Senatorin Breitenbach: LSBTI-Geflüchtete brauchen besonderen Schutz und Unterstützung – Berlin mit Netzwerk beispielgebend

Pressemitteilung vom 17.05.2019

Die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales teilt mit:

Der 17. Mai ist Internationaler Tag gegen Homophobie, Transphobie, Biphobie und Interphobie (IDAHOBIT). Aus diesem Anlass informierte die Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales Senatorin Elke Breitenbach heute gemeinsam mit der Schwulenberatung Berlin über die Situation LSBTI-Geflüchteter in Berlin.

Im Land Berlin wurde schon 2015 das „Berliner Modell für die Unterstützung von LSBTI-Geflüchteten“ entwickelt. Darauf aufbauend wurde eine Struktur für LSBTI-Geflüchtete geschaffen, die weiter ausgebaut wird. Dazu gehören u. a. niedrigschwellige Erstberatungsangebote, eine spezifische Verfahrens- und Asylberatung, Antigewalt- und Antidiskriminierungsberatung, der Aufbau von Selbsthilfegruppen, die sichere Unterbringung in einer queeren Unterkunft und zahlreiche Fortbildungsreihen für Mitarbeitende in Einrichtungen und Verwaltung.

Senatorin Elke Breitenbach: „Das Land Berlin hat als erstes Bundesland 2015 die besondere Schutzbedürftigkeit von LSBTI-Geflüchteten anerkannt. Dies haben wir im neuen Gesamtkonzept zur Integration und Partizipation Geflüchteter bekräftigt. Es ist uns wichtig, LSBTI-Geflüchteten gezielte Unterstützung und besonderen Schutz zu gewähren. Dazu sind in Berlin viele Angebote und Unterstützungsmaßnahmen auf den Weg gebracht worden, die wir weiter ausbauen wollen. In der spezifischen LSBTI Unterkunft der Schwulenberatung Berlin finden derzeit 100 Menschen Ruhe und Sicherheit. Insgesamt konnten seit Eröffnung im Februar 2016 schon 341 Geflüchtete vor homo- und transphoben Anfeindungen geschützt werden. Die Asylverfahrens- und Migrationsrechtsberatung der Schwulenberatung Berlin ist die erste staatlich geförderte rechtliche Beratung Deutschlands, die sich speziell an LSBTI mit Flucht- oder Migrationserfahrung richtet. Mehr als 350 LSBTI Geflüchtete haben hier bereits rechtliche Unterstützung im Asylverfahren gefunden. Unser Ziel ist, LSBTI-Geflüchtete bedarfsgerecht zu unterstützen, nicht nur in gesundheitlicher und psychosozialer Hinsicht, sondern auch durch einen besseren Zugang zum Arbeitsmarkt.“

Geschäftsführer der Schwulenberatung Berlin Marcel de Groot: „Wir freuen uns über den heutigen Besuch der Senatorin Elke Breitenbach am IDAHOBIT 2019, um der Situation von LSBTI* Geflüchteten in ihren Herkunftsländern, aber auch in Berlin mehr Aufmerksamkeit zu verleihen. Mit der Erstaufnahmeeinrichtung und Gemeinschaftsunterkunft für LSBTI Geflüchtete der Schwulenberatung Berlin setzt Berlin ein deutliches und wichtiges Zeichen für die besonderen Bedarfe dieser Zielgruppe. Nach drei Jahren Erfahrung können wir sagen, dass sich die Unterkunft als eine notwendige Maßnahme für die Umsetzung der EU-Aufnahmerichtlinie zur besonderen Schutzbedürftigkeit von LSBTI* Geflüchteten bewährt hat. Die Schwulenberatung Berlin hat auch Dank der Förderung des Senats ein vielfältiges und ausdifferenziertes Angebot aufbauen können, so dass die oft komplex traumatisierten LSBTI* Geflüchteten die passende und notwendige Unterstützung erhalten können, die sie dringend benötigen. Die anstehende Aufgabe ist, die etablierten Beratungs- und Betreuungsangebote der Schwulenberatung Berlin weiter interkulturell zu öffnen. Mit unserem Wohnprojekt Lebensort Vielfalt am Ostkreuz haben wir dies schon umgesetzt, indem dort in vier betreuten Wohngemeinschaften mit 32 Plätzen geflüchtete und nicht geflüchtete LSBTI zusammen wohnen.“