Gute Vermittlungsergebnisse der Transfergesellschaft für das ehemalige Bodenpersonal von Air Berlin

Pressemitteilung vom 03.12.2018

Die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales teilt mit:

Mit der Insolvenz von Air Berlin im vergangenen Jahr standen viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Airline vor einer ungewissen Zukunft. Das betraf insbesondere die in der Verwaltung Beschäftigten. In dieser Situation hat der Berliner Senat schnell reagiert, um die Betroffenen des Betriebsteils „Boden“ vor Arbeitslosigkeit zu bewahren und ihnen eine neue berufliche Perspektive zu eröffnen. Der Senat hat für eine Transfergesellschaft bis zu 11,5 Mio. Euro zur Verfügung gestellt. Bis heute haben 838 Air Berliner dieses Angebot angenommen und sind in die Transfergesellschaft eingetreten. Viele von ihnen haben die auf sechs Monate angelegte Transferphase inzwischen beendet. Für diese Gruppe können wir sagen: Der Einsatz des Landes Berlin hat sich gelohnt. 87,3 Prozent dieser ehemaligen „Air-Berliner“ aus Berlin und Brandenburg konnten mithilfe der Transfergesellschaft nahtlos in eine neue Beschäftigung wechseln. Die Bundesagentur für Arbeit ist neben dem Land Berlin ein weiterer großer Finanzier der Transfergesellschaft und stellt Transferkurzarbeitergeld und Qualifizierungen bereit.

Elke Breitenbach, Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales: „Unsere heute vorgestellte Zwischenbilanz belegt: Die Transfergesellschaft Air Berlin ist eine Erfolgsgeschichte. Der überwiegenden Mehrheit der von der Air-Berlin-Insolvenz betroffenen Beschäftigten konnte dadurch der Weg in eine neue berufliche Zukunft geebnet werden. Die guten Ergebnisse zeigen, dass der Entschluss des Senats der richtige war, kurzfristig die finanziellen Mittel für die Einrichtung einer Transfergesellschaft bereitzustellen! Ein weiterer Erfolgsfaktor war die gute Zusammenarbeit mit den Transferträgern, der Bundesagentur für Arbeit und ver.di.“

Siegfried Backes, Geschäftsführer der Personaltransfer GmbH Berlin: „Durch die Existenz der Transfergesellschaft konnten die Unternehmen der Aviation-Branche schnell und gezielt die ehemaligen Air-Berlin-Mitarbeiter ansprechen und einstellen. Letztlich trug dies dazu bei, dass bereits Mitte des Jahres 2018 die Flugbewegungen in Berlin zahlreicher waren als vor der Air-Berlin-Insolvenz. Dies ist ein nicht zu unterschätzender wirtschaftspolitischer Aspekt des Transfererfolges.“

„In großen Insolvenzverfahren kann eine Transfergesellschaft sehr hilfreich dabei sein, die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Neuorientierung und Arbeitssuche zu unterstützen. Ich freue mich sehr, dass es den Partnern in Berlin gemeinsam gelungen ist, im Falle von Air Berlin diese Betreuung und Begleitung zu organisieren und so viele ehemalige Air-Berliner bei ihrem Neustart erfolgreich zu begleiten und zu fördern,“ sagt Christoph Möller, Leiter der Arbeitsagentur Berlin Nord, dessen Agentur die durch die Insolvenz nötigen Aktivitäten der Arbeitsagenturen in Berlin und Brandenburg koordinierte.

Katharina Wesenick vom Bundesvorstand ver.di, Bereich Luftfahrt, dazu: „Die Air-Berlin-Beschäftigten sind 2017 Opfer des gnadenlos umkämpften Wettbewerbs im Luftverkehr geworden. ver.di hat diesen Prozess mit der Forderung nach einer Transfergesellschaft für alle Beschäftigten von Beginn an begleitet. Einzig das Land Berlin hat dies aufgegriffen und eine Transfergesellschaft für die Bodenbeschäftigten ermöglicht – ein gelungenes Beispiel für eine aktive und soziale Arbeitsmarktpolitik.“

Das Bochumer Helex-Institut untersucht derzeit die Wirksamkeit der Air-Berlin-Transfergesellschaft in einem sozialwissenschaftlichen Evaluationsprojekt. Der Leiter des Forschungsprojekts Dr. Gernot Mühge erklärt: „Die Zwischenergebnisse zeigen, dass die Transfergesellschaft zur Insolvenz von Air Berlin durch eine überdurchschnittliche Qualität der Beratung gekennzeichnet ist. Sie wurde von den befragten Beschäftigten als wichtige Hilfe bei der Bewältigung des Jobverlusts gesehen. Die Transfergesellschaft hat dem überwiegenden Teil der Betroffenen neue Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt eröffnet und war ein arbeitsmarktpolitisch bemerkenswerter Erfolg.“