Brexit: In Berlin lebende Briten können online bei der Ausländerbehörde einen Antrag auf Aufenthaltserlaubnis stellen

Pressemitteilung vom 15.01.2019

Das Vereinigte Königreich wird voraussichtlich am 29.03.2019 um Mitternacht die Europäische Union verlassen. Noch ist nicht bekannt, unter welchen genauen Bedingungen der so genannte Brexit erfolgen wird. In jedem Fall werden britische Staatsangehörige zukünftig für ihren Aufenthalt im Bundesgebiet einen Aufenthaltstitel oder einen anderen Nachweis über ihr Aufenthaltsrecht benötigen. Potentiell betroffen sind rund 18.000 in Berlin lebende Britinnen und Briten.

Um diesen Menschen die Gelegenheit zu geben, ihren Aufenthaltsstatus zu sichern, bietet die Berliner Ausländerbehörde online die Möglichkeit, einen Antrag auf Erteilung eines Aufenthaltstitels oder eines Nachweises über das Aufenthaltsrecht zu stellen.
Wer diese Möglichkeit nutzt, kann sich eine Bestätigung der Antragstellung ausdrucken und verfügt damit über einen Nachweis des rechtmäßigen Aufenthalts. Die registrierten Personen werden dann zu gegebener Zeit zur Prüfung eines Aufenthaltstitels eingeladen. Der Service ist kostenfrei und richtet sich nur an britische Staatsangehörige, die in Berlin wohnhaft sind. Seit der Freischaltung am 3. Januar haben sich bereits rund 3600 Personen registriert. Sollte es nicht zum Brexit kommen, werden alle Daten umgehend gelöscht.

Wichtige Informationen zum Verfahren sowie das Onlineformular (in englischer Sprache) sind unter https://www.berlin.de/labo/willkommen-in-berlin/freizuegigkeit-eu-ewr-schweiz/artikel.767740.php abrufbar.

Der für die Ausländerbehörde verantwortliche Innenstaatssekretär Torsten Akmann begrüßte das Angebot: „Es ist eine historisch einzigartige Situation, dass ein Mitgliedstaat die Europäische Union verlassen will. Viele tausende britische Staatsbürgerinnen und -bürger würden bei einem harten Brexit ihre Freizügigkeit verlieren und wären von heute auf morgen ohne Aufenthaltstitel. Mit dem Service der Berliner Ausländerbehörde geben wir den Betroffenen in unserer Stadt Sicherheit und Zukunftsperspektive.“