Berliner Verfassungsschutz veröffentlicht Studie über Angehörige der salafistischen Szene

Pressemitteilung vom 17.01.2018

Die salafistische Szene ist die am schnellsten wachsenden Strömung innerhalb des Islamismus‘. In Berlin hat sich die Zahl der Salafisten von 350 im Jahr 2011 auf aktuell über 900 Personen nahezu verdreifacht. Berlin ist im selben Zeitraum zu einem Zentrum der salafistischen Szene geworden.
In seiner neuesten Lageanalyse untersucht der Berliner Verfassungsschutz diese Entwicklung genauer. Wer sind die Personen, die in Berlin zum salafistischen Spektrum zählen? Wo wohnen sie, welche Staatsbürgerschaften haben sie? Welche Moscheen werden von ihnen besucht? Antworten auf diese Fragen bietet die jetzt veröffentlichte empirische Studie. Innensenator Andreas Geisel sagte dazu: „Die Studie ist nicht nur vor dem Hintergrund des Anschlags auf den Breitscheidplatz von enormer Bedeutung. Sicherheitsbehörden und die Öffentlichkeit müssen wissen, auf welchem ideologischen Nährboden Extremismus entsteht. Je mehr wir wissen, desto besser können wir dagegen vorgehen.“
Eines der bemerkenswertesten Ergebnisse der Studie ist, dass sich spätestens seit 2004 in Berlin eine salafistische Szene etabliert hat, deren Angehörige mit und in der Szene älter geworden sind. Damit ist die Hinwendung zum Salafismus nicht nur auf eine kurze Phase „jugendlicher Sinnsuche“ beschränkt, so wie von manchen Studien vermutet. Vielmehr werden Salafisten in Berlin – unterstützt von einer salafistischen Infrastruktur aus Moscheen, Kleidergeschäften und Lebensmittelläden – dauerhaft oder zumindest über einen längeren Zeitraum an die Szene gebunden.
Innensenator Andreas Geisel: „Die detaillierten Erkenntnisse des Verfassungsschutzes über Salafisten in Berlin werfen ein Schlaglicht auf eine Szene, die das Licht der Öffentlichkeit meidet. Salafisten hetzen im Verborgenen religiös verbrämt gegen unsere freiheitliche demokratische Grundordnung und fördern mit ihrer Ideologie Hass und Gewalt. Das werden wir nicht dulden. Die Berliner Sicherheitsbehörden haben die salafistische Szene sehr genau im Blick. Wir werden nicht nachlassen, sie mit repressiven und präventiven Maßnahmen unter Druck zu setzen. Die jetzt vorgelegte Studie bietet dafür eine gute Grundlage.“

Die Ergebnisse der Studie sollen aber auch einen Beitrag zur Präventionsarbeit gegen islamistischen Extremismus liefern. Je mehr Details über die Anhänger der salafistischen Szene bekannt sind, desto genauer könnten Maßnahmen der Prävention darauf zugeschnitten werden, so Berlins Innensenator..

Die vollständige Studie ist abrufbar unter: http://www.berlin.de/sen/inneres/verfassungsschutz/publikationen/lage-und-wahlanalysen/