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Geflüchtete sollen ihr Leben selbstbestimmt gestalten können

Pressemitteilung vom 18.06.2018

Die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales teilt mit:

Die Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales Elke Breitenbach erklärt anlässlich des von den Vereinten Nationen ausgerufenen Welttages für Migranten und Flüchtlinge, der jährlich am 20. Juni begangen wird:

„Für viele Geflüchtete in Berlin hat sich die Lebenssituation in den vergangenen Monaten verbessert. Das betrifft das Leben in den Unterkünften, den Zugang zu Arbeit und Ausbildung und auch die Möglichkeiten ihrer Teilhabe. Die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt ist für Geflüchtete sehr positiv. Die Zahl derjenigen, die in Berlin eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung gefunden haben, ist von 6.790 im März 2017 auf 10.400 im März 2018 deutlich gestiegen. Und dies ist die Basis dafür, dass sich die geflüchteten Menschen hier ein eigenständiges Leben aufbauen und es auch selbstbestimmt gestalten können.“

Die Koordinierungsstelle Flüchtlingsmanagement bei der Senatsverwaltung hat verschiedene Projekte initiiert, die auf der Partizipation und der Expertise der Geflüchteten basieren und Voraussetzung zum Aufbau eines eigenständigen Lebens schaffen. So diskutieren sie gemeinsam monatlich im Expert*innen-Talk über qualitätsgesicherte Unterkünfte, über selbstbestimmtes Wohnen und Möglichkeiten ihrer Partizipation.

Thamir Al-Dulaimi ist Protagonist in der Filmreihe der Projekts r.future-Flüchtlinge für Demokratie und Menschenrechte. Von Beginn an hat er an den Expert*innen-Talks teilgenommen. Für ihn ist dies eine neue Qualität der Einbeziehung der Betroffenen selbst. “Mir ist wichtig, dass sich alle gut verständigen. Bei meinem Projekt erzähle ich den Flüchtlingen viel über Deutschland, beim Expertinnentalk darf ich deutschen Politikern etwas über die Flüchtlinge erzählen. Es gefällt mir, dass sich alle auf Augenhöhe treffen und dass es kurze Wege gibt, um über Probleme zu sprechen und dadurch direkt zu einer Verbesserung beizutragen. Es ist eine gute, ernsthafte Chance, wie wir sie nutzen, liegt in unserer Verantwortung.”

Das zweite neue Projekt ist das Pilotprojekt zum Beschwerde- und Kontrollmanagement in Unterkünften für geflüchtete Menschen. Zum Start im Juni erklärt die Leiterin der Koordinierungsstelle Flüchtlingsmanagement bei der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales Sybill Schulz: „Das neue Beschwerdemanagement sichert eine direkte Partizipation der Geflüchteten. Eine von den Bewohnerinnen und Bewohnern akzeptierte Beschwerdestelle hat deren Vertrauen und kann in Zusammenarbeit mit den Betreibern und dem Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten Verbesserungen anstoßen. Drei Unterkünfte haben wir im Rahmen des Pilotprojekts in Pankow und Lichtenberg schon besucht. Andere Bezirke und Betreiber haben ihr Interesse signalisiert, aktiv mitzuarbeiten. Ab Juli beginnen wöchentliche unabhängige Begehungen. Zum Jahresende werden wir einen Rahmenplan für ein Beschwerdesystem für alle wohnungslosen Menschen, die in Unterkünften und Einrichtungen untergebracht sind, vorlegen.“

Weitere Informationen: www.berlin.de/koordfm/