Senatorin Breitenbach: Housing First ist in Berlin gut angelaufen

Pressemitteilung vom 17.04.2019

Die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales teilt mit:

Senatorin Breitenbach: Housing First ist in Berlin gut angelaufen

Das im Oktober 2018 gestartete Modellprojekt Housing First ist in Berlin gut angelaufen. Auf der Straße lebendende Menschen erhalten dabei ohne Vorbedingungen eine Wohnung mit eigenem Mietvertrag sowie sozialpädagogische Unterstützung und Beratung. Umgesetzt wird das Projekt von der Berliner Stadtmission und Neue Chance gGmbH als gemeinsame Projektpartnerschaft „Housing First Berlin“ (HFB) sowie dem Sozialdienst katholischer Frauen e. V. mit seinem Projekt „Housing First für Frauen Berlin“.

Eine erste Bilanz ergab, dass durch beide Trägerverbände bislang 29 Wohnungen bei Vermietern akquiriert werden konnten. 16 davon sind bereits an Frauen und Männer vermietet, die zuvor auf der Straße gelebt haben. Beratungsangebote werden größtenteils angenommen, bei besonderen Problemlagen auch mehrfach.

Über einen Zeitraum von drei Jahren sollen bis zu 80 wohnungslose Menschen mit einer eigenen Wohnung versorgt werden. Die Wohnungsakquise ist Aufgabe der beiden Projektträger. Nach Auswertung der wissenschaftlichen Begleitung des Projektes wird über eine weitere Fortführung entschieden.

Sozialsenatorin Elke Breitenbach: “Das Wichtigste ist, dass wohnungs- und obdachlose Menschen wieder in eine Wohnung kommen und damit in ein selbstbestimmtes Leben. Ich freue mich sehr, dass mit dem Projekt Housing First in Berlin erste Erfolge erzielt werden und Wohnungen an ehemals Obdachlose vermittelt werden konnten. Das ist besonders vor der Situation des angespannten Wohnungsmarktes in der Stadt ein hoffnungsvoller Anfang. Es zeigt auch, dass es Vermieter gibt, die bereit sind, soziale Verantwortung zu übernehmen. Von diesen brauchen wir noch mehr! Mein Dank gilt den Vermietern, die Menschen ohne Wohnung wieder eine Chance auf ein würdiges Leben geben. Ebenso danke ich den beiden Trägern für ihre engagierte Arbeit. Daher bin ich zuversichtlich, dass wir unser Projektziel mit 80 Wohnungen auch erreichen werden.“

Corinna Müncho, Berliner Stadtmission/Neue Chance gGmbH – Projektleiterin: „Wir waren von Beginn an hoch motiviert und überzeugt davon, dass Housing First auch in unserer Stadt funktionieren kann. Wie schnell es gelungen ist, ein wirksames Zusammenspiel von Wohnraumvermittlung und fachlicher Unterstützung zu erreichen, hat unsere Erwartungen sogar noch übertroffen. Der Erfolg für die wohnungslosen Menschen und die Unterstützung vieler Kooperationspartner sind ein großer Antrieb für uns, das Modellprojekt mit voller Kraft weiter voran zu treiben.“

Beate Vetter-Gorowicz, Sozialdienst katholischer Frauen e. V – Immobilien und Öffentlichkeitsarbeit Housing First für Frauen Berlin: „Im Projekt Housing First für Frauen des Trägers Sozialdienst katholischer Frauen e. V. Berlin konnten nach einer strukturierenden Anlaufphase bereits im Dezember 2018 zwei Wohnungen bezogen werden. Die intensiven Bemühungen sowohl Vermieter zu akquirieren, die im Projekt kooperieren, als auch das positive Feedback der Bewerberinnen, zeigen sich erfolgreicher als angenommen. Nach gut sechs Monaten konnten bereits acht Klientinnen einen eigenen Mietvertrag erhalten; weitere drei Wohnungen sind konkret in Vermittlung und mindestens drei weitere Wohnungszusagen liegen uns vor.“