Jahn-Sportpark bleibt grüne Sportanlage

Pressemitteilung vom 11.03.2020

In den vergangenen Wochen gab es vermehrt Berichte über den Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark, in denen von der „Zerstörung einer Parkanlage“, vom „Kahlschlag“ der Bäume bis hin zur Errichtung zusätzlicher Kfz-Parkplätze berichtet wurde. Diese Behauptungen sind irreführend und entsprechen nicht der wirklichen Situation.

Beim Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark geht es um die Entwicklung und Modernisierung einer zentralen Sportanlage in unserer Stadt, die täglich von vielen Menschen für den Vereins- und Freizeitsport genutzt wird. Das Gelände soll in den kommenden Jahren zu einem Inklusionssportpark weiter entwickelt werden – also für gemeinsames Sporttreiben von Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen. Der Jahn-Sportpark ist kein gewöhnlicher Freizeit- und Erholungspark im Sinne einer reinen Grünanlage. Er ist und bleibt eine Sportanlage. Dazu gehören natürlich auch Bäume und Grünflächen
Schon heute steht fest, dass der Baumbestand im Jahn-Sportpark von zentraler Bedeutung ist. Anders als öffentlich behauptet, wird kein Kahlschlag stattfinden. Die Bäume an den Außengrenzen sowie im Eingangsbereich Cantianstraße bleiben erhalten und werden nicht gefällt. Wenn im Zuge des Stadionneubaus Bäume gefällt werden müssen, gibt es selbstverständlich Ausgleichsmaßnahmen wie z.B. Neupflanzungen. Alle gesetzlichen Bestimmungen werden eingehalten.

Darüber hinaus ist geplant, das Dach des neuen Stadions für Photovoltaik und Solarthermie zu nutzen, die Dächer der sonstigen Gebäude zu begrünen sowie das Regenwasser der gesamten Anlage und der Max-Schmeling-Halle in Zisternen zu sammeln und dieses für die Bewässerung von Grünanlagen zu nutzen. Über weitere ökologische Maßnahmen, z.B. begrünte Fassaden, wird im weiteren Planungsprozess entschieden.
Es ist auch beabsichtigt, an allen Zugängen zum Sportpark Fahrradabstellanlagen zu errichten sowie alle heute verstreut auf dem Gelände vorhandenen PKW-Stellplätze zu beseitigen und eine neue, zentrale und barrierefreie Stellplatzkapazität zu schaffen. In welcher Form dies geschieht – ob in einem Parkhaus, einer Tiefgarage oder einem Parkdeck unter einem Fußballplatz – ist noch nicht entschieden.Dies geschieht im weiteren Planungsverfahren. Mit dieser Maßnahme sollen bisher fürs Parken genutzte Flächen für den Sport – und somit für die Menschen – nutzbar gemacht werden.
Außerdem wird im weiteren Verfahren ein veranstaltungsbezogenes Verkehrskonzept für das Große Stadion und die Max-Schmeling-Halle entwickelt, um die Belastungen durch Parksuchverkehr für Anwohnende zu reduzieren.

Zurzeit wird die Machbarkeitsstudie über die Zukunft des Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportparks aus dem Jahr 2014 überarbeitet. Bei dieser handelt es sich lediglich um eine Studie und nicht um eine feststehende Planung. Ziel der gerade stattfindenden Überarbeitung ist es, die unterschiedlichen Bedarfe und Wünsche der verschiedenen Nutzerinnen und Nutzer zu erkennen, damit sie in der weiteren Planung berücksichtigt werden können.

Grundlage für das weitere Verfahren ist ein breit angelegter, transparenter Beteiligungsprozess. Im Rahmen der Bedarfserfassung wurden Anwohnende und Sporttreibende über eine Onlinebeteiligung auf www.mein.berlin.de einbezogen. Organisierte Interessengruppen, wie Bürgerinitiativen oder das Quartiersmanagement, erhielten die Möglichkeit in Gesprächen ihre Vorstellungen einzubringen. Der in Vereinen und Verbänden organisierte Sport, die Bezirke Pankow und Mitte, die Senatsverwaltungen für Bildung, Jugend und Familie sowie für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz hatten über Fragebögen und/oder Workshops die Möglichkeit, Ihre Anforderungen und Wünsche zu benennen. Außerdem wird der Behinderten- und Rehabilitationssportverband an der Entscheidungsfindung für die Neugestaltung der Inklusionssportanlage beteiligt.

Die Ergebnisse aller Beteiligungsformate werden jetzt aufbereitet, priorisiert und im Anschluss veröffentlicht. Dieses Verfahren soll bis zum Sommer abgeschlossen sein.

Ab Oktober soll mit bauvorbereitenden Maßnahmen für den Stadionersatzneubau begonnen werden. Dieser ist notwendig, um das Stadion modern und barrierefrei zu gestalten. Auch das Umfeld profitiert durch geringe Lärm- und Lichtimmission. Der Abriss beginnt voraussichtlich im Winter 2020/21. Erst nach dem Neubau des Stadions wird der übrige Teil des Jahn-Sportparks umgestaltet.