Bessere Inklusion – wie schwerbehinderte Menschen ins Arbeitsleben integriert werden

Pressemitteilung vom 02.12.2019

Die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales teilt mit:

Unsere Gesellschaft ist sensibler geworden im Umgang mit Menschen, die behindert sind. Doch in der Arbeitswelt zeigt sich diese Entwicklung leider noch nicht. Auch zehn Jahre nach dem Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention ist es für Menschen mit Handicap immer noch schwieriger, einen passenden Arbeitsplatz zu finden als für Menschen ohne Behinderung.
Das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF) geht einen bespielhaften Weg. Während der Berliner Durchschnitt bei der Beschäftigung von Menschen mit Behinderung bei 5 Prozent der Pflichtquote liegt, beträgt sie im LAF 10,4 Prozent. Das heißt, von den derzeit 522 Beschäftigten sind 55 schwerbehindert oder gleichgestellt.
Seit dem Sommer 2019 unterstützt zudem eine betriebsintegrierte Gruppe (BIG) der Berliner Werkstätten für Menschen mit Behinderung das LAF. Zur Gruppe gehören jetzt acht Mitarbeitende, künftig sollen es bis zu zwölf sein. Sie unterstützen den Leistungsbereich bei der Recherche von Unterlagen und der Archivierung von Akten.
Wir laden Sie ein, sich über die Themen Inklusion auf dem Arbeitsmarkt, Teilhabegesetz und über das Budget für Arbeit zu informieren und die betriebsintegrierte Gruppe im LAF kennenzulernen.

Als Gesprächspartner/innen stehen Ihnen zur Verfügung:
Elke Breitenbach, Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales
Alexander Straßmeir, Präsident LAF
Dirk Gerstle, Geschäftsführer der Berliner Werkstätten für Menschen mit Behinderung GmbH (BWB)

Zeit: Mittwoch, 4. Dezember 2019, um 11 Uhr (Die Veranstaltung dauert etwa eine Stunde.)
Ort: LAF, Darwinstraße 14-18, Ecke Quedlinburger Straße *(Personaleingang) in 10589 Berlin*

Zum Hintergrund:
Nur etwa 33 Prozent der 6.794 Berliner Betriebe mit mehr als 20 Beschäftigten erfüllen die Pflichtquote bei der Beschäftigung schwerbehinderter Menschen. Die anderen Unternehmen entrichten eine Ausgleichsabgabe.
Im Jahr 2017 gab es in Berlin 57.683 Pflichtarbeitsplätze. 14.142 dieser Plätze waren unbesetzt. Das hat auch damit zu tun, dass Behinderung oft mit Arbeitsunfähigkeit gleichgesetzt wird. Betrachtet man die Entwicklung der der vergangenen Jahre, ist nicht davon auszugehen, dass alle Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber ihrer Beschäftigungspflicht gegenüber schwerbehinderten Menschen nachkommen.
Die Berliner Werkstätten für Menschen mit Behinderung GmbH (BWB), gegründet 1962, gehören zu den derzeit 17 Werkstätten für Menschen mit Behinderung in Berlin. 1.631 Beschäftigte arbeiten dort. Zurzeit sind 139 Beschäftigte der BWB in 15 betriebsintegrierten Gruppen beschäftigt, darunter in der Amerika-Gedenkbibliothek, im Landesarchiv, im Andels-Hotel, im Leonardo, bei Möller-Druck, bei Siemens und Z Catering.