenlos vorgestellt, beraten und untersucht werden. Der Kinder- und Jugendgesundheitsdienst führt ärztliche Untersuchungen der dreieinhalb- bis viereinhalbjährigen Kinder in den Kitas und Kindertagespflegestellen sowie Einschulungsuntersuchungen und Vorsorgeuntersuchungen (U1 bis U9 sowie J1) durch. Die Kinder- und Jugendgesundheitsdienste informieren und beraten außerdem zu den Themen:

  • Versorgung eines Kindes
  • Entwicklung eines Kindes
  • persönliche, gesundheitliche und finanzielle Fragen

Zahnärztlicher Dienst (ZÄD)

Jedes in einer Kita oder Kindertagespflegestelle betreute Kind wird jährlich zahnärztlich untersucht. Außerdem wird in der Gruppe Prophylaxe zur Verhütung von Zahnerkrankungen und eine Ernährungsberatung durchgeführt. Im Zahnärztlichen Dienst können Kinder im Rahmen von Projekten auf den späteren Zahnarztbesuch ohne Angst vorbereitet werden.

Erziehungs- und Familienberatung

Erziehungs- und Familienberatung ist ein kostenfreies Angebot für Eltern und Erziehungsberechtigte, Paare sowie Kinder und Jugendliche. Die Beratung kann direkt ohne ein Antragsverfahren in Anspruch genommen werden und wird auf Wunsch auch anonym durchgeführt.

Babylotsen

Einer der Bausteine der Netzwerke Frühe Hilfen ist das Präventionsprojekt Babylotse, das nach erfolgreicher Modellphase auf alle Geburtskliniken der Berliner Krankenhäuser ausgeweitet werden soll.
Wenn sich rund um die Geburt Anhaltspunkte für Belastungen ergeben, sind die Babylotsinnen Ihre Ansprechpartnerinnen. Sie klären in einem persönlichen Gespräch, ob Sie in der ersten gemeinsamen Zeit mit Ihrem Neugeborenen eine Unterstützung brauchen und vermitteln konkrete Anlaufstellen und passgenaue Hilfen. Babylotsen tragen dazu bei, dass Sie sich nach der Geburt Ihres Kindes gut informiert und versorgt auf das Familienleben freuen können.

Drogen- und Suchberatung

Bei Suchtproblemen mit Drogen, Alkohol und Medikamenten sowie bei Computer- oder Spielsucht stehen Ihnen und Ihren betroffenen Familienangehörigen sowie anderen Bezugspersonen Angebote der Drogen- und Suchberatung zur Verfügung.

Die Fachstelle für Suchtprävention im Land Berlin setzt sich seit 2005 im Auftrag der Senatsgesundheitsverwaltung dafür ein, Suchtmittelkonsum und riskantes Verhalten zu reduzieren. Als zentrale Kompetenzstelle entwickeln und koordinieren sie suchtpräventive Angebote in Berlin.

Schuldnerberatung

Eine Schuldnerberatung kann ein möglicher Ausweg aus einer bedrückenden finanziellen Notlage sein. Schulden sind nicht nur eine finanzielle, sondern auch eine psychische Belastung. Die Schuldnerberater helfen Menschen, die nicht mehr selbstständig aus der Überschuldung herauskommen. Neben der finanziellen und rechtlichen Schuldnerhilfe, leistet eine Schuldnerberatungsstelle auch psychologischen und sozialen Beistand.