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Zahl der Arbeitsunfälle in Berlin weiterhin unter dem Bundesdurchschnitt – Arbeitsschutzbericht 2017 vorgestellt

Pressemitteilung vom 30.08.2018

Die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales teilt mit:

Heute hat Berlins Staatssekretär für Arbeit und Soziales Alexander Fischer gemeinsam mit dem Direktor des Landesamts für Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz und technische Sicherheit Berlin (LAGetSi) Dr. Robert Rath den Jahresbericht der Berliner Arbeitsschutzbehörden 2017 vorgestellt. Er enthält Daten aus den Jahren 2016 und 2017.

Trotz steigender Bautätigkeit ist die Zahl der Arbeitsunfälle in Berlin im Jahr 2016 mit 32.308 im Vergleich zu den vergangenen Jahren leicht gestiegen (2015 waren es 30.535). Im bundesweiten Vergleich gehört Berlin zu den Ländern mit einer vergleichsweise geringen Zahl an Arbeitsunfällen. 2016 verunglückten bundesweit 23,8 von 1.000 vollarbeitenden Beschäftigten. In Berlin waren es dagegen 19,0.

Die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle ist im Jahr 2017 im Vergleich zu 2016 von acht auf fünf gesunken. Im laufenden Jahr 2018 sind bisher vier tödliche Arbeitsunfälle zu beklagen.

Alexander Fischer: „Gute Arbeit bedeutet für mich auch sichere und gesunde Arbeit. Arbeit darf nicht krank machen. Gesunde Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben nicht nur eine höhere Zufriedenheit mit ihrer Arbeit, sie sind damit motivierter und leistungsbereiter. So tragen sie stärker zum Unternehmenserfolg bei. Arbeitsschutz kommt den Unternehmen selbst unmittelbar zu Gute.“

Die am häufigsten anerkannten Berufskrankheiten sind, wie schon in den Vorjahren, Hauterkrankungen, gefolgt von asbestbedingten Erkrankungen und Lärmschwerhörigkeit.

Der Bericht enthält über Zahlen hinaus interessante Beiträge von der Tätigkeit der Aufsichtsbehörden. Zum Beispiel:

  • Evaluation des deutschen Arbeitsschutzsystems. SLIC steht für Senior Labour Inspectors Committee. Dahinter verbirgt sich ein Ausschuss aus Beamtinnen und Beamten der EU, der dafür sorgen soll, dass die EU-Gesetzgebung im Hinblick auf Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz effektiv und einheitlich in allen Mitgliedsstaaten umgesetzt wird. Hierzu fand im Berichtsjahr 2017 – gemeinsam mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des LAGetSi – eine Evaluation des deutschen Arbeitsschutzsystems statt.
  • Fachgespräch „Emotionale Herausforderungen“. Beschäftigte von Dienstleistungs- und Medienunternehmen, aber auch von Polizeibehörden haben mit besonderen emotionalen Herausforderungen zu kämpfen. Etwa wenn es darum geht, im Internet Gewalt verherrlichende Posts und Kommentare sowie Hass- und Terror-Botschaften zu löschen, Kinderpornographie im Darknet zu verfolgen oder aus Krisenregionen zu berichten. Doch wie können sich diese Berufsgruppen vor so einer großen Belastung schützen? Die Berliner Arbeitsschutzbehörde hat hierzu ein Fachgespräch initiiert.
  • Transport- und Speditionsgewerbe. Zeitdruck, psychomentale Belastungen, Heben und Tragen von Lasten – Beschäftigte im Transport- und Speditionsgewerbe sind vielen Gefährdungen ausgesetzt. In der Arbeitsschutzverwaltung wurde dazu ein Projekt durchgeführt. Untersucht wurde, wie die Unternehmen diesen Gefährdungen begegnen und ob sie entsprechende Schutzmaßnahmen durchführen.
  • Sozialvorschriften im Straßenverkehr. Unternehmen, die Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 2.800 Kilogramm zum Güterverkehr einsetzen oder Fahrzeuge zur Personenbeförderung in den Verkehr schicken, die für mehr als acht Personen zugelassen sind, müssen die „Sozialvorschriften im Straßenverkehr“ einhalten. Das LAGetSi sorgt dafür, dass diese beachtet werden. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Einhaltung von Lenk- und Ruhezeiten. Unfälle belegen immer wieder, wie nötig dies ist.
  • Pyrotechnische Effekte bei Show-Veranstaltungen. Die Arbeitsbereiche des LAGetSi sind sehr vielfältig. So sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Arbeitsschutzbehörde nicht nur in Unternehmen und Betrieben unterwegs, um sich vor Ort ein Bild vom Arbeitsschutz zu machen. Das LAGetSi wird auch hinzu gezogen, wenn auf einer Show-Veranstaltung Pyrotechnik eingesetzt werden soll. In unserem Fakten-Check erklären wir, wie das LAGetSi hierbei vorgeht und warum solche Kontrollen wichtig sind.

Im Anhang des Jahresberichts befindet sich ein Tabellenteil mit Statistiken zum Zuständigkeitsbereich einschließlich der begutachteten Berufskrankheiten.

Der Bericht ist abrufbar unter:
www.berlin.de/sen/arbeit/berlinarbeit-ziel-2/arbeitsschutz/publikationen-und-presse/artikel.363207.php