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Heute Expert*innen-Talk und neue Ausstellung „ZwischenWelten - Abschied, Ankunft und Ankommen“

Pressemitteilung vom 02.09.2019

Die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales teilt mit:

Heute Nachmittag wird die Fotoausstellung „ZwischenWelten – Abschied, Ankunft und Ankommen“ eröffnet. Die Ausstellungseröffnung wird begleitet von einer Veranstaltung aus der Reihe Expert*innen-Talk der Koordinierungsstelle Flüchtlingsmanagement. Heute diskutieren unter anderem die Berliner Integrationsbeauftragte Katarina Niewiedzial, die Leiterin der Landesstelle für Gleichbehandlung gegen Diskriminierung Eren Ünsal, die Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderung Christine Braunert-Rümenapf zu Flucht und Diskriminierung.

Integrationssenatorin Elke Breitenbach erklärt: “Von Geflüchteten mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen wissen wir, dass sie verschiedene Diskriminierungserfahrungen haben. Die traumatischen Erlebnisse der Flucht und das Ankommen in einer neuen Gesellschaft sind physisch und vor allem psychisch überwältigend. Deshalb ist es sehr wichtig, darüber zu sprechen und Angebote zur Verbesserung der Situation für die Betroffenen zu machen.“

Auch die Ergebnisse des Pilotprojektes „Unabhängiges Beschwerdemanagement“ werden thematisiert. Sie haben gezeigt, dass innerhalb eines Jahres 2,9 % der Beschwerden von Geflüchteten unterschiedliche Diskriminierungen zu Grunde lagen. Die Dunkelziffer von Diskriminierungserfahrungen bei Geflüchteten ist hoch. Deshalb wird sich die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales weiter intensiv mit Ursachen von Diskriminierung im Kontext von Flucht und Migration und Strategien zu deren Bekämpfung befassen.

Die Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderung, Christine Braunert-Rümenapf sieht das Thema „Geflüchtete mit Behinderung“ in den Debatten unterrepräsentiert: „Den vertrauten kulturellen Kontext zu verlassen ist immer eine große Herausforderung. Ganz besonders gefordert sind aber Menschen mit einer Zuwanderungsgeschichte und einer Behinderung oder einer chronischen Erkrankung. Sie müssen sich nicht nur mit den Anforderungen der Behinderung oder Erkrankung auseinandersetzen, sondern sich auch in einem unbekannten Hilfesystem orientieren.“

Sybill Schulz, Leiterin der Koordinierungsstelle Flüchtlingsmanagement bei der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales moderiert die Veranstaltung: „Die eigentlichen Expert*innen sind für uns die Geflüchteten. Mit ihnen wollen wir ins unmittelbare Gespräch kommen. Mehrfachdiskriminierung ist auch in unserer Gesellschaft ein Thema, ob wegen Gewalt, Erkrankung, Familienverlust oder infolge von Stigmatisierungen im Alltag.“

„Die Arbeit an und mit der Ausstellung hat uns allen sehr viel gebracht, auch ein neues Selbstbewusstsein. Denn wir sind nicht nur Geflüchtete – Flucht ist die Situation, weswegen wir kommen mussten und die uns hergebracht hat. Die Ausstellung führt hoffentlich dazu, dass wir als Menschen mit Geschichte und Zukunft gesehen werden“, so Mohammad Urfa und Ahmad Yasin, die beide auch auf dem Podium vertreten sein werden.

Die Ausstellung „ZwischenWelten – Abschied, Ankunft und Ankommen“ mit Aufnahmen von Geflüchteten aus Afghanistan, Eritrea, Syrien, Pakistan wird heute gegen 18 Uhr in der
Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales eröffnet. Der Expert*innen-Talk beginnt um 16 Uhr.

Entstanden ist die Ausstellung aus einem Projekt der Hochschule Stiftung Rehabilitation Heidelberg und der populären Künste (hdpk) Berlin.

Weiteres zum Thema unter: www.berlin.de/koordfm