Staatssekretär Fischer übergibt neuen Berliner „Schwer-in-Ordnung-Ausweis“

Abbildung des Schwer-in-Ordnung-Ausweises
Bild: SenIAS
Pressemitteilung vom 23.04.2018

Die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales teilt mit:

„Schwer-in-Ordnung-Ausweis“ steht auf der Plastikhülle, die Berlinerinnen und Berliner zu ihrem Schwerbehindertenausweis jetzt erhalten können. Damit schließt sich Berlin einer „nichtamtlichen“, von Schwerbehinderten initiierten, bundesweiten Aktion an. Die Ausweishülle nebst dazugehörendem Band ist ab sofort im Versorgungsamt des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) erhältlich.

Auf einem Pressetermin überreichten der Staatssekretär für Arbeit und Soziales Alexander Fischer und der Präsident des LAGeSo Franz Allert heute den neuen Berliner „Schwer-in-Ordnung-Ausweis“ an einen Mann und begrüßten mit ihm gleichzeitig den 350.000 Besucher im Kundencenter des Versorgungsamtes in der Sächsischen Straße.

Die „Schwer-in-Ordnung-Ausweis“-Hülle kann auf Wunsch durch ein formloses Schreiben (auch per Email) oder telefonisch beantragt werden. Sie wird kostenfrei abgegeben, an den Absender verschickt oder kann abgeholt werden. Bedruckt ist die aus Hartplastik bestehende Ausweishülle mit einem grünen Streifen und der Aufschrift Schwer-in-Ordnung-Ausweis. Zur Hülle gibt es ein Band (Lanyard) sowie einen Bandclip. Hergestellt wurden die Hüllen in einer Werkstatt, in der Menschen mit Behinderung arbeiten.

Wer sich auf den Weg ins Kundencenter des LAGeSo-Versorgungsamtes macht, erhält dort Allgemeine Informationen zum Schwerbehindertenrecht und den Nachteilsausgleichen,
Antragsformulare und Informationsmaterial, Hilfe beim Ausfüllen der Anträge, Auskünfte und Beratung im Einzelfall sowie den amtlichen Schwerbehindertenausweis, den Ersatzausweis oder die Ersatzwertmarke bei Verlust. Außerdem wird dort über den Berliner Sonderfahrdienst für Menschen mit Behinderungen informiert und es werden die entsprechenden Taxiquittungen entgegengenommen. Als weiteren Service bietet das Kundencenter ein
Call-Center sowie eine Gebärden-Sprechstunde im Skype-Raum an.

Hintergrund zum „Schwer-in-Ordnung-Ausweis“:
Die Idee für die Ausweishülle stammt von einer 14-jährigen Schülerin mit Down-Syndrom aus Schleswig-Holstein, die sich durch die Bezeichnung ihres Schwerbehindertenausweises diskriminiert fühlte. Sie veröffentlichte dazu einen literarischen Text, in dem sie die vorhandene Bezeichnung in die aus ihrer Sicht positivere Variante „Schwer-in-Ordnung-Ausweis“ umdeutete. Die Hülle erstellte sie gemeinsam mit einer Lehrerin. Die Idee fand viel positive Resonanz in den sozialen Netzwerken und erhielt Aufmerksamkeit quer durch die Medienlandschaft.