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Zum Weltflüchtlingstag am 20. Juni: Bessere Unterbringung für Geflüchtete in Berlin

Pressemitteilung vom 19.06.2019

Morgen wird weltweit der Tag des Flüchtlings begangen, den das UNHCR im Jahr 2001 ausgerufen hat. Senatorin Elke Breitenbach erklärt dazu: „Die vielen Menschen, die sich auf die Flucht vor Krieg, Verfolgung und Not begeben, haben alles hinter sich gelassen. Wir wollen ihnen hier in Berlin ein gutes Ankommen und Integration ermöglichen und sie auf dem Weg in ein neues Leben unterstützen. Dazu gehört auch eine gute Unterbringung. Hier haben wir in Berlin einiges erreicht. Alle Notunterkünfte sind inzwischen geschlossen. Jetzt geht es darum, die Qualität in den Unterkünften und so die Lebensbedingungen für die Geflüchteten Schritt für Schritt zu verbessern.“

Die Koordinierungsstelle Flüchtlingsmanagement bei der Senatsverwaltung entwickelt dazu ein Qualitäts- und Beschwerdemanagement für die Berliner Unterkünfte. Dabei werden Integrationslots*innen und geflüchtete Menschen aktiv einbezogen. Sie sind am Prozess beteiligt, denn sie wissen selbst am besten, was und wo etwas verbesserungswürdig ist. So hat Amal al Jabri, syrische Rechtsanwältin, die seit 3,5 Jahren in Deutschland lebt, an mehreren Expert*innen-Talks der Koordinierungsstelle teilgenommen. „Ich habe mich sehr gefreut, mit meiner Herkunft aus Syrien und als neue Bürgerin in Berlin als Expertin für die Probleme der Geflüchteten mit eingebunden worden zu sein. Ich konnte so dazu beitragen, dass Integrations-bedingungen für Frauen und Familien verbessert werden. Ich schätze die Einbindung von Betroffenen als einen guten Weg, der in Berlin gegangen wird.“

Der Syrer Nikola Antoun vom Verein „Gemeinsamer Horizont“ aus Marzahn-Hellersdorf arbeitet mit im Beirat Pilotprojekt Beschwerdemanagement. „Durch das Pilotprojekt konnte die Situation in den Unterkünften schon verbessert werden. Ich finde es wichtig, dass die Betroffenen selbst gehört werden, denn wir wissen am besten, was noch nicht gut funktioniert. Meine Meinung wird immer geschätzt.“

Für die Leiterin der Koordinierungsstelle Flüchtlingsmanagement Sybill Schulz ist Partizipation und aktive Einbeziehung von Betroffenen zwingend notwendig und zielführend. „Wir wollen nicht über die Köpfe der Geflüchteten hinweg entscheiden, sondern Einblick in ihre realen Lebenswelten und spezifischen Bedarfe bekommen. Unser Ziel ist, alle Beschwerden zur Unterbringungssituation in einer unabhängigen Beschwerdestelle zu erfassen, strukturelle Defizite zu identifizieren und daraus Schlussfolgerungen zur Verbesserung der Qualität in den Unterkünften und im Integrationsprozess zu ziehen.“

Die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales hat im Ergebnis der verschiedenen Austauschformate mit Geflüchteten seit 2018 neue Foren zur gesellschaftlichen und politischen Teilhabe von geflüchteten Menschen geschaffen. Dazu gehört ein Demokratieworkshop in der Landeszentrale für politische Bildung im April 2019, ein Besuch im Abgeordnetenhaus im Mai und im Bundestag in diesem August.